«Werden ein Superduo»
Boteli freut sich auf Nati-Kumpel und spricht über Wechsel-Veto

Die ganze Schweiz freut sich auf die Nati mit Shootingstar Winsley Boteli. Der Genfer kann die Spiele kaum erwarten und sagt: «Manzambi und ich werden ein Superduo bilden.» Und er hofft, eines Tages Alex Frei als Rekord-Torschützen abzulösen.
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Alain KunzReporter Fussball

Winsley Boteli, wie sind Sie in Genf aufgewachsen?
Winsley Boteli:
Normal. Wir waren vielleicht nicht reich, aber wir kamen gut durch mit unseren Mitteln. Mit den Jobs von Mama und Papa. Es mangelte uns nicht an lebenswichtigen Dingen.

Wo sind Sie aufgewachsen?
In Plan-les-Ouates im Süden von Genf. Dort bin ich auch in die Schule gegangen.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht?
Ich habe die kaufmännische Lehre abgeschlossen. Gemeinsam mit Johan Manzambi.

Ihre Zahnspange ist das äussere Symbol Ihrer Jugend. Die macht Sie so sympathisch – und unschuldig.
Sie ist cool. So sieht man, wie jung ich noch bin …

Wie lange müssen Sie sie noch tragen?
Maximal ein Jahr.

In der Lokalzeitung «Le Nouvelliste» konnte man lesen, dass Sie ganz gerne Interviews geben. Bei den meisten Fussballern hat man dieses Gefühl nicht.
Das mag sein. Ich kann nur für mich sprechen. Und ich finde es wichtig, dass die Leute wissen, wer Winsley Boteli ist und wie er tickt. Dazu muss ich etwas über mich erzählen.

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Vereint in Belek: Die beiden dicken Genfer Kumpel Winsley Boteli (r.) und Johan Manzambi.
Foto: Toto Marti

Dann können sich die Journalisten also freuen!
Sie werden auch mit mir nicht immer glücklich sein. Aber ich denke, dass ich ein gutes Verhältnis zu ihnen habe.

Warum haben Sie sich eigentlich für Sion und nicht St. Gallen entschieden, als Sie von Mönchengladbach wegwollten, um Spielpraxis zu sammeln?
Der Entscheid fiel mir nach den ersten Kontakten mit Barthélémy Constantin ziemlich einfach. Ich mag die Art, wie er spricht. Unfiltriert und natürlich. Wir haben uns dann einige Male getroffen.

Dabei war St. Gallen zu diesem Zeitpunkt sportlich erfolgreicher als Sion.
Das stimmt. Aber mich hat das Projekt von Sion überzeugt. Und der Plan, den Barth mit mir hatte. Das war für mich wichtiger als der Erfolg der aktuellen Mannschaft.

Winsley Boteli persönlich

Winsley Boteli Mokango wird am 5. Juli 2006 in Genf als Sohn von Eltern aus der Demokratischen Rebublik Kongo geboren. Er durchläuft die Junioren von Servette und macht das KV. Mit 16 wechselt er in den FohlenStall von Borussia Mönchengladbach, obwohl ihn auch Bayern München wollte. Als er U19-Torschützenkönig wird, verlängert die Borussia seinen Vertrag. In deren U23 macht er 36 Spiele und sieben Tore, bevor er an den FC Sion ausgeliehen wird. Mit einer Kaufoption für die Walliser in der Höhe von 3,5 Millionen Franken. Nach einer ersten Super-League-Saison mit nur zwei Startelf-Einsätzen und acht Toren löst Sion die Option ein. In dieser Saison ist Boteli gesetzt. Und hat in der Liga bereits 6-mal und in der Conference-League-Quali 7-mal getroffen. Boteli durchläuft alles Juniorenauswahlen des SFV und entscheidet sich auf Nati-Stufe gegen den Kongo und für die Schweiz.

Winsley Boteli Mokango wird am 5. Juli 2006 in Genf als Sohn von Eltern aus der Demokratischen Rebublik Kongo geboren. Er durchläuft die Junioren von Servette und macht das KV. Mit 16 wechselt er in den FohlenStall von Borussia Mönchengladbach, obwohl ihn auch Bayern München wollte. Als er U19-Torschützenkönig wird, verlängert die Borussia seinen Vertrag. In deren U23 macht er 36 Spiele und sieben Tore, bevor er an den FC Sion ausgeliehen wird. Mit einer Kaufoption für die Walliser in der Höhe von 3,5 Millionen Franken. Nach einer ersten Super-League-Saison mit nur zwei Startelf-Einsätzen und acht Toren löst Sion die Option ein. In dieser Saison ist Boteli gesetzt. Und hat in der Liga bereits 6-mal und in der Conference-League-Quali 7-mal getroffen. Boteli durchläuft alles Juniorenauswahlen des SFV und entscheidet sich auf Nati-Stufe gegen den Kongo und für die Schweiz.

