«Er schoss über 40-mal wahllos in Menschenmenge»
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So lief die Schiesserei ab:«Er schoss über 40-mal wahllos»

Kindheit, Schulzeit, Waffenkauf und Armee: Chronologie zum Aarau-Amok
Das ist bisher über das Leben von Julien G. bekannt

Der Jurassier Julien G. (43) soll am Aarauer Rave rund 40 Schüsse abgegeben und Maria S. (†22) getötet haben. Zu seinem Motiv schweigt er bisher. Was inzwischen über sein Leben bekannt ist – und wo es noch Lücken im Lebenslauf gibt.
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Hier in Montsevelier lebte Julien G., der Amokschütze von Aarau, zuletzt.
Foto: Beat Michel

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Mann (43) schoss am 30. August in Aarau um sich
  • Er feuerte rund 40 Mal, tötete eine Frau, verletzte sechs
  • Täter stellte sich am 31. August, keine Vorstrafen bekannt
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Daniel JungRedaktor News

Julien G.* (43) soll am 30. August zum Ende der Party «Aarauer Rave» das Feuer eröffnet haben. Er tötete dabei eine Frau und verletzte sechs weitere Personen. Der mutmassliche Amokläufer aus Montsevelier JU lebte zurückgezogen. Blick listet auf, was bisher zum Lebenslauf des Schweizer Bürgers bekannt ist.

1983: Geburt und Kindheit im Val Terbi

Aufgewachsen ist Julien G. in Corban, einem Dorf der Gemeinde Val Terbi im Kanton Jura. Seine Eltern stammen aus Moutier JU. Ein ehemaliger Lehrer spricht gegenüber der «SonntagsZeitung» von einer schönen, ganz normalen Familie.

1990er-Jahre: Schulzeit

Julien G. besucht auch die Sekundarschule im Tal. Sein damaliger Lehrer Vincent Eschmann erinnert sich an einen guten Schüler: zurückhaltend und freundlich, aber nicht besonders isoliert. Auffällig ist heute vor allem, dass sich fast nur noch seine früheren Lehrpersonen überhaupt an ihn erinnern können.

Um 2000: Metzgerlehre

Nach der Schule absolviert er eine Lehre als Metzger. Danach folgen weitere Jobs, die jeweils nur kurz dauern.

2005–2006: Der Waffenkauf

Laut Kantonspolizei Aargau erwirbt Julien G. mit 23 Jahren zwei Pistolen und ein halbautomatisches Kalaschnikow-Sturmgewehr vom Typ AKS-74. Alle drei Waffen sind legal gekauft und ordentlich registriert. Nach heutigem Waffenrecht wäre der Erwerb der AK-74 nicht mehr möglich. Seine Eltern erfahren davon nichts. Dass ihr Sohn über ein solches Arsenal verfügte, hätten sie nie geahnt, sagt der Vater im Interview mit dem «Quotidien Jurassien».

An der Pressekonferenz teilte die Polizei mit, dass Julien G. im Besitz eines AKS-74-Sturmgewehrs und zweier Handfeuerwaffen war.
Foto: keystone-sda.ch

Mitte der 2000er-Jahre: Rückzug und Diagnose

In seinen Zwanzigern beginnt Julien G., sich zunehmend zu verschliessen. Er entwickelt laut seinem Vater eine Form der Paranoia, dann wird eine Schizophrenie diagnostiziert.

2007: Drei Wochen in der Klinik

Julien G. wird in einer psychiatrischen Einrichtung in Delémont hospitalisiert – «weil er es nicht mehr aushielt, unter Menschen zu sein», wie sein Vater dem «Quotidien Jurassien» sagt. Der Aufenthalt dauert drei Wochen und soll ihn traumatisiert haben. Danach hat er keine feste Anstellung mehr und bezieht eine volle IV-Rente. Die Medikation wird nach und nach reduziert und schliesslich abgesetzt. Seit längerem ist er nicht mehr in ärztlicher Behandlung – was seinen Eltern missfällt.

2013: Ausbildung zum Truppenkoch

Die Aargauer Behörden gaben an der Medienkonferenz vom Mittwoch an, Julien G. habe 2013 eine Ausbildung als Militärkoch absolviert, die Armee im selben Jahr wieder verlassen und seine Dienstwaffe zurückgegeben. Sein Vater sagte dagegen, sein Sohn sei nie im Militär gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt auf Nachfrage der «SonntagsZeitung» jedoch fest, die Information sei bestätigt. Klar ist: 2013 war Julien G. bereits 29 bis 30 Jahre alt.

2023 oder 2024: Auszug aus dem Elternhaus

Julien G. lebt auch als Erwachsener bei seinen Eltern. Dann ziehen sie los und suchen ihm eine Wohnung – im Erdgeschoss eines umgebauten Bäckereigebäudes in Montsevelier JU, drei Kilometer von Corban entfernt. In Montsevelier bleibt er ein Phantom. Die Vorhänge fast immer geschlossen, kaum ein Wort mit den Nachbarn, kein Beitritt zum Schützenverein, keine Spuren im Netz, kein Foto. Seine Mutter kommt vorbei, um die Wäsche zu waschen.

Hier in Montsevelier lebte Julien G., der Amokschütze von Aarau.
Foto: Beat Michel

Samstag, 29. August 2026: Der Tag davor

Die Eltern wollen ihren Sohn in Italien treffen, um gemeinsam ein paar Ferientage zu verbringen. Am Tag vor der Tat schreibt er ihnen. Sie gehen davon aus, dass er mit seinem weissen Bus losgefahren sei. Dann schickt er seiner Mutter eine Nachricht: Er sei gut angekommen. In Wahrheit wissen die Eltern nicht, wo er sich aufhält.

Sonntag, 30. August 2026: Die Tat

In der Nacht auf Sonntag fährt Julien G. zur Schachenstrasse in Aarau, geht ein Stück zu Fuss weiter und feuert laut Polizei rund 40 Mal mit der Kalaschnikow auf die Feiernden bei der Pferderennbahn. Auf dem Rückweg schiesst er mit einer Pistole auf ein wegfahrendes Auto. Maria S.* (†22) stirbt, sechs weitere Menschen werden verletzt. Laut Polizei handelt es sich um Zufallsopfer. Julien G. hat keine bekannten Verbindungen in den Aargau.

Foto: Blick Visuals

Montag, 31. August 2026: Polizei in Delémont

Kurz nach 1 Uhr stellt sich Julien G. auf dem Polizeiposten in Delémont. Am selben Morgen durchsuchen Beamte seine Wohnung und das Elternhaus. Bei der ersten Einvernahme verweigert er die Aussage zur Sache. Vorbestraft war G. nicht.

* Namen bekannt

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