J. D. Vance wird bei Olympia-Eröffnungsfeier ausgebuht
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TV-Ausschnitt zeigt:J. D. Vance wird bei Olympia-Eröffnungsfeier ausgebuht

Wirbel im US-Team
Trump attackiert Olympia-Athleten wegen Kritik an Politik

In Italien wird das gespaltene Amerika sichtbar. US-Athleten sprechen bei Olympia offen über ihre Scham für die Heimatpolitik. Fans wollen nicht erkannt werden. Präsident Trump reagiert mit harten Worten.
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US-Amerikanische Athleten und Athletinnen kritisieren an den Olympischen Spielen die Politik in ihrem Heimatland. Eiskunstläuferin Amber Glenn sagt, dass Schweigen keine Option sein.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • US-Fans zeigen weniger Patriotismus bei Olympischen Spielen 2026 in Italien
  • Viele Athleten kritisieren Politik der USA, Trump greift sie verbal an
  • Mikaela Shiffrin betont Werte wie Inklusion und Diversität während der Spiele
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Olympische Spiele sind immer auch eine Bühne für Patriotismus. Kaum ein Land zelebriert seine Herkunft so gerne wie die US-Amerikaner. «Stars and Stripes» auf Jacken, Wangen und Flaggen auf den Tribünen, die Hymne wird laut mitgesungen.

Amerikanische Athleten und Fans zeigen mit Stolz, woher sie kommen – eigentlich. Denn an den Spielen in Italien ist alles etwas anders. Das verdeutlicht eine Begegnung im Bus von Bormio nach Livigno. Darin sitzen zwei Geschwister aus den USA. Einen Hinweis auf ihre Herkunft liefert nur eine Mütze des NFL-Teams der Kansas City Chiefs.

Auf die Frage, wo ihre Fan-Ausrüstung sei, antworten die beiden leise: «Wir haben nichts dabei, weil wir uns für die Politik in unserem Land schämen.» Sie hätten Angst vor Reaktionen gehabt und seien lieber inkognito unterwegs.

Trump teilt gegen Athleten aus

Ihre Aussagen stehen sinnbildlich für das gespaltene Bild der USA an diesen Olympischen Spielen. Was mit Pfiffen bei der Eröffnungsfeier gegen US-Vizepräsident JD Vance (41) begann, geht nun weiter mit kritischen Äusserungen der Athleten. 

Der amerikanische Freestyle-Skifahrer Hunter Hess (27) sprach offen von «gemischten Gefühlen», die USA zu vertreten. «Es gibt offensichtlich vieles, das mir nicht gefällt und ich glaube, vielen anderen auch nicht.»

Für ihn gehe es vor allem darum, «meine Freunde und meine Familie zu Hause zu repräsentieren» und «all das, was ich persönlich an den USA für gut halte». Die Reaktion aus dem Weissen Haus auf seine Wortmeldungen folgte prompt. 

US-Präsident Donald Trump (79) griff Hess auf seiner Plattform Truth Social frontal an und bezeichnete ihn als «real loser», als einen echten Verlierer. Es sei «sehr schwer, für jemanden wie ihn zu jubeln».

Shiffrin zitiert Mandela

Auch der Freestyle-Sportler Chris Lillis (27) erhob seine Stimme, er sei «todunglücklich», wenn er sehe, was aktuell in den USA vor sich gehe. Als Land müsse man sich darauf konzentrieren, die Rechte aller zu respektieren.

Die Eiskunstläuferin Amber Glenn (26) sprach von einer schwierigen Zeit für viele Gemeinschaften und davon, dass Schweigen keine Option sei. Ski-Star Mikaela Shiffrin (30) zitierte Nelson Mandela und sagte, sie wolle bei den Spielen Werte wie Inklusion und Diversität vermitteln. 

Doch noch mit US-Flagge unterwegs?

Die Gegenreaktion aus dem Trump-Lager wird immer heftiger. Forderungen nach Aberkennung der Staatsbürgerschaft, Vorwürfe der Illoyalität, scharfe Angriffe in den sozialen Medien häufen sich. 

Im Bus nach Livigno zeigen sich die beiden Geschwister aus den USA nachdenklich. «Eigentlich», sagen sie nach einer Pause, «hätten wir die Flagge trotzdem mitnehmen sollen. Schliesslich soll es hier um die Unterstützung der Athleten gehen und nicht um irgendwelche fragwürdigen Politiker.» 

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