Darum gehts
- Tadej Pogacar wohnt während der Tour de Suisse im Hotel Meilenstein
- Das Hotel bietet 1000 Fische, ein Automuseum und 12 Bowlingbahnen
- Übernachtungen ab 219 Franken, Teams erhalten Sonderkonditionen für 60 bis 70 Zimmer
Sie sind doppelt so alt, dreimal so schwer und schwimmen mehrere Stockwerke unter Rad-Star Tadej Pogacar (27, 66 Kilo): die Störe im Hotel Meilenstein in Langenthal. Einige sind über 50 Jahre alt und wiegen 200 Kilo. Insgesamt leben rund 1000 Fische im Haus. «Wenn Herr Pogacar etwas trinken möchte, kann er in unserer Aquarium-Bar wunderbar entspannen», sagt Managerin Daniela Perez Ramirez.
Das UAE Team Emirates gehört zu den drei Männer-Teams der Tour de Suisse, die im Meilenstein übernachten. Dazu kommen drei Frauen-Teams. Das Hotel stellt dafür 60 bis 70 Zimmer bereit.
«Die Tour de Suisse ist auf uns zugekommen. Wir waren aber schon früher Gastgeber», so Perez Ramirez. «Es ist eine grosse Ehre, wieder ausgewählt worden zu sein. Wir geben unser Bestes und freuen uns sehr darauf.»
Lust auf Autos von Senna und Schumacher?
Ob Pogacar die Fische im fast eine Million Liter fassenden Becken besucht, ist offen. Es gibt noch mehr Abwechslung. Der Slowene könnte mit seinen Teamkollegen auf einer der zwölf Bowlingbahnen spielen oder im Automuseum den Lotus 98T von Ayrton Senna (Br, 1960–1994) bestaunen.
Dort steht auch ein Ferrari 310B von Michael Schumacher (57). Sein Wert: rund 20 Millionen Franken. Initiiert hat die Ausstellung Markus Bösiger (68), der selbst mit Lastwagen und Seitenwagen Rennen fuhr. Unterstützt wird das Museum von Jo Vonlanthen (84), dem ehemaligen Formel-1-Fahrer.
Liste mit Anforderungen an das Hotel
Auch im Zimmer dürfte Pogacar nichts vermissen. Einige Zimmer verfügen über ein Hamam-Bad oder eine Sauna. Regulär kostet eine Übernachtung ab 219 Franken. Für die Teams gelten Sonderkonditionen, die mit der Tour de Suisse vereinbart wurden.
Wer ein Tour-de-Suisse-Team beherbergen will, braucht vor allem Platz: für Autos, Lastwagen und Teambusse. Die grösste Herausforderung ist jedoch das Essen. «Die Teams haben sehr genaue Vorgaben», sagt Perez Ramirez. «Viele reisen mit eigenen Köchen an. Das Essen wird in Foodtrucks vor dem Hotel zubereitet.»
Dort kochen die Teams nach ihren Ernährungsplänen. Anschliessend wird das Essen im Restaurant serviert. Oft folgen trotzdem weitere Wünsche. «Jedes Team schickt uns seine Anforderungen im Voraus. Die Pasta muss al dente sein, das Fleisch fettarm. Die Ernährung spielt heute eine enorme Rolle.»
Früher gab es Würste und Wein
Nicht alle Teams verfügen über einen eigenen Foodtruck. Vor allem bei den Frauen-Teams übernimmt deshalb die Hotelküche einen Teil der Verpflegung – selbstverständlich nach den Vorgaben der Athletinnen und Athleten.
Wie stark sich der Radsport verändert hat, weiss auch Beat Merz. Der Koch begleitet die Tour de Suisse seit rund 30 Jahren. «Früher war vieles spontaner und weniger organisiert. Am Abend sassen alle zusammen», sagt er. Früchte standen damals selten auf dem Speiseplan. «Dafür Würste und andere schwere Speisen.» Heute achten die Fahrer viel stärker auf ihre Ernährung.
«Bei Urs Freuler stand früher schon mal eine Flasche Wein auf dem Mannschaftstisch», erzählt Merz und lacht. Der Sprintstar mit dem markanten Schnauz gewann in den 1980er-Jahren neun Etappen der Tour de Suisse. «Ein toller Typ, sehr lustig und freundlich.» Alkoholische Exzesse habe er aber nie erlebt, so Merz. «Auch damals lag so etwas nicht drin.»
Perez Ramirez blickt dem Tour-Tross freudig entgegen. «Wir werden jeden Wunsch gerne erfüllen», sagt sie. Wobei Pogacar als unkompliziert gilt – nicht nur auf dem Velo, sondern auch daneben. Probleme bereitet er nur seinen Gegnern im Rennen.