Bald die Hälfte der Medaillenentscheidungen sind bei den Olympischen Winterspielen bereits gefallen. Die Schweiz liegt im Medaillenspiegel weit vorne. Doch auch abseits der Pisten, Loipen, Schanzen und dem Eis liefern die Olympischen Winterspiele viele Geschichten. Von Seitensprüngen über politische Statements bis hin zu inhaftierten Athleten, in Italien ereignet sich kurioses, das mehr als nur die Sportwelt beschäftigt.
Unerwünschter Besuch
US-Vizepräsident J. D. Vance (41) reist an die Olympischen Winterspiele, was bereits vor der Eröffnungsfeier zu Protesten in Mailand führt. Grund dafür ist seine Begleitung. Die in der Kritik stehende US-Einwanderungspolizei ICE soll sich diversen Medienberichten zufolge um den Schutz der Offiziellen aus den Staaten wie Vance und Marco Rubio (54) kümmern. Auch im San Siro kippt die Stimmung des Publikums nachdem der Vizepräsident auf dem Bildschirm erscheint. Vance wird mit lauten Pfiffen und Buhrufen begrüsst, während die US-Athleten in das Stadion einlaufen.
«Real Loser»
Obwohl US-Präsident Donald Trump (79) nicht nach Italien reist, verfolgt er das Geschehen an den Winterspielen sehr genau. Über die Pfiffe an der Eröffnungsfeier zeigt sich Trump überrascht und sagt: «In den USA wird Vance nicht ausgebuht.» Auch nach einer Pressekonferenz des US-Athleten Hunter Hess (27), wo der Amerikaner preisgab, sein Heimatland mit «gemischten Gefühlen» zu vertreten, meldet sich der Präsident auf seiner Plattform Truth Social zu Wort. Hess sei ein «Real loser», zu Deutsch ein echter Verlierer, und mache es «sehr schwer, für jemanden wie ihn zu jubeln».
16 Jahre Flucht
Statt im Eishockey-Stadion Santagiulia endet der Abend eines 44-jährigen Slowaken, dessen Name nicht öffentlich bekannt ist, im Gefängnis San Vittore. Wie die «Daily Mail» berichtet, sei der Mann nach mehreren Ladendiebstählen seit 16 Jahren auf der Flucht. Der Slowake reiste gemäss Polizei trotz Eintrags in der Fahndungsliste nach Italien, um seine Eishockey-Nationalmannschaft zu unterstützen. Die Carabinieri fassen ihn, kurz nachdem er in seinem Hotel eincheckt, und überführen den Slowaken ins Gefängnis.
Ohne Helm gehts nicht, mit Helm auch nicht
Am Training darf Wladislaw Heraskewitsch (27) noch teilnehmen, doch danach ist Schluss. Grund dafür ist sein Helm. Der Skeleton-Profi hat darauf 20 Bilder von Kindern und Athleten abgebildet, die im Ukraine-Krieg ums Leben gekommen sind. Das IOC droht mit einem Verbot, weil der Kopfschutz gegen die Regeln der Olympischen Charta bezüglich politischen Statements verstosse. Doch Heraskewitsch hält an seinem Vorhaben fest, an den Wettkämpfen mit besagtem Helm anzutreten. «Ich werde diese Athleten nicht hintergehen», sagt er nach dem letzten Trainingstag. Der ukrainische Verband unterstützt den Skeleton-Piloten und stellt dabei klar, dass es sich beim Design um eine Würdigung handle, nicht um ein politisches Statement.
Trotzdem gipfelt der Streit in einer Disqualifikation. Noch vor dem Urteil versucht IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) höchstpersönlich einen Kompromiss mit Heraskewitsch zu finden, doch dieser gibt nicht nach und kündigt einen Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) an. Dieser wurde von der Ad-hoc-Kommission allerdings abgelehnt, der Ausschluss ist somit bestätigt. In der Begründung des CAS hiess es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien «ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu äussern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Leistungen an der Wettkampfstätte zu erhalten.»
Liebesbeweis im Live-TV
Nach seinem Bronze-Erfolg im Biathlon überrascht der Norwege Sturla Holm Lägreid (28) im Siegerinterview. Aus dem Nichts gesteht der Medaillengewinner, seine Freundin betrogen zu haben. Dabei beginnt Lägreid damit, dass er vor einem halben Jahr die Liebe seines Lebens getroffen hätte, und schwärmt von ihr als «der schönsten, tollsten Person der Welt». Vor drei Monaten habe er jedoch «den grössten Fehler meines Lebens begangen und wurde ihr untreu». Der Norweger erklärt vor Millionenpublikum, dass er sich im Vorfeld vorgenommen habe, darüber zu sprechen und es seiner Freundin eine Woche zuvor bereits mitgeteilt hatte. Ein Paar sind die beiden nicht mehr, doch der Biathlet hofft mit seiner Aktion noch auf eine zweite Chance.