Im ersten Sion-Jahr waren Sie vor allem Joker. Klar: Ein Joker, der oft traf. Aber dennoch war es nicht selbstverständlich, dass ein Schweizer Klub einen Schweizer Spieler für weit über drei Millionen Franken kauft.
Ich denke, der Kauf war eine natürliche Folge dessen, was ich als Joker geleistet hatte. Dazu kommt die enge Verbundenheit zwischen der Familie Constantin und der Familie Boteli. Denn das ist weit mehr geworden als ein Arbeitsverhältnis oder eine Fussballpartnerschaft. Das ist eine persönliche Beziehung geworden. Deshalb war es natürlich, hierzubleiben.

Sie mussten den Präsidenten also kein bisschen anbetteln, Sie zu kaufen?
Kein bisschen. Das ergab sich ganz natürlich. Ohne jeden Druck.

Haben Sie sich jemals erträumen können, dass Sie nach der guten ersten Saison als Joker in zweieinhalb Monaten derart explodieren würden?
Ich bin sehr ambitioniert. Wenn du ehrgeizig bist, gibt es nichts, was dich davon abhalten kann, deine Ziele und Träume zu erreichen. Ich dachte schon, dass ich dank meines Spiels und meines Potenzials, zu dem imstande bin, was ich nun geleistet habe. Was ich nicht gedacht habe: in dieser kurzen Zeit.

«Bin froh, dass ich jetzt ein A-Nati-Spieler bin»
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Boteli über Nominierung:«Bin froh, dass ich jetzt ein A-Nati-Spieler bin»

Das Tempo war ja unfassbar! Wie erleben Sie diesen Moment auf der Überholspur?
Gut. Weil ich immer davon geträumt habe, das zu erreichen.

Und dann kommt die DR Kongo und versucht, in diesen Traum hineinzugrätschen. Mit wie grosser Erfolgsaussicht?
Wir haben gesprochen. Aber das war alles telefonisch. Es gab also keine persönlichen Kontakte. Und ich hatte nicht vor, meine Meinung zu ändern.

So kam es dann doch nicht zu Ihrem Treffen mit dem Staatspräsidenten, der Sie ins Land einladen wollte?!
Davon hatte ich keine Kenntnis.

Also kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass sich die Schweiz nie hat Sorgen machen müssen um Sie.
Ich habe alle Juniorenauswahlen mit der Schweiz bestritten. Deshalb wollte ich meine Nationalität nicht plötzlich ändern, nur weil ich Profi geworden war. Es ist doch eine logische Wahl, wenn man sich für das Land entscheidet, in dem man geboren wurde, aufgewachsen ist und Fussball gespielt hat.

Diese Meinung teilen wir. Und doch gibt es viele Beispiele von Fussballern, die ihre Nationalität nach der Juniorenzeit gewechselt haben. Weil dann die Herkunft zum Thema wird. Hat Sie Ihr Vater umzustimmen versucht?
Es war meine Entscheidung. Nur meine. Dazu ist nun alles gesagt.

Okay, sprechen wir über die Gegenwart. Sie sind nun Spieler der Schweiz, rücken zum ersten Mal in die A-Nati ein. Gab es ein Nati-Idol aus Ihrer Jugendzeit, von dem Sie ein Shirt zu Hause haben?
Meine Idole waren nicht Schweizer, sondern die Besten der Welt. So wie Kylian Mbappé. Aber ich habe die Schweiz immer gern spielen sehen. Ich war Fan! Als Schweizer ist das doch normal – oder? Es gab zu meiner Jugendzeit aber nicht den ganz grossen Schweizer Stürmer. Am ehesten war das noch Breel Embolo. Aber ich sah Breel nicht als Idol, sondern einfach als sehr guten Spieler.

Aber es gab einen, den müssen Sie sehr gut kennen.
Wen?

Alex Frei, Ihr Coach zuletzt bei der U21.
Klar. Aber ich war zu jung.

