«Heute bin ich irgendwie böser»
800-Meter-Star Werro greift mit neuer Härte an

Mit ihrer Silbermedaille von der Hallen-WM hat Audrey Werro den Sprung an die Weltspitze geschafft, am Sonntag glänzt sie als Siegerin in der Diamond League zum Auftakt der Freiluft-Saison. Jetzt spricht die 22-Jährige über ihren Wendepunkt.
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800-Meter-Ass Audrey Werro hat grosse Ambitionen für die kommende Freiluftsaison.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Audrey Werro gewinnt nach WM-Silber nun auch in der Diamond League
  • Ziel einer weiteren Medaille an der EM in Birmingham
  • Keely Hodgkinson bleibt wohl stärkste Konkurrentin für Werro
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Yara VettigerRedaktorin Sport

«Es war notwendig, diese erste Medaille zu gewinnen, um zu zeigen, dass ich nun zu den besten Athleten der Welt gehöre.» Audrey Werro sagt diesen Satz ohne Pathos, eher nüchtern – und genau das macht ihn so stark. Die 22-jährige Freiburgerin hat sich endgültig in der Weltspitze eingerichtet. 

Zuerst holt sie im März die Silbermedaille an der Hallen-WM in Polen. Nun siegt sie am Sonntag zum Auftakt ihrer Freiluft-Saison beim Diamond-League-Event in Rabat. Ihre Zeit? 1:56,56 Minuten. So schnell war diese Saison outdoor noch keine. 

WM-Silber in der Halle war erst der Anfang

Was da von Werro 2026 wohl noch alles kommt? Ihr Start ins Jahr an der Hallen-WM ist ein Ausrufezeichen. Sie läuft hinter Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (24) auf Rang zwei, holt WM-Silber und einen Schweizer Rekord obendrauf. Ein Rennen, das für sie mehr ist als nur ein Resultat. Es ist der Moment, in dem sich etwas verschiebt.

Wirklich gefasst hat sie das alles aber erst später. «Ich habe eine kleine Weile gebraucht, um das alles zu realisieren», erzählt Werro. «Mit etwas Abstand ist es eine schöne Belohnung für all die Jahre, in denen ich immer nahe am Podest war.»

Eine Medaille soll her

Nun deutet sie in Rabat schon mehr als an, dass die Hallen-WM keine Eintagsfliege war, sondern der neue Standard. Druck? Spüre sie keinen. «Ich sehe das nicht als Last», sagt Werro. «Jedes Jahr will ich mich weiterentwickeln.» Der grosse Fokus liegt auf dem Sommer und der EM in Birmingham. Dort will Werro wieder angreifen – und diesmal nicht nur mitlaufen, sondern wieder aufs Podest. «Das Ziel ist eine Medaille», sagt sie. Und: «Ich hoffe, dort einen der schönsten Tage meines Lebens zu erleben!»

Taktisch arbeitet sie weiter an den Details. Entscheidungen im Rennen, Szenarien lesen, flexibel reagieren. Ihr Lieblingsmodus bleibt trotzdem klar: vorne laufen. «Dort fühle ich mich am wohlsten, aber ich habe auch bewiesen, dass ich im Pulk laufen kann», erzählt sie.

Auch mental hat sich etwas verändert. Mit Sportpsychologe, Visualisierung, Rennsimulationen. Und mit einer neuen Härte. «Früher war es manchmal schwierig, meinen Platz zu finden», sagt sie. «Heute bin ich irgendwie ‹böser›.» Sie lacht. Und sagt anschliessend: «Wenn ich auf die Bahn gehe, bin ich nicht die gleiche Person wie ausserhalb.»

Neue Weltklasse-Gegnerin

Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Keely Hodgkinson bleibt das Mass aller Dinge, und mit Femke Bol (26) kommt einer der grössten Namen der Leichtathletik neu dazu. Vorher war die Holländerin über 400 Meter, 400 Meter Hürden und im 4x400 Meter extrem erfolgreich.

Für Werro ist das keine schlechte Nachricht – im Gegenteil. «Femkes Wechsel wird unserer Disziplin noch mehr Aufmerksamkeit geben. Von jetzt an werden die Fans der 400 m die Rennen der 800 m verfolgen», sagt sie lächelnd. Angst vor den grossen Namen hat sie ohnehin keine. Auf die Frage, ob sie Hodgkinson schlagen könne, antwortet Werro ohne zu zögern: «Ja! Niemand ist unbesiegbar.»

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