«Ich würde lieber Götzis gewinnen als EM-Gold»
Zehnkampf-Held Ehammer macht seine Kampfansage wahr

Er sprach davon wie von einem Lebenstraum. Jetzt hat Simon Ehammer das legendäre Meeting in Götzis gewonnen – und damit genau jenes Ziel erreicht, das ihm sogar wichtiger ist als EM-Gold.
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Götzis war ihm wichtiger als die EM. Nun hat sich Simon Ehammer den Traum vom Sieg erfüllt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Simon Ehammer triumphiert in Götzis mit einem Schweizer Rekord von 8778 Punkten
  • Sein Weitsprung von 8,51 Metern stellt einen Mehrkampf-Weltrekord auf
  • Mit zwei grossen Erfolgen 2026 stärkt Ehammer seine Stellung im Mehrkampf
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Yara VettigerRedaktorin Sport

Vor drei Wochen sass Simon Ehammer (26) beim Medientag von Swiss Athletics vor den Journalisten und sagte einen Satz, der selbst Leichtathletik-Insider etwas erstaunte. «Ich würde lieber Götzis gewinnen als EM-Gold.» Jetzt ist klar: Die EM im August in Birmingham wird für Super-Ehammer zur Nebensache.

Denn der 25-Jährige triumphiert tatsächlich erstmals beim legendären Meeting in Götzis. Es ist das Mehrkampf-Mekka in Vorarlberg und der prestigeträchtigste Anlass der Szene. Wer Götzis gewinnt, ist im Mehrkampf ein König. Ganz egal, welche Medaillen sonst noch im Palmarès glänzen. Mit 8778 Punkten verbessert Ehammer seinen Schweizer Rekord deutlich und lässt auch den deutschen Weltmeister und Olympia-Zweiten Leo Neugebauer (25) hinter sich. Wie auch Tokio-Olympiasieger Damian Warner (36, Ka). 

Dabei hatte der Appenzeller noch vor wenigen Wochen offen darüber gesprochen, wie schwierig die Zeit nach seinem historischen Hallen-Weltrekord in Polen gewesen sei. Der Körper sei müde gewesen, die Emotionen hätten ihn eingeholt, und die ersten Trainings hätten sich «scheisse» angefühlt. Davon war in Götzis nichts mehr zu sehen.

Rekordsammler Ehammer

Bereits am ersten Wettkampftag ist Ehammer nicht zu bremsen. In seiner Paradedisziplin, dem Weitsprung, fliegt er auf sensationelle 8,51 Meter – was nicht nur einen neuen Schweizer Rekord, sondern auch einen neuen Mehrkampf-Weltrekord bedeutet. Wahnsinn: Sein Punktestand bei Halbzeit (4762) ist ebenso Weltbestwert. 

Am Sonntag vollendet der Hallen-Weltmeister sein historisches Werk. Ehammer ist erstmals Sieger im Möslestadion: «Für uns Mehrkämpfer ist ein Sieg in Götzis ein Ritterschlag.» Und weiter: «Dort starten die Besten der Besten. Sich in diese Siegerliste einzutragen, ist eine unglaubliche Ehre.»

Dass er tatsächlich das Zeug dazu hat, ahnte Ehammer bereits Anfang Mai. Ehammer damals: «Wenn ich fit bin, gehe ich dort mit Bestleistung vom Platz.» Eine Woche vor Götzis fühlte er sich beim Vorbereitungswettkampf jedoch nicht wirklich glänzend. Gegenüber SRF sagte er: «Noch am letzten Wochenende fühlte sich mein Körper nicht gut an. Ich scherzte mit meinem Trainer, dass ich so in Götzis gar nicht starten müsse. Das war vielleicht etwas extrem. Denn jetzt stehe ich da als Sieger mit einer Weltklasse-Punktezahl!»

Sponsor verlängert den Vertrag

Der Appenzeller sammelt damit bereits den zweiten ganz grossen Meilenstein des Jahres. Im März pulverisierte er den Hallen-Weltrekord im Siebenkampf. Nun folgt der Sieg in Götzis. Zwei Erfolge, von denen viele Athleten in ihrer gesamten Karriere nur träumen dürfen.

Passend dazu gab es zuletzt auch abseits der Bahn gute Nachrichten: Wie Blick weiss, verlängerte Sponsor Red Bull die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Aushängeschild. Und was ist jetzt mit der EM in Birmingham?

So ganz unwichtig ist sie doch nicht. Auf seine Chancen bei den nächsten Sports Awards angesprochen, meinte Ehammer lachend, für die Auszeichnung als Sportler des Jahres müsse er wohl einfach Götzis gewinnen, EM-Gold holen und die Ultimate Championship gewinnen. Den ersten Haken kann er jetzt bereits setzen. 

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