Darum gehts
- Mélanie Meillard holt Rang 7 im Olympia-Slalom in Cortina, Italien
- Nach monatelanger Krise zeigt die Walliserin ihre Rückkehr mit Humor
- Ihr Bruder Loïc gewann drei Olympia-Medaillen, Mélanie plant WM 2027
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das gilt auch für Mélanie Meillard (28). Als der Blick sie nach ihrem siebten Rang im Olympia-Slalom von Cortina fragt, ob das ihre beste Leistung des Winters sei, sagt sie: «Das war auch nicht schwierig!» Gelächter. Und etwas wird klar: Das typische Strahlen der Walliserin ist zurück. Endlich. «Ich habe gezeigt, dass ich doch noch Ski fahren kann.»
Monatelang liess Meillard viele verzweifeln: Trainer, Experten, Ausrüster – und sich selbst. Schon im Herbst lief wenig. Warum? Niemand wusste es. Sie kam aus einem soliden Winter, das Knie machte nicht mehr Probleme als sonst, das Material passte.
In acht Slaloms wurde sie nie besser als Zwölfte. Zu wenig für eine Fahrerin mit so feinem Ski-Gefühl. «Ich muss einfach weitermachen», sagte sie immer wieder. Meillard gab nicht auf. Swiss-Ski nominierte sie trotz nur halb erfüllter Selektionskriterien – Swiss Olympic stimmte zu.
Ist damit der Knoten geplatzt? Nach drei WM-Ausfällen (2017, 2021, 2025) kam Meillard an einem Grossanlass endlich wieder ins Ziel. «Endlich. Das tat gut.»
Bald wird Meillard Tante
Am Sonntag folgt der Slalom in Åre (Sd). Der Hang ist nicht allzu steil – und er liegt ihr. Vielleicht bekommt dieser triste Winter doch noch ein versöhnliches Ende.
Sicher ist: Auch ihr Bruder Loïc Meillard (29) gab ihr zuletzt Schwung. Bei Olympia sammelte er einen ganzen Medaillensatz: Gold im Slalom, Silber in der Team-Kombi, Bronze im Riesenslalom. «Ich habe mich riesig gefreut. Wir schreiben uns immer vor und nach den Rennen.»
Und noch etwas freut sie: Im Sommer wird Loïc zum ersten Mal Vater. Mélanie wird Tante. «Das ist super. Ich liebe Babys. Wenn er mich als Babysitter braucht, mache ich das gern», sagt sie und lacht.
Sie spricht schon von Olympia 2031
Und die Zukunft? Die WM 2027 in Crans-Montana wird für die Frau aus Hérémence ein Heimspiel. Auch Olympia 2031 in den französischen Alpen liegt nicht weit weg.
«Wenn möglich wäre ich auch dann gern dabei. Familie, Freunde, der Fanclub – alle könnten kommen. Und wer weiss: Vielleicht liegen mein Bruder und ich dann nicht mehr so weit auseinander wie zuletzt bei Olympia.»