Neue Mieter-Umfrage zeigt
Zwei Drittel wollen knallhartes Airbnb-Verbot in Luzern

Seit 2025 werden Airbnb-Wohnungen in der Stadt Luzern stärker reguliert. Doch das reicht vielen Einheimischen offenbar nicht. In einer Umfrage spricht sich eine deutliche Mehrheit für ein striktes Verbot aus.
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In Luzern gilt seit 2025 ein Reglement für die Kurzzeitvermietung von Wohnungen.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Luzerner Bevölkerung will Airbnb-Wohnungen stärker regulieren, 68 Prozent fordern Verbot
  • Über 700 Anträge für Kurzzeitvermietung seit 2025 in der Stadt Luzern
  • Neue Initiative wird zum Thema
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Die Stadt Luzern erlebt einen Tourismusboom – und das geht vielen Einheimischen auf den Keks. Vor drei Jahren kam eine städtische Volksinitiative für die Regulierung von Airbnb-Wohnungen mit 64 Prozent Ja-Anteil locker durch. Seit Anfang 2025 gilt daher ein neues Kurzzeitvermietungs-Reglement. Wer seine Räumlichkeiten an Gäste vermietet, darf dies seither maximal 90 Nächte pro Jahr tun und muss sich bei der Stadt registrieren.

Bis Anfang März sind Gesuche für über 700 Räumlichkeiten eingegangen. Fast 400 erhielten seither eine unbeschränkte Bewilligung, für gut 180 Räumlichkeiten gab es keine Genehmigung. Die Regelung sei akzeptiert und habe sich in der Praxis bewährt, schreibt die Stadt in einem ersten Zwischenfazit.

«Griffige Massnahmen gegen Mietenwahnsinn»

Ganz anders sieht es der Luzerner Nationalrat David Roth (40), der die Airbnb-Initiative mitlanciert hatte. «Bei Airbnb gehen die bislang existierenden Regelungen viel zu wenig weit und bei den Businessapartements gibt es noch gar keine Bemühungen, um das Problem in den Griff zu kriegen», sagt er zu Blick.

Airbnb-Gäste lassen wertvolle Gegenstände zurück
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Verwunderung bei Host:Airbnb-Gäste lassen Wertvolles zurück

Die aktuellen Regelungen zielten – auch in anderen Städten und Agglomerationen – an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. «Die Leute wissen: Wenn im Nachbarhaus Fantasiepreise bezahlt werden, steigt über kurz oder lang auch die eigene Miete», sagt Roth. «Deshalb wollen sie griffige Massnahmen gegen den Mietenwahnsinn.»

68 Prozent für Airbnb-Verbot

Rückenwind liefert ihm nun eine neue Sotomo-Umfrage im Auftrag des Mieterverbands Luzern, in dessen Vorstand Roth sitzt. Dabei zeigt sich, dass die Luzerner Bevölkerung für ein knallhartes Durchgreifen zu haben ist. Satte 68 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Verbot von Airbnb-Wohnungen und Businessapartements in allen Gebäuden der Stadt Luzern aus. Nur 24 Prozent sind dagegen. Der Rest ist unentschlossen.

Interessant dabei: Bei den über 55-Jährigen sprechen sich fast vier Fünftel für ein Verbot aus, bei den Jungen bis 35 Jahre sind es immer noch 57 Prozent. Bei den Männern beträgt der Zuspruch 74 Prozent, bei den Frauen 65 Prozent. Insgesamt wurden 2063 Mieterinnen und Mieter, hauptsächlich aus dem Kanton Luzern, dazu befragt.

«Wohnungen, die Familien fehlen»

Die Zustimmung zur Verschärfung liegt damit noch höher als bei der letzten Volksabstimmung. «Das zeigt den Unmut in der Bevölkerung über das verwässerte Reglement, welches das Stadtparlament nach Annahme der Initiative eingeführt hat», ist Roth überzeugt. Auf Basis des lückenhaften Reglements seien derzeit 400 Wohnungen auf Airbnb. Hinzu kämen noch Hunderte Businessapartements. «Fast alle werden von Immobilienfirmen betrieben. Das sind Wohnungen, die Familien fehlen», ärgert sich der SP-Politiker.

Gut möglich also, dass eine neue Volksinitiative den Takt vorgeben muss. «Aufgrund der Arbeitsverweigerung des Stadtparlaments scheint eine Initiative der einzige Weg zu sein, um die riesigen Schlupflöcher zu schliessen», sagt Roth dazu.

Hotelbetten-Obergrenze gefordert

Es wäre ein weiterer Ansatz, um den Einheimischen Wohnraum zu sichern. Derzeit werden bereits Unterschriften für eine Hotelbetten-Obergrenze gesammelt. Auch diese Initiative trifft den Nerv der Bevölkerung, wie der Sammelstart zeigt. Von den 800 benötigten Unterschriften seien schon am ersten Sammeltag über 130 zusammengekommen, so Roth. «Wir werden die Initiative im Nu beisammen haben.»

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