Graber
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Graber will Bundesrat werden:«Ich bin ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten»

Graber will kandidieren, Ruppen auch?
Kommen Oberwalliser gleich im Doppelpack?

Nun kommt es doch noch zum Gedränge: Auch der Walliser SVP-Nationalrat Michael Graber will für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin kandidieren. Ebenso Kantonskollege Franz Ruppen.
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Der Walliser SVP-Nationalrat Michael Graber will Bundesrat werden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Oberwalliser gehen ins Rennen um die Nachfolge von Guy Parmelin
  • SVP-Nationalrat Michael Graber will für den Bundesrat kandidieren
  • Staatsrat Franz Ruppen folgt ihm
Daniel Ballmer, Redaktor Politik beim Blick
Daniel BallmerRedaktor Politik

Sie haben fast bis zum letzten Moment gewartet. Jetzt aber ist klar: Ja, SVP-Nationalrat Michael Graber (45) möchte Bundesrat werden, wie er im «Tages-Anzeiger» kundgibt. Und Staatsrat Franz Ruppen könnte ihm folgen.

Nach der Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz (47), dem Solothurner Rémy Wyssmann (59), dem Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (63), dem Tessiner Ständerat und Ex-Parteipräsidenten Marco Chiesa (52) sowie dem SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (47) bewirbt sich nun also auch noch der Oberwalliser um die Nachfolge des abtretenden Wirtschaftsministers Guy Parmelin (66).

Graber sitzt seit 2021 im Nationalrat. Innerhalb der SVP-Fraktion gilt der Jurist als bestens vernetzt, er ist in der Parteileitung und politisiert stramm auf SVP-Kurs. Dass er seine Partei zum Beispiel regelmässig in der SRF-«Arena» vertreten darf, zeigt: Graber geniesst das Vertrauen der SVP-Leitung. Auch durfte er schon kurz nach seinem Start im Bundeshaus die SVP-Kampagne gegen das Klimaschutzgesetz leiten. Die Nähe zur Parteispitze könnte ein wichtiger Vorteil sein bei der Vergabe der Ticketplätze.

Auch Ruppen kennt Bundesbern aus dem Effeff, sass er doch von 2015 bis 2021 für die SVP im Nationalrat, bis er dann in die Walliser Kantonsregierung gewählt wurde. Er verfügt also auch über Exekutiverfahrung. Und er geniesst ebenfalls durchaus Ansehen bei der SVP-Spitze, ist er doch etwa von Ständerätin Esther Friedli (49) ins Spiel gebracht worden.

Soll so Amaudruz verhindert werden?

In Bundesbern wird immer wieder über ein Ticket mit zwei Vertretern des eisernen SVP-Flügels spekuliert. Graber würde dazu bestens passen. Und sein Heimatkanton Wallis gehört geografisch zur Westschweiz. Damit liesse sich allenfalls auch die von der Parteispitze wenig geliebte Amaudruz verhindern. Zu oft ist diese in der Vergangenheit von der Parteilinie abgewichen.

Ob sich die Romands aber mit einem zweisprachigen Oberwalliser zufriedengeben, ist eine andere Frage. Und es gibt weitere Punkte, die gegen Graber sprechen. Im Sommer 2024 hat er sich gemeinsam mit Fraktionschef Aeschi nicht mit Ruhm bekleckert: Während des Besuchs des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk (50) lieferten sie sich ein Handgemenge mit Bundespolizisten – wenig bundesratswürdig.

Viele dieser Punkte gelten ebenso für «Kantonskollege» Ruppen. Nur wurde er in Bundesbern weniger als Hardliner wahrgenommen. Sein «Gmögigkeitsfaktor» dürfte etwas höher sein, was seine Chancen bei den anderen Fraktionen steigern könnte.

Am 20. November wird die SVP-Bundeshausfraktion entscheiden, ob sie dem Parlament ein Zweier- oder ein Dreierticket vorschlagen will. Und wer zu den offiziellen Kandidaten gehören soll. Die eigentliche Bundesratswahl findet am 9. Dezember statt.

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