Darum gehts
- Marco Odermatt startet am Montag in der Olympia-Team-Kombination auf der «Stelvio»
- Bernhard Russi sieht darin eine Chance, Vertrauen nach Abfahrtspleite zurückzugewinnen
- Cheftrainer wählt Paarung Odermatt/Meillard, von Allmen tritt mit Nef an
Die Enttäuschung nach dem vierten Abfahrtsrang ist bei Marco Odermatt schnell der neuen Angriffslust gewichen. Bereits am Samstagabend strahlte der Nidwaldner beim gemütlichen Höck in der Keller-Lounge seines Kopfsponsors ordentlich Zuversicht aus. Und deshalb wird er am Montag auch in der erstmals im Olympia-Programm fungierenden Team-Kombination antreten.
Zur Erinnerung: Vor zwölf Monaten hat Odermatt bei der WM in Saalbach auf dieses Format verzichtet. Auch deshalb, weil ihm sein Papa Walti den Ratschlag gegeben hat, dass er sich anstelle dieses Wettkampfs besser auf den Riesenslalom fokussiert.
Doch in der jetzigen Situation findet es auch der Senior gut, dass sein 28-jähriger Sohn die Team-Kombi auf der «Stelvio» bestreiten wird. «Die Ausgangslage ist jetzt eine anders als im Vorjahr, weil diese Kombination in Saalbach nach den Speed-Rennen angesetzt wurde. Jetzt ist diese Team-Kombi auch eine gute Vorbereitung auf den Super-G, er kann hier auch neues Selbstvertrauen tanken.»
«Die Situation ist jetzt eine andere»
Blick-Experte Bernhard Russi hat sich in der vorletzten Woche im Après-Ski-Podcast gegen Odermatts Start in dieser neuen Sparte ausgesprochen. «Aber zu diesem Zeitpunkt bin ich ja auch noch fest davon ausgegangen, dass Marco Olympiasieger in der Abfahrt wird», begründet der Abfahrts-Olympiasieger von 1972. «Aber jetzt ist die Situation eine andere. Nach der Enttäuschung in der Abfahrt geht es jetzt darum, das Vertrauen zurückzugewinnen. Und das funktioniert am besten mit dem Gewinn einer Medaille. Und die Chance auf Edelmetall in der Team-Kombi ist gross.» Auch Stöckli-Rennchef Marc Gisin begrüsst diese Entscheidung von Odermatt. Und er ergänzt: «Es ist gut, dass Marco startet, um vor dem Super-G im Rhythmus zu bleiben.»
Die Entscheidung des Cheftrainers
Weil Franjo von Allmen in Saalbach WM-Gold in der Team-Kombination mit Loïc Meillard gewonnen hat, sind nach dem Abfahrts-Olympiasieg vom Berner Oberländer diverse Fans davon ausgegangen, dass er auch diesmal ein Duett mit dem Slalom-Weltmeister bilden werde. Doch dem ist nicht so.
«FvA» geht mit Tanguy Nef ins Rennen. Es ist Odermatt, der mit Meillard auf Medaillen-Jagd geht. Cheftrainer Tom Stauffer hat sich für diese Paarung entschieden, weil Odermatt in der Abfahrtsweltrangliste vor von Allmen fungiert, Meillard ist die Schweizer Nummer 1 in der Slalom-Wertung. Die restlichen Schweizer Teams bestehen aus Alexis Monney/Daniel Yule und Stefan Rogentin/Matthias Iten.