Wyssmann Statement: Habe mir lange überlegt, ob ich bereit bin - Ich bin es
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SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann:«Habe mir lange überlegt, ob ich bereit bin - ich bin es»

Zweite Kandidatur neben Amaudruz
SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will für den Bundesrat kandidieren

Jetzt wirft der zweite SVP-Kandidat seinen Hut in den Ring: Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin kandidieren.
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SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will in den Bundesrat. Am Mittwoch kündigte er seine Kandidatur an.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann tritt für die Bundesratswahlen an.
  • Bisher gibt es mit Céline Amaudruz nur eine offizielle Kandidatin.
  • Wyssmann hat in Solothurn Erfolge, in Bern ist er nicht im engen SVP-Führungszirkel.

Fast senkrecht hinauf geht es im Leben von SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann oft, jedenfalls nach Feierabend: Der Solothurner ist passionierter Alpinist. Wenn andere nach langen Arbeitstagen müde sind, kraxelt der 59-Jährige regelmässig auf Berge.

Nun allerdings will er eine Wand bezwingen, die doch einige Beobachter in Bundesbern für zu steil halten. Wyssmann will in den Bundesrat. Am Mittwochmorgen ist er in Solothurn vor die Medien getreten, um seine Kandidatur bekanntzugeben.

Einen steilen Aufstieg hatte er in der Solothurner Politik. 2017 wurde er Kantonsrat, 2023 auf Anhieb Nationalrat. Wyssmann verschärfte den Oppositionskurs der SVP massiv. Er bürstete die Partei nicht nur auf Widerstand im Parlament.

Solothurner Regierung vor sich hergetrieben

Zeitweise trieb er die Solothurner Politik regelrecht vor sich her. Er organisierte Referenden und brachte gewichtige Geschäfte zu Fall. Er ging mit Klagen gegen die Regierung vor. Er holte mit dem Öffentlichkeitsgesetz mehrfach brisante Dokumente hinaus, die die Regierung nicht nur in gutem Licht dastehen liessen. Das bescherte ihm einige Fans, seine Gegner (auch parteiintern) entwickelten Abwehrreflexe. Sie drehen sich ab, wenn sie den Namen Wyssmann nur schon hören. Auch in der eigenen Partei kam es aufgrund seines rigorosen und durchorganisierten Führungskurses als Parteipräsident mehrfach zu Spannungen. Doch die Partei wurde immer erfolgreicher.

Wyssmann, Enkel eines Solothurner SP-Ständerats, drückte der Solothurner SVP seinen Stempel auf, auch mit ungewöhnlichen Themen wie Transparenz. Auf nationaler Ebene sorgte er etwa für die Offenlegung der Covid-Impfstoff-Verträge.

Als Anwalt befasst sich Wyssmann vor allem mit dem Sozialversicherungsrecht und dabei besonders mit vielen IV-Fällen. Das eigentlich linke Thema hat ihn letztlich auch politisiert. Die Einseitigkeit einiger Gutachter hielt er für ungerecht, Wyssmann begann, dagegen zu kämpfen und erreichte mit seinem hartnäckigen Vorgehen einige Erfolge.

In der SVP-Fraktion in Bern allerdings ist seine Durchschlagskraft nicht gross. Wyssmann gehört nicht zum engen Führungszirkel, er fällt durch die Zahl der Vorstösse auf.

Droht Absturzgefahr? Die Kandidatur dürfte Wyssmann Publizität geben, die ihm nächstes Jahr bei seiner Ständeratskandidatur im Kanton Solothurn etwas Schub geben könnte.

Bisher nur Amaudruz im Rennen

Bis am Freitagmittag können sich potenzielle SVP-Bundesratskandidatinnen und -Kandidaten bei der Findungskommission der Partei melden. Bisher hat einzig die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz (47) eine Kandidatur angekündigt.

Noch offen ist, was die Nationalräte Thomas Matter (60, ZH) und Franz Grüter (63, LU), Fraktionschef Thomas Aeschi (47, ZG) sowie die Regierungsräte Franz Ruppen (55, VS), Pierre Alain Schnegg (63, BE) und Jean-Pierre Gallati (60, AG) machen.

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