Nach der 1:5-Klatsche gegen Leader Thun entlässt GC am Montagabend seinen Trainer Gerald Scheiblehner (49). Der Österreicher, der erst zu Beginn der laufenden Saison zum Schweizer Rekordmeister stiess, hinterlässt aufgrund seiner markanten Aussagen bleibenden Eindruck.
So etwa mit seiner ironischen Art, die er bereits an seinen ersten Tagen in Niederhasli zeigte: «Wir brauchen grössere Tore. Ich habe dem Platzwart bereits Bescheid gegeben», frotzelte der 49-Jährige nach einer durchwachsenen Abschluss-Leistung seiner Spieler. Blick hat fünf seiner besten Zitate aus der kurzen Amtszeit bei den Grasshoppers zusammengetragen.
Käse und Brot
Als er Anfang Juli – ganz zu Beginn seiner Zeit bei GC – im Blick-Interview nach Unterschieden zwischen seinem Heimatland Österreich und der Schweiz gefragt wurde, verwies er mit einem Augenzwinkern auf die hohen Kosten für ein Abendessen: «Da glaubt man, dass man danach die Wohnung nicht mehr bezahlen kann. Aber wir haben uns schon angepasst und die letzten zwei Tage Vollkornbrot und Käse im Hotel gegessen.»
«Es war nichts Böses»
Viel Aufsehen erregte seine Reaktion nach dem 1:0-Siegtreffer gegen den FC Winterthur im November, als er sich mit den gegnerischen Fans anlegte. Er provozierte die Winti-Anhänger, indem er das Resultat mit den Händen signalisierte, woraufhin Würste, Brote und Bierbecher von den Rängen flogen – Scheiblehner jubelte unbeeindruckt weiter.
Nach der Partie spielte er dann das Unschuldslamm: «Es war nichts Böses, aber Emotionen gehören im Derby dazu. Die Fans haben während der gesamten Spielzeit von hinten provoziert. Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass meine Mannschaft zurückgeschlagen hat.»
Stirnrunzeln nach Favoriten-Aussage
Während die GC-Fans ihren damaligen Trainer im vorherigen Kontext noch feierten, sorgte seine Aussage, GC sei «in keinem Spiel der Super League Favorit», kurz vor dem dritten Saison-Derby für verbreitetes Stirnrunzeln. Diese Worte kamen unerwartet – besonders, da er nur wenige Monate zuvor mit der Parole «Derbys spielt man nicht, sondern gewinnt man» die GC-Fans angestachelt und kurz darauf den Derby-Sieg eingefahren hatte.
Arzt-Vergleich im Abstiegskampf
Mitten im Abstiegskampf betonte Scheiblehner, dass der Druck angesichts der schwindenden Anzahl an Partien stetig steige. Dies gehöre jedoch zum Geschäft und man müsse mit dieser Belastung umgehen können.
In bester LeBron-James-Manier versuchte er, die Spannung etwas zu lösen. Ähnlich wie der Basketball-Star, der mit der legendären Aussage «At the end of the day, it's just basketball» (dt. «Am Ende des Tages ist es einfach Basketball») für Debatten über seine Mentalität sorgte, bewahrte der Österreicher trotz der prekären Lage der Hoppers seinen Humor: Das Schöne sei, dass es am Ende nur um Sport und Fussball gehe. «Ein Arzt, der operiert, hat einen ganz anderen Druck als wir.»
Die Sache mit dem Fitness-Level
Dass Scheiblehner ungeachtet seines Humors ein konsequenter Cheftrainer sein konnte, verdeutlichte er mit der ebenso klaren wie pikanten Ansage: «Im Herbst konnten einige Spieler das Tempo nicht mitgehen. Wir haben jedoch gemeinsam entschieden, darauf keine Rücksicht zu nehmen.»
Der Grund dafür war für ihn offensichtlich: «Ohne ein hohes körperliches Fitnesslevel haben wir keine Chance in der Liga.» Nun müssen die Spieler ohne Scheiblehner beweisen, dass sie auch nächstes Jahr in die Super League gehören.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 30 | 6 | 49 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 30 | 5 | 45 | |
7 | FC Luzern | 30 | 2 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 30 | -4 | 36 | |
9 | Servette FC | 30 | -8 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 30 | -46 | 19 |