Mit Privatjet an Olympia
Störgeräusche dominierten Jutta Leerdams (27) Aufenthalt in Italien. Mit ihrem Lebenspartner polarisiert die niederländische Eisschnellläuferin einen Tag vor ihrem Wettkampf. Der US-amerikanische Influencer und Boxer Jake Paul (29) schenkt ihr einen Eimer voller Rosen und sagt in ihrem Beisein in die Kamera: «Hallo, ihr kleinen Kinder. Hier sind eure Eltern. Ihr seid noch nicht einmal geboren. Wir nehmen ein Video für euch auf. Eure Mutter greift gerade nach Gold.» Damit entfacht Paul Gerüchte um eine Schwangerschaft. Dazu kommt, dass Leerdam massenhaft Kritik aus dem eigenen Land einstecken muss, weil sie mit einem Privatjet anreist und mit Ausnahme des niederländischen Rundfunks alle Medien boykottiert. Umso grösser ist die Erleichterung bei Leerdam, als sie die Goldmedaille in der 1000-m-Disziplin tatsächlich holt.
Abkürzung erlaubt
Mathis Deslogens (23) ist im Skiathlon U23-Weltmeister. Bei den Grossen hat der Franzose bisher aber noch keine Weltcup-Podestplätze eingefahren. Umso beeindruckender ist deshalb seine Silbermedaille an den Olympischen Winterspielen. Die Legitimität wird jedoch von einigen Experten angezweifelt, weil Deslogens während des Rennens eine Abkürzung nimmt. Als Teil der fünfköpfigen Spitzengruppe biegt der Franzose im Skating-Abschnitt zu früh ab, verlässt kurzzeitig den markierten Streckenverlauf und verkürzt so seine Distanz. Den Fehler bemerkt er erst, als seine Konkurrenten einen Korridor später einlenken. «Das ist abgekürzt. Das ist jenseits des Sports! Oh Gott, oh Gott! Er hätte zurückgemusst! Das gibt jetzt die Riesendiskussion», ruft Eurosport-Kommentator Marc Rohde ins Mikrofon. Diese folgt prompt, nachdem die Jury seinen Regelverstoss mit einer Verwarnung ahndet. Besonders die Experten im norwegischen Fernsehen wüten über die Entscheidung, doch am Ausgang ändert dies nichts. Deslogens wird nach dem Rennen mit der Silbermedaille geehrt.
Ausgelassene Nacht führt zu Heimreise
Statt seine Schützlinge auf der Grossschanze zu unterstützen, muss der Trainer des finnischen Skisprung-Teams, Igor Medved (44), nach Hause fliegen. Teamdirektor Janne Hänninen erklärt den Entscheid gegenüber der «Bild»: «Es geht um Alkoholprobleme». Dabei verstosse der Trainer klar gegen die Teamregeln. Vor seiner Heimreise zeigt sich der Skisprung-Trainer reumütig: «Ich habe einen Fehler gemacht und es tut mir sehr leid», und erklärt später: «Nach dem Wettkampf (Mixed-Springen, Anm. d. Red.) erhielt ich eine Einladung zur Feier der slowenischen Goldmedaille. Ich hatte nichts gegessen, und dann wirkte der Alkohol.»
Der Curling-Star ist ein Baby
Briar Schwaller-Hürlimann (32) und ihr Ehemann Yannick Schwaller (30) sind im Curling-Mixed-Wettbewerb bereits ausgeschieden. Bei den Männern hat die Schweiz aber noch gute Chancen auf eine Medaille. Das Team rund um Yannick Schwaller besetzt auf der Weltrangliste aktuell den zweiten Platz. Der Start gelingt, die Schweizer gewinnen ihre ersten beiden Spiele. Doch der heimliche Star in der Curling-Welt ist Briars und Yannicks Sohn River. Die Aufnahmen, wie er neben dem Curling-Rink während der Mixed-Partie mit einem Besen spielt, gehen viral. «Wir haben nie gedacht, dass das solche Wellen schlägt. Meine Frau und ich wollten nach dem Spiel einfach etwas Zeit verbringen. Er ist megasüss und macht viel Spass.»
Jetzt folgen – und nichts von Olympia verpassen. Mit der neuen Funktion bleibst du während der Winterspiele in Mailand/Cortina stets auf dem Laufenden. Ticker, Berichte, Analysen oder Reportagen – die ganze Palette der Berichterstattung wird dir als Follower automatisch aufs Handy gepusht. Mehr Infos gibts hier.
Follower werden ist ganz einfach. Unten auf den Button klicken, dannn auf der Olympia-Seite auf das Plus-Symbol. Danach kannst du dich einloggen, News-Pushs abonnieren (nur auf der App), und schon bist du ein Follower.
Jetzt folgen – und nichts von Olympia verpassen. Mit der neuen Funktion bleibst du während der Winterspiele in Mailand/Cortina stets auf dem Laufenden. Ticker, Berichte, Analysen oder Reportagen – die ganze Palette der Berichterstattung wird dir als Follower automatisch aufs Handy gepusht. Mehr Infos gibts hier.
Follower werden ist ganz einfach. Unten auf den Button klicken, dannn auf der Olympia-Seite auf das Plus-Symbol. Danach kannst du dich einloggen, News-Pushs abonnieren (nur auf der App), und schon bist du ein Follower.
