Darum gehts
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Die FIS muss sparen. Doch am richtigen Ort? Ganz viele Ski-Profis sagen klar: Nein! Ihr Ärger gilt der Entlassung von Giulia Candiago (40). Die Italienerin war Skifahrerin und Journalistin, betreute von 2017 bis 2019 Lara Gut-Behrami (35) und wechselte danach von Swiss-Ski zur FIS. Dort war sie zunächst sechs Jahre Medienverantwortliche der Frauen, seit 2025 External Relations Manager.
«Wir haben diesem Schritt nie zugestimmt», schreibt Frankreichs Slalom-Ass Marie Lamure (25) auf Instagram. Hunderte reagieren ähnlich: mit weinenden Emojis, «Neeeein!» und guten Wünschen. Auch die Schweizerinnen Camille Rast (27), Wendy Holdener (33) und Corinne Suter (32) bedanken sich für die gemeinsame Zeit. Ebenso internationale Stars wie Mikaela Shiffrin (31, USA), Lindsey Vonn (42, USA) und Sofia Goggia (33, It).
Diskussionen – aber immer mit Anstand
Candiago war bei Fahrerinnen, Sponsoren, Veranstaltern und Medien beliebt. Meinungsverschiedenheiten gab es trotzdem. «Auch mit euch vom Blick», sagt sie am Telefon und schmunzelt. «Aber es waren immer sehr konstruktive Diskussionen. Wir haben stets Lösungen gefunden. Das habe ich geschätzt.»
Über ihre Entlassung will sie nicht viel sagen, nachtreten schon gar nicht. Sie habe wunderbare Jahre bei der FIS erlebt. «Auch Märchen haben nicht immer ein Happy End.» Doch die Frage bleibt: Warum musste sie gehen?
Candiago war im President's Office von Eliasch
Noch im Juli veröffentlichte die FIS einen langen, lobenden Artikel über Candiago und würdigte sie als Brückenbauerin. Trotzdem könnte ihr Aus damals bereits festgestanden haben. Der neue FIS-Präsident Alexander Ospelt hatte eine massive Sparrunde angekündigt.
Unter seinem Vorgänger Johan Eliasch schrumpfte das FIS-Vermögen innert fünf Jahren von 130 auf 43 Millionen Franken. «Im President’s Office hatte Eliasch zehn Mitarbeitende an seiner Seite. Das haben wir massiv auf drei Stellen abgebaut», sagte Ospelt im September zu Blick. Gesagt, getan.
FIS erachtet Position als «überflüssig»
Einige Entlassene sollen innerhalb der FIS neue Aufgaben erhalten haben. Candiago nicht. Ihre Stelle wurde auch nicht neu besetzt. Sie hätte gerne in einer anderen Funktion weitergearbeitet, erhielt aber kein Angebot.
Auf Anfrage von Blick erklärt die FIS, man sei Candiago zwar dankbar. Ihre Funktion als Leiterin für Aussenbeziehungen im Büro des Präsidenten sei bei der Straffung der Abteilungsstruktur jedoch als «überflüssig erachtet» worden.
«Ein grosser Fehler»
Nicht alle teilen diese Einschätzung. Megan Harrod kennt Candiago seit zwölf Jahren. Shiffrins Medienverantwortliche betont, dass sie ihre persönliche Meinung äussere. Diese fällt deutlich aus: «Ich verstehe diese Entscheidung nicht und glaube auch nicht, dass ich sie jemals verstehen werde.»
Candiago habe sich stets vorbildlich verhalten, sagt Harrod. Vor allem aber bringe sie Fähigkeiten mit, die der Verband dringend brauche. «Ihre Kontakte und ihr Fachwissen sind genau das, was die FIS braucht, um das Vertrauen der Athleten wiederherzustellen. Sie gehen zu lassen, ist ein grosser Fehler, der eine riesige Lücke hinterlässt.»