In dieser europäischen Stadt tritt Shakira 2026 auf
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In eigenem Shakira-Stadium:In dieser europäischen Stadt tritt Shakira 2026 auf

Harry Styles, Shakira und mehr
Die grossen Stars machen einen Tour-Bogen um die Schweiz

Die Schweiz verliert an Attraktivität als Tourziel für Superstars wie Lady Gaga und Dua Lipa. Hohe Kosten und kleine Einzugsgebiete machen es Veranstaltern schwer. Das Hallenstadion plant deshalb eine Erweiterung auf 18'000 Plätze.
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Rosalía spielte vergangene Woche vor ausverkauften Rängen im Zürcher Hallenstadion. Dass Top-Namen wie sie die Schweiz besuchen, wird aktuell seltener.
Foto: Kevin Mazur/Getty Images for Liv

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz fehlt zunehmend auf Tourneeplanungen grosser Acts
  • Grosse Stars bevorzugen Grossstädte mit grösserem Publikum
  • Hallenstadion plant Kapazitätserweiterung auf 18'000 Plätze
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Tausende pilgerten letzte Woche ins Hallenstadion, um das Konzert des spanischen Superstars Rosalía (33) zu erleben. Der Gig war innert kürzester Zeit ausverkauft, die Produktion beeindruckend gross. Dass ein so aktueller Name mit seiner Tournee in der Schweiz haltmacht, war früher nichts Besonderes. Doch seit einigen Jahren fehlt die Schweiz vermehrt auf den Tourneeplänen der Top-Shots. Lady Gaga (39) kam mit ihrer «Mayhem Ball Tour» nicht in die Schweiz, auch Harry Styles (32), Louis Tomlinson (34), Dua Lipa (30) und Ariana Grande (32) hatten oder haben unser Land bei ihrer Tournee nicht auf dem Terminplan.

Woran liegt das? Ist die Schweiz als Tourstandort weniger attraktiv geworden? «Das ist pure Ökonomie. Die ganz grossen Tourneen funktionieren heute wie globale Industrien: Sie gehen dorthin, wo sie in kürzester Zeit vor möglichst vielen Menschen spielen können. Und da kann die Schweiz grössenmässig nicht mithalten», sagt die Schweizer Musikmanagerin Anita Maric (39). «Für internationale Tourplaner ist ein Stopp in der Schweiz nicht zwingend, auch weil die Distanzen kurz sind und viele Fans problemlos nach München, Mailand oder Paris reisen können.» Die Nachfrage fehle aber nicht. «Wenn ein absoluter Weltstar hier spielt, sind die Shows in der Regel sofort ausverkauft und ziehen auch internationales Publikum an. Gerade das zeigt, wie stark der hiesige Markt emotional funktioniert. Wirtschaftlich bleibt er für die grössten Produktionen jedoch eine ganz klare Herausforderung.»

Trend zu mehreren Konzerten am selben Standort

Diese Beobachtung macht auch Oliver Rosa (52), Managing Partner beim Schweizer Veranstalter Gadget Entertainment. «Gewisse Acts fokussieren sich zunehmend auf einzelne Märkte, mit grossen Einzugsgebieten, wo sie mehrere Shows an demselben Standort spielen können», sagt er. Früher seien Konzerttickets in der Schweiz teurer als in anderen Ländern gewesen, das habe den Markt für Musikschaffende attraktiv gemacht. «Doch das Preisniveau hat sich angeglichen, besonders bei den erfolgreichsten Künstlerinnen und Künstlern.»

Tatsächlich zeigt sich aktuell ein Trend hin zu mehreren Konzerten am selben Standort. Harry Styles kündigte für den Sommer eine Tour mit zehn Shows in Amsterdam und zwölf Gigs in London als Europa-Termine an. Ariana Grande spielt im Sommer zehn Mal in London. Shakira wird im Herbst mindestens elfmal vor über 50'000 Menschen im eigens dafür aufgebauten Estadio Shakira in Madrid auftreten. Und auch die Backstreet Boys haben eine feste Europa-Show in der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf (D). Auch da sind es ihre einzigen Europa-Termine.

