Luxusproblem in Meggen LU
Wohin bloss mit all dem Geld?

Die Gemeinde Meggen LU hat einen zweistelligen Millionenüberschuss eingefahren. Jetzt steht sie vor einem Luxusproblem: Was soll man mit dem Geld nur machen? Erste Ideen tauchen auf.
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Meggen liegt am Vierwaldstättersee – und ist die Heimat vieler guter Steuerzahler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Meggen LU schloss 2025 mit 26,9 Millionen Franken Überschuss ab
  • Mitte-Partei schlägt zehn Projekte vor
  • Kanton Zug kennt das «Problem» von zu viel Geld – und hat eine Lösung gefunden
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Villen, Herrschaftshäuser und Schlösser prägen das Bild von Meggen LU. Mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner versteuert ein Jahreseinkommen von mindestens 300'000 Franken. Entsprechend üppig fällt auch die Gemeindekasse aus. Das Jahr 2025 schloss die Gemeinde am Vierwaldstättersee mit einem Überschuss von 26,9 Millionen Franken ab. 20 Millionen gehen auf Sondereffekte zurück.

Doch was stellt eine Gemeinde mit 7800 Einwohnern mit diesem ganzen Geld an? Das ist das Luxusproblem, das Meggen nun hat. 

Die Mitte Meggen hat einen Zehn-Punkte-Plan präsentiert, wie Zentralplus zuerst berichtet hat. Eine Steuersenkung gehört selbstverständlich dazu. 

Aber auch der Sommer soll in Meggen angenehmer werden. Die Partei fordert eine Badeaufsicht während der gesamten Öffnungszeiten der Badi. Heute endet sie am Abend bereits um 18 Uhr. Gleichzeitig soll der öffentliche Raum hitzetauglicher werden. Entlang von Spazierwegen, bei Sitzbänken und auf Spielplätzen sollen konsequent Bäume als Schattenspender gepflanzt werden. Zusätzliche Sitzbänke sollen insbesondere älteren Menschen zugutekommen. «Dies auch im Hinblick auf die zunehmenden Temperaturen im Sommer», schreibt die Partei in ihrem Vorstoss. Ergänzend schlägt sie Trinkwasserspender an öffentlichen Orten vor.

Verbesserungsbedarf sieht die Mitte auch beim Zugang zum Vierwaldstättersee. «Obwohl Meggen direkt am See liegt, ist das Ufer für die breite Bevölkerung nur eingeschränkt zugänglich», schreibt die Partei. Deshalb soll die Gemeinde mit einer Machbarkeitsstudie prüfen, wie sich der Seezugang verbessern lässt.

Familien sollen profitieren

Nicht nur der Sommer soll attraktiver werden. Auch in den Wintermonaten soll zum Beispiel das Hallenbad länger geöffnet bleiben, insbesondere an Sonntagnachmittagen. Zudem soll die Bibliothek für Lernende und Studierende mit Wohnsitz in Meggen kostenlos werden. Heute profitieren davon nur Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.

Auch Familien sollen entlastet werden. Vorgesehen ist eine Senkung der Gebühren für die schulergänzende Kinderbetreuung um zehn Prozent. Damit wolle man Familien finanziell unterstützen. Die Mitte begründet: «Die Gemeinde Meggen weist heute bereits den höchsten Altersdurchschnitt des Kantons Luzern auf.» 

Die Fortbewegung soll ebenfalls einfacher werden. Vorgesehen ist die Wiedereinführung der Gemeinde-Tageskarte für den öffentlichen Verkehr. Die Hanglage mit teils steilen Strassen bietet sich zudem besonders für E-Bikes an. Deshalb schlägt die Partei fünf neue oder ausgebaute Nextbike-Stationen vor. Fahrten bis 30 Minuten sollen kostenlos sein. Schliesslich will die Mitte auch den Zusammenhalt in Meggen stärken: «Eine starke Tendenz zur Individualität schwächt das Gemeinschaftliche.» Deshalb schlägt sie einen Fördertopf von 100'000 Franken vor. Daraus sollen Vereine Anlässe und Projekte finanzieren können, die der gesamten Dorfgemeinschaft zugutekommen.

Auch Zug weiss nicht wohin mit dem Geld

Zu viel Geld? Nicht nur Meggen kämpft damit. Erfahrung mit horrenden Überschüssen hat auch der Kanton Zug. Finanzdirektor Heinz Tännler (66, SVP) und seine Regierungskollegen wissen kaum wohin mit dem Geld. Die Einwohnerinnen und Einwohner erhalten inzwischen etwas vom Geldsegen zurück – über die Krankenkassenprämien. Beträchtliche 220 Millionen Franken gab der Kanton 2024 für die Senkung der Prämien in den Jahren 2026 und 2027 her. Ganze 99 Prozent der Spitalkosten werden während dieser Zeit vom Kanton übernommen – vorgeschrieben sind 55.

Für die rund 130'000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton sinken die Prämien damit auf einen Schlag um durchschnittlich 18 Prozent oder rund 700 Franken pro Jahr – wobei Unterschiede je nach Modell möglich sind. 

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