Darum gehts
- Dienstbüchlein wird ab Juni durch die App «Dienstmanager» ersetzt
- App ermöglicht digitale Verwaltung: Urlaubsgesuche, Marschbefehl, zentrale Daten
- Das Ganze funktioniert auch ohne Smartphone
Hunderttausende Schweizer haben es zu Hause – und nicht wenige suchen es jedes Mal wieder kurz vor dem WK: das Dienstbüchlein von Armee oder Zivilschutz. Damit ist bald Schluss. Das Dienstbüchlein wird durch eine App auf dem Smartphone ersetzt. Blick beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.
Warum ersetzen Armee und Zivilschutz das Dienstbüchlein durch den sogenannten Dienstmanager?
Die Abläufe sollen effizienter und zeitgemässer werden – und so Verwaltung wie Dienstleistende entlasten. Schon in den vergangenen Jahren hat der Bund den Austausch mit den Dienstleistenden immer mehr digitalisiert. Das Verschicken des Marschbefehls, aber auch Dienstverschiebungen oder Urlaubsgesuche hätten sich in papierloser Form bewährt. Das alles mache das bisherige Dienstbüchlein überflüssig.
Was ist der Unterschied zwischen dem bisherigen Dienstbüchlein und der App?
Der Dienstmanager ist eine digitale Weiterentwicklung. Neben der bisherigen Dokumentation von Dienstinformationen kann über die App auch digital mit der Verwaltung kommuniziert und beispielsweise ein Urlaubsgesuch behandelt werden. Ausserdem sind so sämtliche Daten zentral erfasst. Der ganze Papierkram entfällt.
Wann wird das Dienstbüchlein abgelöst?
Schon ab Juni werden keine neuen Dienstbüchlein mehr ausgegeben und bestehende nicht mehr nachgeführt. Ab dann gilt nur noch der Dienstmanager. Die meisten Dienstleistenden sollten daher mittlerweile bereits ihr Login erhalten haben. Über 170'000 Personen seien heute schon registriert.
Wo wird mein ÖV-Ticket erscheinen?
Es erscheint auf dem Swisspass. Du musst diesen im Dienstmanager verknüpfen. Das ÖV-Ticket sollte spätestens 24 Stunden vor dem Dienstantritt vorliegen.
Funktioniert die App auch offline?
Ja, das Vorweisen und Kontrollieren geht mit der Wallet-App auch ohne Netzwerkverbindung. Du brauchst nur eine, wenn du neue Dokumente hochladen willst.
Was ist, wenn ich mein Handy verliere?
Auf dem Handy sind keine militärischen Daten gespeichert. Sie können also nicht verloren gehen. Wer ein neues Smartphone kauft, muss sich bei seinem alten abmelden und beim neuen wieder neu registrieren.
Ich wurde in den Zivilschutz umgeteilt. Was passiert mit dem Dienstmanager?
Der Dienstmanager ist ab Juni genauso für den Zivilschutz verfügbar. Man kann sich dann entsprechend einloggen.
Das ist mir alles zu kompliziert. Muss ich den Dienstmanager benutzen?
Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung. Die Behörden empfehlen es aber sehr, weil es die Prozesse massiv vereinfache – gerade für sie. Tatsächlich aber gibt es bisher 388 «Verweigerer», also ein Bruchteil. Sie bekommen ihre Korrespondenz weiter per Post.
Ich habe gar kein Smartphone. Kann ich den Dienstmanager trotzdem nutzen?
Der Dienstmanager kann auch auf dem PC aufgerufen werden. Aber Achtung: Wenn du den Dienstmanager nicht auf dem Smartphone hast, musst du den Marschbefehl auf Papier ausgedruckt dabei haben. Sonst gibts bei den SBB eine Busse.
Ich habe keine Diensttage mehr zu leisten, muss ich mich trotzdem registrieren?
Nein, das ist nicht nötig. Die Einladung geht aber an alle, die noch aktiv eingeteilt sind. In deinem Fall wären die Unterlagen aber nur zur Information.
Kann ich ab Juni demnach mein Dienstbüchlein entsorgen?
Nein. Zwar wird es nicht mehr benötigt, dennoch musst du es bis zur Entlassung aufbewahren. Sollte es zum Beispiel Unstimmigkeiten bei den Diensttagen geben, gilt rechtlich in der Regel, was im Dienstbüchlein steht. Daher könnte es immer noch als Beleg dienen.
Und was kostet diese Umstellung?
Die Kosten für den gesamten Digitalisierungsprozess kommen auf rund 50 Millionen Franken. Das aber lohne sich, versichert die Armee. Sie spare jedes Jahr für Druck- und Portokosten mehrere Millionen.