Darum gehts
- Nationalrat ist für ein Mega-Gefechtsübungsgelände für das Militär
- Schweizer Armee trainierte 2025 mit Deutschland und Österreich in Niederösterreich
- Übungsplatz Allentsteig zehnmal grösser als Bure JU und Walenstadt SG
Mit Panzern, Schützenpanzern und rund 1000 Soldaten war die Schweizer Armee 2025 nach Niederösterreich gereist. An der grossen Truppenübung «Trias 25» trainierte sie gemeinsam mit österreichischen und deutschen Truppen. Die Bodentruppen übten, einen ins eigene Land eingefallenen Gegner zurückzudrängen.
Begeistert zeigte sich das VBS vom dortigen Gefechtsübungsplatz Allentsteig, wo die Truppen «ihr ganzes Potenzial» hätten entfalten können. Mit 157 Quadratkilometern ist das Gelände rund zehnmal grösser als die Waffenplätze in Bure JU und Walenstadt SG. Es ist viermal grösser als Basel-Stadt, knapp doppelt so gross wie die Stadt Zürich und fast so gross wie Appenzell Innerrhoden!
Das wollen wir auch!
Für Bundesrat und Armee ist klar: Das wollen wir auch! Dem Bund ist durchaus bewusst, dass es sich dabei um ein Mega-Projekt handelt. Planung und Realisation würden Jahre dauern und erhebliche Kosten verursachen, stellt das Militär klar.
Zwar verfügt die Schweizer Armee auf den bestehenden Übungsplätzen über moderne Anlagen, auf denen Truppen den Ernstkampf im überbauten Gelände trainieren können. Das aber reiche nicht. Wegen der begrenzten Grösse eigneten sie sich nur für kleinere Übungen.
Der Bundesrat unterstützt deshalb eine SVP-Forderung, die auch im Inland wieder grössere Übungen ermöglichen will. Es soll ein geeignetes Gelände zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Armee bereitgestellt werden.
«Die Einschränkungen in der Schweiz sind zu hoch»
Heute gebe es zu viele Verbote, Regulierungen und Vorgaben, die das verhindern. Sie alle sollten abgeschafft werden, forderte SVP-Nationalrat Thomas Burgherr (63) am Donnerstag in der grossen Kammer: «Die Einschränkungen in der Schweiz sind zu hoch.»
Das sieht auch die Mehrheit im Nationalrat so. Die bürgerlichen Parteien setzten sich mit 127 gegen 61 Stimmen deutlich gegen Rot-Grün durch.
Auch beim Bundesrat rennt Burgherr offene Türen ein. In der Schweiz fehle ein Übungsplatz, der einem weitläufigeren städtischen Gebiet entspreche, wie es für das Mittelland typisch ist. Alles sei viel zu klein, um in grösseren Verbänden den Einsatz von Feuer und Bewegung zu trainieren. Solche Übungen könne das Militär derzeit aber nur im Ausland durchführen.
Für eine realitätsnahe Ausbildung brauche die Armee entsprechende Übungsgelände, warb Verteidigungsminister Martin Pfister (62) im Nationalrat. Mit Annahme des SVP-Vorstosses zeige das Parlament, dass der Wille bestehe, diese Möglichkeiten zu schaffen.
«Für unrealistischen Fall eines Bodenangriffs»
Vergeblich kämpfte SP-Nationalrat Fabian Molina (35) gegen den Angriff auf die «Vorschriften zu Lärmschutz oder dem Schutz der Bevölkerung – für den unrealistischen Fall eines Bodenangriffs». Schon heute halte sich die Armee nicht immer an Lärmschutzvorschriften. Zudem bestehe gar kein Handlungsbedarf. Die Armee könne schon heute üben – auch im Ausland.
«Wenn wir schon mehr Geld in die Armee investieren, muss sie auch mehr und besser üben können – hier in der Schweiz», widersprach SVP-Nationalrat Burgherr. Schweizer Soldaten müssten das Gelände kennen, das sie im Ernstfall verteidigen müssten.
Das alles sieht der Bundesrat genauso. Noch aber ist es ein weiter Weg, bis auch die Schweizer Armee auf einem eigenen Mega-Gefechtsgelände wie in Niederösterreich üben kann. Detaillierte Arbeiten dazu sollen erst beginnen, wenn das Parlament einen entsprechenden Entscheid fällt. Ein erster Schritt dazu ist getan.