Ups, stimmt. Als er seine beste Zeit bei Dortmund hatte, waren Sie zweijährig … Aber er ist immer noch Rekordtorschütze der Nati.
Das weiss ich. Mal schauen, wie lange noch.

Weil ihn eines Tages Winsley Boteli ablösen soll?
Keine Ahnung. Auf jeden Fall hoffe ich es.

Hat er Ihnen Tipps mit auf den Weg gegeben?
Ja. Aber weniger wegen der Nati – sondern, weil er ein grosser Stürmer war. Tipps eines grossen Stürmers sind immer hilfreich. Die Nationalmannschaft hingegen ist ja nichts Neues. Es ist jetzt einfach nicht mehr die U21, sondern die grosse Nati, wo einige ältere Spieler dabei sind. Mit denen werde ich sicher klarkommen.

Das Duo Manzambi/Boteli ist derzeit in aller Munde als die grosse Zukunftshoffnung der Nati. Wie sehen Sie das?
Ich denke, das ist durchaus realistisch. Wir haben beide enorme Ambitionen. Wir werden uns bloss noch auf dem Spielfeld so gut verstehen müssen wie ausserhalb. Aber da mache ich mir keine Sorgen. Coach Murat Yakin weiss genau, was er macht. Er wird sicher die perfekte Lösung finden, dass die Chemie zwischen uns stimmen wird. Er hat mich bereits gebrieft, was er von mir erwartet. Ich denke, wir werden ein Superduo abgeben!

Und dann kommt mit Alvyn Sanches noch ein dritter Hochbegabter neu dazu.
Er ist ein Superfussballer, ja.

Aber ihm sind Sie nie begegnet, weil er Lausanner und nicht Genfer ist.
Genau. Zudem waren wir in den Auswahlen nie zusammen, weil er drei Jahre älter ist.

Wenn Präsident Christian Constantin Sie für 30 Millionen Franken an Galatasaray verkauft hätte, würden Sie nach der Natipause in der Champions League gegen Barcelona spielen.
Mag sein. Aber der Moment war nicht der richtige. Ich werde eines Tages bestimmt gegen Barcelona spielen. Früher oder später. Und wenn der Präsident mich nicht hat gehen lassen, dann weiss er ganz genau, weshalb.

Teilen Sie die Ansicht, dass es zu früh gewesen wäre?
Ich teile diese Ansicht. Und wie die Dinge laufen, hat CC recht. Ich performe derzeit.

«Der Meistertitel ist nicht unrealistisch»
1:36
Constantin und Sion träumen:«Der Meistertitel ist nicht unrealistisch»

Was Ihnen aber fehlt, sind die europäischen Spiele, weil Sion die Conference-League-Ligaphase verpasst hat.
So ist das Leben. Wir haben uns nicht qualifiziert. Basta. Das ist nicht das Ende, sondern war eine gute Lehre. Wir haben immerhin doch zeigen können, wozu wir europäisch in der Lage sind.

Vor allem Sie. Wie viele Tore haben Sie Ajax Amsterdam eingeschenkt?
Äh. Drei? Ja. Drei!

Das ist nicht so schlecht gegen ein europäisches Topteam.
Das ist es nicht. Aber wichtiger wäre gewesen, sich zu qualifizieren.

Sollten Sie in der Tat für dreissig Millionen oder gar mehr gehen, wären Sie der teuerste Spieler, der je die Super League verlassen hat. Sind Sie sich dessen bewusst?
Das schmeichelt mir natürlich. Aber ich habe ja auch enorme Ambitionen – und ich arbeite hart. Harte Arbeit zahlt sich aus.

Haben Ihr Agent oder Ihre Familie Druck gemacht, den Transfer jetzt schon durchzuziehen?
Nein. Niemand hat mich dazu gedrängt.

Mit 30 Millionen wären Sie teurer als Embolo, als der vor zehn Jahren für 26 Millionen Euro zu Schalke 04 wechselte …
Ich will diesen Rekord. Aber dass es so schnell gehen könnte? Das hatte ich nicht erwartet.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
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9
20
25
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
9
13
19
3
FC Sion
FC Sion
9
9
19
4
FC Basel
FC Basel
9
0
13
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
9
-3
13
6
FC Luzern
FC Luzern
9
-1
12
7
FC Zürich
FC Zürich
9
-6
11
8
Servette FC
Servette FC
9
-2
10
9
FC Thun
FC Thun
9
-8
10
10
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
9
-11
8
11
FC Vaduz
FC Vaduz
9
-3
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
9
-8
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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