Darum gehts
- Mit Marco Chiesa wirft bereits der vierte Kandidat seinen Hut in den Ring
- Am Freitag läuft die Anmeldefrist ab, bis dahin dürften weitere Kandidaturen folgen
- Am 9. Dezember wird die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin gewählt
Lange musste man sich in Geduld üben, bis sich die ersten Anwärter für die Nachfolge von SVP-Bundesrat Guy Parmelin (66) aus dem Busch wagten. Doch nun hagelt es fast schon Kandidierende.
Nach den Nationalräten Céline Amaudruz (47, GE) und Rémy Wyssmann (59, SO) sowie dem Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg (63) hat nun auch der frühere SVP-Parteipräsident und Tessiner Ständerat Marco Chiesa (52) über das Onlineportal «Ticinonews» seine Kandidatur angekündigt. Schafft er den Wahlcoup, würden temporär zwei Tessiner im Bundesrat sitzen – seit 2017 ist der Südkanton bereits mit FDP-Aussenminister Ignazio Cassis (64) in der Landesregierung vertreten.
Für Chiesa kein Problem, wie er gegenüber dem Onlineportal erklärt. Man müsse «an eine mittelfristige Repräsentativität» denken. Sprich: Es ist klar, dass Cassis in absehbarar Zeit zurücktritt. Der Freisinnige amtiert nächstes Jahr als Bundespräsident und könnte per Ende Jahr 2027 aufhören – oder spätestens nach der Abstimmung über die Bilateralen III im Jahr 2028.
Seit 2015 in Bundesbern aktiv
Chiesa politisiert seit 2015 in Bundesbern. Damals wurde er in den Nationalrat gewählt, 2019 schaffte er den Sprung in den Ständerat. Seit 2024 sitzt er auch in der Stadtregierung von Lugano.
Von 2020 bis 2024 präsidierte Chiesa die SVP. Unter seiner Ägide lancierte die Partei die vom Volk mittlerweile abgelehnte 10-Millionen-Initiative. Erfolgreich war er bei den Nationalratswahlen 2023, gewann seine Partei doch neun Sitze dazu und erzielte damit das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Im gleichen Jahr sagte Chiesa noch: «Bundesrat zu werden ist kein persönliches Ziel von mir.» Seine Ambitionen haben sich nun offenbar geändert.
Weitere Kandidaturen dürften folgen
Weitere Kandidaturen für die Parmelin-Nachfolge dürften am Freitag folgen – heiss gehandelt werden die Namen von Nationalrat Michael Graber (45, VS), dem Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (60) und SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (47). Der Zuger steckt allerdings in der Zwickmühle, da es für ihn nach 2015 bereits der zweite Anlauf wäre.