«Ökologisch bedenkliche Entwicklung»

«Residence-Shows optimieren die Kosten der Acts. Fans sind bereit zu reisen, um ihre Stars zu sehen, und verbinden das Konzert mit einem Städtetrip», erklärt Oliver Rosa. Das habe auch seine Schattenseiten: «Ökologisch ist dies eine bedenkliche Entwicklung, wenn Zehntausende Menschen innerhalb von wenigen Tagen aus verschiedenen Ländern an eine Show reisen.»

Viele der Residence-Shows, darunter die von Shakira, Harry Styles, Ariana Grande und den Backstreet Boys, werden vom globalen Veranstalter Live Nation organisiert. Deren CEO für die DACH-Region, Marek Lieberberg (79), betont auf Anfrage von Blick: «Die Schweiz ist ein wichtiger Markt, den Live Nation immer in seine Überlegungen einbezieht, wobei lokale Besonderheiten und Stärken zu beachten sind. Auch für Deutschland und Österreich gelten derartige Kriterien, aber ein Markt mit 80 Millionen Menschen steht natürlich mehr im Fokus als einer mit 8 bis 9 Millionen», sagt er.

Bedarf an Alternativen für Arenen

Gemessen daran spiele die Schweiz sogar eine übergeordnete Rolle, «und unser attraktives Programm in allen Segmenten – Open Air, Arena, Konzerthalle oder Club – belegt das nachdrücklich. Während es im Open-Air-Bereich eine grosse Auswahl an Locations gibt, ist dies bei Arenen nicht der Fall», so Lieberberg. Hier gebe es auf lange Sicht einen konkreten Bedarf an Alternativen. «Obwohl sich das Hallenstadion sehr darum bemüht, auch weiterhin dem aktuellen Anforderungsprofil zu entsprechen.» Pläne für eigene Eventhallen, wie die Munich Arena beim Flughafen München, gebe es hierzulande nicht.

Stattdessen setzt man auf Anpassungen beim Zürcher Hallenstadion. Dort arbeitet man an einem Projekt zur Erhöhung der Dachhöhe und Dachlast und einer Erweiterung zur Steigerung der Kapazität von 15'000 auf rund 18'000 Plätze. «Das ist nach wie vor ein mittelfristiges Projekt, das wir erst in den gröbsten Zügen am Bearbeiten sind», sagt CEO Philipp Musshafen (51). «In einem nächsten Schritt wird die Machbarkeit der Ideen angeschaut und dann die Finanzierung. Das wird alles sicher noch zehn Jahre oder länger gehen.» Für Residence-Shows zeigt er sich offen: «Realistisch muss man aber sagen: Die Schweiz hat ein kleineres Einzugsgebiet als die ganz grossen Metropolen, und die Reise- und Übernachtungskosten sind im europäischen Vergleich eher hoch.»

Erhöhung der Ticketpreise als Lösung für Veranstalter

Als Überbrückung plädiert er dafür, bei stark nachgefragten, internationalen Top-Acts nicht nur die Kapazität isoliert zu betrachten. «Entscheidend sind neben Nachfrage auch die Kaufkraft und die wirtschaftliche Gesamtbetrachtung eines Events», so Musshafen. «Bei einzelnen internationalen Produktionen mit sehr hoher Nachfrage kann dieser ganzheitliche Blick helfen, strukturelle Nachteile der Kapazität gegenüber grösseren Metropolen mit Mehrumsatz auszugleichen.» Dies könnte unter anderem mit einer leichten Erhöhung der Ticketpreise für Schweizer Konzerte geschehen.

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Ganz auf Top-Namen verzichten müssen Schweizerinnen und Schweizer aber heuer nicht. Im Letzigrund spielen mit den Toten Hosen, Helene Fischer (41), Linkin Park und Metallica etablierte Acts, im Hallenstadion gibts Nullerjahre-Feeling mit «Mr. Worldwide» Pitbull (45) und den Pussycat Dolls. Und an den Schweizer Festivals spielen angesagte Namen wie die australische Musikerin Lorde (29, Gurtenfestival und Paléo), die schwedische Sängerin Zara Larsson (28, Open Air St. Gallen) und der US-Act Sombr (20, Gampel). Und mit Katy Perry (41) am Paléo-Festival Nyon VD findet auch eine Künstlerin den Weg in die Schweiz, die unser Land bei ihrer letzten Tournee ausgelassen hat.

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