Darum gehts
- Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft schleichend mit unspezifischen Symptomen wie Zahnfleischbluten
- Warnzeichen: Dunkle Hautstellen, brennende Füsse, Pilzinfekte oder Reizbarkeit
- In der Schweiz sind über 500'000 Menschen von Diabetes betroffen
Die meisten Menschen denken bei Diabetes sofort an starken Durst, häufigen Harndrang oder erhöhte Blutzuckerwerte. Tatsächlich entwickelt sich Typ-2-Diabetes aber oft schleichend und macht sich zunächst mit Beschwerden bemerkbar, die kaum jemand mit der Stoffwechselkrankheit in Verbindung bringt.
Gerade deshalb bleibt die Erkrankung häufig lange unentdeckt. Dabei gilt: Je früher Diabetes erkannt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden verhindern.
Zahnfleischbluten und trockener Mund
Blutet das Zahnfleisch regelmässig beim Zähneputzen oder fühlt sich der Mund ständig trocken an, kann das mehr sein als ein Zahnproblem. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann die Speichelproduktion verringern und das Wachstum von Bakterien fördern. Dadurch steigt das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Karies.
Brennende oder heisse Füsse
Kribbeln in den Füssen kennen viele. Wer jedoch das Gefühl hat, auf heissem Asphalt zu laufen, oder unter einem starken Brennen an den Fusssohlen leidet, sollte aufmerksam werden. Dahinter kann eine beginnende diabetische Nervenschädigung (Neuropathie) stecken.
Unerklärliche Gewichtsveränderungen oder Schwellungen
Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust gehört zu den bekannten Diabetes-Anzeichen. Weniger bekannt ist, dass auch geschwollene Knöchel, plötzlich enge Ringe oder Wassereinlagerungen auftreten können. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann die Blutgefässe schädigen und die Durchblutung beeinträchtigen.
Immer wieder Pilz- oder Harnwegsinfekte
Wer ständig unter Blasenentzündungen oder Pilzinfektionen leidet, sollte ebenfalls an den Blutzucker denken. Überschüssige Glukose im Urin und in Körperflüssigkeiten bietet Bakterien und Pilzen ideale Wachstumsbedingungen. Besonders Frauen sind davon häufig betroffen.
Dunkle Hautstellen am Hals oder in den Achseln
Samtige, dunkle Hautveränderungen, vor allem am Nacken, unter den Achseln oder in der Leistengegend, können auf eine Insulinresistenz hinweisen. Fachleute bezeichnen dieses Hautbild als Acanthosis nigricans. Es entsteht nicht durch mangelnde Hygiene, sondern kann ein frühes Warnsignal für Typ-2-Diabetes sein.
Konzentrationsprobleme und plötzliche Reizbarkeit
Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder das Gefühl von «Gehirnnebel» werden oft auf Stress oder Schlafmangel geschoben. Auch starke Blutzuckerschwankungen können jedoch das Gehirn beeinträchtigen. Manche Betroffene reagieren zudem plötzlich ungewöhnlich gereizt oder emotional.
Wann zum Arzt?
Keines dieser Symptome bedeutet automatisch, dass Diabetes vorliegt. Treten mehrere Anzeichen gleichzeitig auf oder halten sie über längere Zeit an, sollte der Blutzucker ärztlich kontrolliert werden. Eine einfache Blutuntersuchung, etwa der Nüchternblutzucker oder der Langzeitwert HbA1c, kann schnell Klarheit schaffen.
Das kannst du selbst tun
Neben einer ärztlichen Abklärung helfen oft schon kleine Veränderungen im Alltag:
- Mehr Bewegung – bereits ein täglicher Spaziergang nach dem Essen unterstützt die Blutzuckerregulation.
- Weniger stark verarbeitete Lebensmittel sowie zuckerhaltige Getränke.
- Mehr Gemüse, Ballaststoffe, gesunde Fette und eiweissreiche Lebensmittel.
- Den Blutzucker im Rahmen der Vorsorge regelmässig kontrollieren lassen, besonders bei Übergewicht oder familiärer Vorbelastung.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.