2027 bringt höchsten Finanzausgleich aller Zeiten: Blick zeigt die Karte
Diese Kantone kassieren ab – und diese müssen blechen

Einige Kantone erhalten Hunderte Millionen, andere müssen dafür tief in die Tasche greifen. Blick zeigt, wer vom Finanzausgleich profitiert und wer ihn finanziert.
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Insgesamt wächst das Volumen des Finanzausgleichs 2027 um 527 Millionen Franken auf 6,9 Milliarden Franken.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Finanzausgleich 2027: Zug zahlt 4001 Franken, Wallis erhält 2449 Franken pro Kopf
  • Gesamtvolumen steigt um 527 Millionen Franken auf 6,9 Milliarden Franken
  • Bern erhält mit 1,71 Milliarden Franken die höchste Zahlung aller Kantone
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Der Finanzausgleich zwischen den Kantonen für das Jahr 2027 erreicht neue Dimensionen: Ein Einwohner des Kantons Zug zahlt durchschnittlich 4001 Franken ein, während ein Walliser 2449 Franken erhält. So weit lagen Geber- und Empfängerkantone noch nie auseinander! Beide Beträge liegen deutlich über dem Vorjahr. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Bundes. Blick hat die Zahlen unter die Lupe genommen. 

Insgesamt wächst der Finanzausgleich um 527 Millionen auf 6,9 Milliarden Franken. Der Haupttreiber ist dabei der Ressourcenausgleich. Er soll die Unterschiede zwischen finanzstarken und finanzschwachen Kantonen abfedern. 

Bern schöpft am meisten aus dem Geldtopf

In absoluten Zahlen führt Bern die Rangliste klar an. Der Kanton erhält 1,71 Milliarden Franken aus dem Finanzausgleich. Das ist fast doppelt so viel wie das nachfolgende Wallis. Der Hauptgrund: Bern hat eine vergleichsweise schwache Steuerkraft.

Der Kanton nimmt pro Einwohner also weniger Geld aus Einkommen, Vermögen und Unternehmensgewinnen ein als andere Kantone. Ausserdem hat Bern viele geografische Gegensätze: Während es in der Bundesstadt viele Unternehmen gibt, sind die ländlichen Regionen in den Alpen wirtschaftlich weniger stark.

Dazu kommt die Grösse des Kantons. Bern muss ein dichtes Netz an Schulen, Spitälern, Verkehrswegen und Verwaltungsleistungen finanzieren. Entsprechend hoch sind die Ausgaben. Der grösste Posten ist die Bildung: 3,84 Milliarden Franken und damit rund 28 Prozent des Budgets. Dahinter folgen Gesundheit, Soziales und Integration mit 3,34 Milliarden Franken. 

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Teure Infrastruktur in ländlichen Regionen

Rechnet man den Finanzausgleich auf die Einwohner um, steht allerdings nicht Bern, sondern das Wallis an der Spitze. Seit 2020 erhält kein anderer Kanton pro Kopf mehr Geld. Auch hier liegt der Grund in der geringen Steuerkraft.

Hinzu kommt die ländliche Struktur des Kantons: viele kleine Gemeinden, wenige grosse Unternehmen und vergleichsweise weniger Spitzenverdiener als etwa in Kantonen wie Zug, Zürich oder Genf. Ausserdem ist das Wallis ein Bergkanton.

Lange Täler, verstreute Dörfer und Strassen bis in abgelegene Regionen machen die Infrastruktur teuer. Auch Schutzbauten gegen Naturgefahren kosten viel Geld. 

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Zug ist klein, aber extrem reich

Zug ist der grösste Geberkanton im Finanzausgleich, sowohl pro Kopf als auch in absoluten Zahlen. Anders als Bergkantone wie das Wallis muss der Kanton aber auch kaum Sonderlasten tragen. Die hohen Beiträge stammen allerdings vor allem aus der aussergewöhnlichen Steuerkraft.

Der Kanton vereint viele vermögende Privatpersonen mit einer aussergewöhnlich starken Unternehmenslandschaft. Trotz seiner kleinen Einwohnerzahl sitzen hier zahlreiche Firmen aus den Branchen Rohstoffe, Finanzen und Technologie.

Unternehmen wie Glencore oder Partners Group prägen den Wirtschaftsstandort. Die seit Jahren tiefen Steuern haben die Firmen und Gutverdienenden angelockt. So entstand ein Kreislauf: tiefe Steuern ziehen Unternehmen an, Unternehmen schaffen Steuereinnahmen, und diese ermöglichen wiederum tiefe Steuern. 

Genf und der Rohstoffhandel

Auf Zug folgt Genf als zweitgrösster Geberkanton. Während Zug klein, aber extrem reich ist, zählt Genf rund viermal so viele Einwohner. Die hohe Steuerkraft verteilt sich dort auf deutlich mehr Menschen und führt trotzdem zu einer gewaltigen Einzahlung.

Genf lebt von seiner internationalen Wirtschaft. Der Kanton ist ein Zentrum für Rohstoffhandel, Privatbanken, Vermögensverwaltung, internationale Organisationen und multinationale Unternehmen. Besonders der Rohstoffhandel konnte 2022 und 2023 wegen des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise ausserordentlich hohe Gewinne erreichen. Der Bund erwartet deswegen 2025 bis 2028 Mehreinnahmen von 600 bis 800 Millionen Franken aus dem Kanton Genf.

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