Zug gehen die Wohnungen aus
Jetzt gibts Bau-Bonus und Einheimischen-Privileg

Der Kanton Zug hat die tiefste Leerwohnungsquote der Schweiz. Normalverdiener haben Mühe, zahlbare Wohnungen zu finden. Im Kampf gegen die Wohnungsnot greift der Kanton jetzt zu ungewohnten Mitteln.
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Zug hat die tiefste Leerwohnungsziffer der Schweiz.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wohnungsnot in Zug: Die Leerwohnungsziffer fällt auf 0,2 Prozent
  • Die Grünen warnen: «Monacoisierung» erschwere bezahlbare Wohnungen für Einheimische
  • Zug plant Bau-Bonus: 40 Prozent günstige Wohnungen in Spezialzonen sollen für Bauboom sorgen
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Die Wohnungsnot in der Schweiz ist amtlich bestätigt. Eben erst wurde bekannt, dass die Leerwohnungsziffer auf unter ein Prozent gesunken ist. Das Bundesamt für Wohnungswesen spricht damit offiziell von akuter Wohnungsnot.

Am drängendsten ist die Situation im Kanton Zug. Dort liegt die Leerwohnungsziffer bei gerade einmal 0,2 Prozent. Das heisst: Normalverdiener haben grosse Mühe, Wohnungen zu finden, wenn sie umziehen müssen. 

Das hat Folgen: Zuger Sozialämter müssen schon mal Personen in Herbergen einquartieren, wie Blick berichtete. Denn bezahlbare und kurzfristig nutzbare Wohnungen finden sich für die Behörden nicht mehr. Mitte September riefen die Zuger Grünen gar zur Demo. «Für immer mehr Menschen wird es praktisch unmöglich, in ihrer eigenen Gemeinde eine bezahlbare Wohnung zu finden», warnte die Partei.

«In Zug findet eine Monacoisierung statt», sagte Luzian Franzini (30), Co-Präsident der Grün-Alternativen in Zug, kürzlich zu Blick. Viele Jugendfreundinnen oder Jugendfreunde seien weggezogen, weil bezahlbare Wohnungen fehlten. Die Mieten sind teils so teuer, dass in Wohnungen WG-Zimmer als Scheinwohnsitze für Steuerflüchtlinge aus anderen Kantonen vermietet werden. Mieter sichern sich so einen Zustupf. 

Bau-Bonus und Einheimischen-Privileg bei günstigen Wohnungen

Jetzt aber will Zug mit ungewöhnlichen Mitteln gegen die Wohnungsknappheit vorgehen. Der Regierungsrat hat ein neues Planungs- und Baugesetz vorgestellt. Kommt es durch, gelten schweizweit besondere Regeln. Konkret soll in gewissen Wohnzonen ein Geschoss mehr gebaut werden dürfen, wenn gleichzeitig eine preisgünstige Wohnung realisiert wird. 

Neu geben soll es auch sogenannte befristete weisse Zonen im Richtplan. In diesen Gebieten werden möglichst viele neue Wohnungen erlaubt, wenn mindestens 40 Prozent davon «preisgünstig» sind. Gerade grosse Überbauungen sollen so gepusht werden. 

Pikant dabei: Die Eigentümer müssen schauen, dass die günstigeren Wohnungen grösstenteils an Personen gehen, die seit mindestens zehn Jahren im Kanton wohnen. Als «preisgünstig» gilt laut Definition eine Miete von rund 2000 Franken für eine Zweizimmerwohnung. 

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Ebenso will der Kanton Zug die Baubewilligungsverfahren stark abkürzen. In gewissen Fällen muss kein Baugesuch mehr publiziert werden, wenn die Nachbarn einverstanden sind mit dem Vorhaben. Bei Einsprachen müssen die Behörden künftig innert sechs Monaten entscheiden. 

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