Wie verarbeitet man, dass man nur knapp überlebt hat?
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Nach Dettwilers Horror-Crash:Wie verarbeitet man, dass man nur knapp überlebt hat?

Noah Dettwiler redet über seinen Horror-Crash und wie die Liebe ihm half
«Wir haben eine sehr schwierige Zeit hinter uns»

Noah Dettwiler (20) spricht erstmals über seinen Horrorunfall beim Malaysia-GP 2025, bei dem er mehrere Herzstillstände überlebte. Nun plant der frühere Moto3-Pilot ein Comeback. Auch dann an seiner Seite: Freundin Canelle Nativi.
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Noah Dettwiler redet erstmals öffentlich über seinen schweren Töff-Crash und seine Zukunft. Der Rennfahrer gibt in Eich eine Pressekonferenz.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Töff-Rennfahrer Noah Dettwiler überlebte Horrorcrash in Malaysia am 29. Oktober 2025
  • Dettwiler erlitt mehrere Herzstillstände, hat jedoch keine traumatischen Erinnerungen
  • Am 29. März 2026 plant er Comeback auf einer Rennmaschine
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Noah Dettwiler (20) ist wieder ganz der Alte. Das Baseldeutsch sprudelt wie eh und je aus dem Töff-Rennfahrer. Kaum zu glauben, dass sein lebensgefährlicher Crash in Malaysia erst 18 Wochen her ist. Nun redet der Solothurner mit dem Basler Herzen und dem Wohnsitz in Barcelona in Eich LU erstmals öffentlich über das Drama von Sepang.

«Mir ist bewusst, dass ich sehr viel Glück hatte. Die Ärzte sagten, das hätte nicht jeder überlebt», schildert Dettwiler. Sein topfitter Körper als Lebensrettung? Gut möglich. «Vom Unfalltag weiss ich nicht viel, nur noch zwei, drei Sachen vom Vormittag. Ich habe kein Trauma vom Unfall», schildert er.

Dettwiler wird auf Aufwärmrunde heftig abgeschossen
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Übler Crash in Malaysia:Dettwiler wird auf Aufwärmrunde heftig abgeschossen

«Das Unfallvideo löst keine besonderen Emotionen aus»

Es war am Renntag des Malaysia-GP, als der Schweizer Moto3-Pilot auf der Besichtigungsrunde mit technischen Defekt langsam und von Weltmeister José Antonio Rueda (20) fürchterlich abgeschossen wurde. Dettwiler überlebte mehrere Herzstillstände. «Ich kann heute das Video anschauen, es löst keine besonderen Emotionen aus», sagt er.

Am emotionalsten wird der 20-Jährige am Montag, als er sich bei seinem engsten Umfeld für die enorme Unterstützung in den vergangenen Monaten bedankt. «Für sie war es offenbar selbstverständlich. Für mich nicht. Ihre Unterstützung war enorm und hat mir extrem geholfen.»

Seine Familie mit Schwester Noëlle, den Eltern Nicole und Andy sowie Freundin Canelle Nativi stand ihm auf der Intensivstation in Kuala Lumpur, später auch im Zürcher Spital sowie in den Reha-Zentren in Bellikon AG und in der Basler Rennbahnklinik stets zur Seite.

Am Medientermin am Sempachersee ist Dettwilers Freundin vor Ort dabei. Für die Französin hält der Rennpilot eine richtiggehende Liebeserklärung bereit. «Wir haben eine sehr schwierige Zeit hinter uns, sie war immer für mich da», sagt Dettwiler zu Blick, «doch jetzt geht es uns wieder sehr gut, wir sind sehr glücklich.»

Als der Horrorunfall passierte, war Nativi in Europa und bangte zunächst aus der Ferne. «Ich habe dann am Mittwoch (der Unfall war am Sonntag, Anm. d. Red.) entschieden, dass ich auch rüber fliege», sagt die Schwester von Nachwuchsrennfahrer Antoine Nativi. Ab diesem Moment weicht sie wie seine Familie kaum noch von der Seite ihres Freundes. «Sie hat im Spital so viel geholfen, dass sie bald glaubten, sie arbeite in der Klinik», sagt Dettwiler schmunzelnd. «Es ist wunderschön, eine solch enge Bezugsperson zu haben, die in guten und schlechten Zeiten zu einem hält.»

Jetzt dreht sich alles ums Debüt in der italienischen Meisterschaft

Die beiden lernten sich 2021 in Spielberg kennen, als der Schweizer dort den Red-Bull-Rookies-Cup bestritt. Der Kontakt riss nicht mehr ab, 2024 wurden sie ein Paar. Nativi zog zu Dettwiler nach Barcelona, wo er wegen der Trainingsbedingungen lebt. Er sagt: «Wir wohnen jetzt über ein Jahr zusammen. Für mich ist klar, dass wir eine gemeinsame Zukunft haben.»

Mittlerweile arbeitet Nativi auch für ihren Freund, sie betreut seine Social-Media-Kanäle. Da wirds im besten Fall bald wieder Töff-Action zu sehen. Dettwiler will wieder Rennen fahren. In der ersten Reha-Phase sei der Gedanken noch weit weg gewesen, doch dann habe sich immer mehr der Comebackwunsch ergeben. «Natürlich habe ich auch mit meinen Eltern darüber diskutiert. Aber sie lassen mich mein Ding machen und unterstützen mich sowieso.»

Für die Rückkehr in den Grand-Prix-Sport war er im Winter körperlich jedoch noch zu wenig weit – jetzt steigt er in die italienische Supersport-Meisterschaft ein, der Vertrag ist unterschrieben. Am 29. März will er erstmals wieder eine Rennmaschine steuern. «Ich weiss nicht, was es mental mit mir machen wird, wenn ich erstmals wieder mit 280 km/h fahre. Aber deshalb will ich es so schnell wie möglich herausfinden!»

Ende April wartet in Misano das erste Rennen. Aber noch ist der Start nicht fix. Dettwiler hat körperlich zwar in den 18 Wochen enorme Fortschritte gemacht, doch auch wegen des Metalls im linken Bein ist die Beweglichkeit noch eingeschränkt. «Joggen geht noch nicht, aber wir machen viel Schwimmen und Velofahren», schildert er.

Klar ist: Egal, wann er tatsächlich wieder Rennen fährt, Freundin Canelle wird vor Ort dabei sein.

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