Darum gehts
- Schweizer Frauen-Duos sind Mitfavoritinnen an der Beachvolleyball-EM
- Brunner/Hüberli sind beflügelt von Gold-Triumph beim Elite16-Turnier in Hamburg
- Zwei Jahre nach Umbruch sind drei Duos nach Comebacks wieder Weltspitze
An der Beachvolleyball-Europameisterschaft im polnischen Stare Jablonki (ab Mittwoch) können unsere drei Frauen-Duos ein Wörtchen um eine Medaille mitreden. Weshalb das eine positive Überraschung ist? Vor zwei Jahren erst, direkt nach den Olympischen Spielen in Paris, wurde das Schweizer Frauen-Beachvolleyball-Team von einem Umbruch durchgeschüttelt.
Esmée Böbner (26) trat unmittelbar nach dem starken 5. Platz zusammen mit Zoé Vergé-Dépré (28) vom Spitzensport zurück. Letztere wechselte danach an die Seite ihrer Schwester Anouk (34), da deren Partnerin Joana Mäder (34) eine Babypause einlegte. Weil sich auch Nina Brunner (30) nach dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in den Mutterschaftsurlaub verabschiedete, spannte ihre Partnerin Tanja Hüberli (33) für 2025 mit Leona Kernen (21) zusammen.
Doch bereits in dieser zweiten Saison nach dem Umbruch ist (fast) alles wieder neu – und davor Bewährtes bereits gewachsen. Die Vergé-Dépré-Schwestern spielen auch 2026 zusammen. Mäder gab als Mama ihr Comeback und zählt neu auf die Dienste des Abwehrtalents Kernen. Und auch Brunner ist als Mutter in den Sand und an die Seite von Hüberli zurückgekehrt.
Zurück an der Weltspitze
Brunner/Hüberli feierten am Sonntag mit dem Goldgewinn beim Elite16-Turnier in Hamburg (De) einen eindrücklichen Triumph – es ist ihr dritter auf höchster Turnier-Stufe. Die Schweizerinnen bezwangen im Final mit den Lettinnen Graudina/Samoilova die amtierenden Weltmeisterinnen. Damit meldet sich dieses Duo an der Weltspitze zurück. «Der Weg zurück bis hierhin war für Nina und mich lang. Es gab Phasen, in denen es schwierig war, daran zu glauben, dass wir es wieder an die Spitze schaffen. Dieses Turnier hat uns nun gezeigt, dass wir jedes Team schlagen können», so Hüberli. Beide Spielerinnen rechneten nicht damit, dass ihnen ein solcher Erfolg gleich in der ersten Saison nach dem Comeback gelingt.
Auch Mäder/Kernen überzeugten bisher, lieferten allesamt Top-10-Plätze ab bei ihren fünf Auftritten. Während des Turniers in Hamburg musste das Duo Forfait geben, da sich Blockspielerin Mäder beim Aufwärmen fürs dritte Gruppenspiel am Fuss verletzt hatte. Ihr EM-Start ist dadurch jedoch nicht gefährdet. «Auch wenn wir einen kleinen Trainingsrückstand haben – wir sind zuversichtlich und freuen uns auf unsere erste, gemeinsame Europameisterschaft», richtet Mäder aus. Anouk und Zoé Vergé-Dépré verzichteten auf den Anlass in Hamburg, wo sie durch die Qualifikation hätten gehen müssen. Nach dem 9. Platz in Rio de Janeiro (Br) zogen sie eine Trainingsvorbereitung für diese EM vor.
Alle drei Duos haben das Zeug, auch an dieser EM zu glänzen. Und mit einem Blick in die weitere Zukunft lässt sich erkennen: Es deutet sich bereits wieder ein interner Dreikampf an um die zwei Olympia-Tickets für Los Angeles 2028. Unvergessen bleibt der dramatische Schlussspurt 2024 für Paris, als Böbner/Vergé-Dépré in der Endphase noch Mäder/Vergé-Dépré im Direktduell knapp ausgestochen haben.
Bei den Männern gehen an der EM in Polen ebenfalls drei – allesamt neu formierte – Duos an den Start: Julian Friedli/Jonathan Jordan, Adrian Heidrich/Yves Haussener sowie Leo Dillier/Luc Flückiger. Bei den Schweizern wartet man allerdings seit 2006 und den Gebrüdern Paul (55) und Martin Laciga (1975–2023) auf eine EM-Medaille.
Mittwoch, 12. August
- Mäder/Kernen (Sz) – Villam/Kun (Ung), 9.00 Uhr
- Anouk/Zoé (Sz) – Pavelková K./Pavelková A. (Tsch), 9.50 Uhr
- Brunner/Hüberli (Sz) – Michalska/Okla (Po), 10.40 Uhr
- Mol H./Berntsen (No) – Heidrich/Haussener (Sz), 12.30 Uhr
- Elazar/Cuzmiciov (Isr) – Friedli/Jordan (Sz), 13.30 Uhr
- Losiak/Bryl (Po) – Dillier/Flückiger (Sz), 18.00 Uhr
Mittwoch, 12. August
- Mäder/Kernen (Sz) – Villam/Kun (Ung), 9.00 Uhr
- Anouk/Zoé (Sz) – Pavelková K./Pavelková A. (Tsch), 9.50 Uhr
- Brunner/Hüberli (Sz) – Michalska/Okla (Po), 10.40 Uhr
- Mol H./Berntsen (No) – Heidrich/Haussener (Sz), 12.30 Uhr
- Elazar/Cuzmiciov (Isr) – Friedli/Jordan (Sz), 13.30 Uhr
- Losiak/Bryl (Po) – Dillier/Flückiger (Sz), 18.00 Uhr