Es hätte ein fulminanter Auftakt in die Olympiasaison werden sollen. Stattdessen verletzte sich Corinne Suter am 3. Dezember 2025 beim Abfahrtstraining in St. Moritz. Die Abklärungen in der Klinik Hirslanden Zürich ergaben einen Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, eine Prellung des linken Kniegelenks sowie einen – zum Glück unkomplizierten – Bruch im hinteren Bereich des rechten Fusses.
Gottlob mussten die Verletzungen nicht operiert werden. Und bereits am 10. Januar 2026 gab die Speedspezialistin bei der Abfahrt im österreichischen Zauchensee ihr Comeback. «Ich konnte schon relativ schnell mit leichten Übungen beginnen. Und nach einigen Wochen war ich bereit, wieder intensiver zu trainieren», erzählt die 31-jährige Schwyzerin. «Es war ein schrittweiser Prozess, doch ich habe jede kleine Verbesserung gefeiert.»
Von der ersten Minute an in guten Händen
Mental sei der Prozess eine Herausforderung gewesen. «Aber ich habe versucht, positiv zu bleiben und mich auf jeden Fortschritt zu konzentrieren. Der Austausch mit Familie und Freunden hat mir enorm geholfen.»
Von Anfang an wurde Corinne Suter von Spezialistinnen und Spezialisten der Klinik Hirslanden Zürich betreut. Hirslanden ist Official Medical Partner von Swiss-Ski.
Hirslanden ist Official Medical Partner von Swiss-Ski. Die 300 Schneesport-Athletinnen und -Athleten des Verbands profitieren so von einem schweizweit integrierten Versorgungsmodell. Hirslanden unterstützt aber auch alle Breitensportlerinnen und -sportler – von der Prävention bis zum Verletzungsfall.
Hirslanden ist Official Medical Partner von Swiss-Ski. Die 300 Schneesport-Athletinnen und -Athleten des Verbands profitieren so von einem schweizweit integrierten Versorgungsmodell. Hirslanden unterstützt aber auch alle Breitensportlerinnen und -sportler – von der Prävention bis zum Verletzungsfall.
Alle Fäden liefen dabei bei Dr. med. Walter O. Frey zusammen, einer Koryphäe für Sportmedizin und Rehabilitation. Im Interview verrät der Hirslanden-Spezialist, welche Therapien bei Corinne Suter zum Einsatz kamen, wie die Heildauer positiv beeinflusst werden konnte und wie die Chancen stehen, dass die Speedspezialistin für den Rest der Saison wieder Vollgas geben kann.
Dr. Frey, wie schnell konnten Sie bei Corinne Suter die Behandlung starten?
Das Fundament jeder medizinischen Handlung ist eine korrekte, fundierte Diagnose. Bevor wir eine stellen konnten, waren in diesem Fall drei MRIs sowie eine umfassende klinische Untersuchung der verletzten Athletin nötig. Und es brauchte eingehende zusätzliche Abklärungen. Gemeinsam mit der Patientin recherchierten wir etwa den Ablauf der Verletzungsmechanismen – inklusive Studium der Videoaufnahmen. Erst danach folgte die Diagnose, gemäss der dann die Rehapläne entwickelt wurden.
Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, Prellung des linken Kniegelenks, Fraktur im Rückfussbereich rechts, Schmerzen überall. Wo fängt man da überhaupt an?
Nach der Diagnosestellung wird für jede Verletzung ein eigener Rehaplan erstellt. Die Pläne laufen grundsätzlich parallel. Sind, wie in diesem Fall, beide Beine betroffen, geht das aber nicht. Wir mussten die Reha so anpassen, dass das linke Knie in einem kleinen Bewegungsumfang voll belastet werden durfte, damit der rechte Rückfuss durch Stöcke entlastet werden konnte.
Wie haben Sie die Schmerzen unter Kontrolle gebracht?
Grundsätzlich werden die Schmerzen von zwei Seiten angegangen: lokal sowie systemisch. Lokal bedeutet Ruhigstellung, Kühlen, Kompression, die Verwendung von entzündungshemmenden Salben oder Gels sowie manuelle physiotherapeutische Massagetechniken, die abschwellend wirken. Systemisch heisst, dass die Schmerzen durch Medikamente gelindert werden, die über die Blutbahn auf alle Verletzungen parallel wirken. In der Regel kommen dabei neben schmerz- auch entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Um einen raschen, effizienten Durchbruch zu erzielen, werden alle Methoden gleichzeitig angewendet.
Was waren die Herausforderungen?
Wir in der Medizin kennen die Heilungsdauer von verletzten Körperstrukturen. Sicherheitshalber ist sie jeweils eher grosszügig bemessen. Verletzen sich Athletinnen und Athleten während der Saison, gilt es für sie aber, möglichst rasch in den Sport zurückkehren zu können. Die allergrösste Herausforderung ist dabei, die Heilungszeit derart optimal zu timen, dass zum Beispiel eine Fraktur gerade zu dem Zeitpunkt genügend zusammengewachsen ist, in dem im ersten Abfahrtstraining die Landung nach dem Sprung ausgehalten werden muss. Eine Gratwanderung.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von Corinne Suter von jener bei regulären Patientinnen und Patienten?
Letztere haben mehr Spatzung bei der Heilungsdauer. Dafür haben Profi-Athletinnen und -Athleten die Möglichkeit, sich zu 100 Prozent auf ihren Heilungsprozess zu konzentrieren. Der gesamte Tag steht kompromisslos im Zeichen von optimal dosierten Rehabilitationsmassnahmen, genügend Schlaf und optimierter Ernährung mit zusätzlichen Supplementen und mehrfachen, fein dosierten Belastungsformen über zwölf Stunden verteilt. Es gibt keine Kompromisse, bei denen etwa ein Arbeitsweg zurückgelegt werden muss oder an einem Pult oder einer Werkbank gearbeitet wird und dabei die Strukturen nicht optimal – oder eventuell sogar kontraproduktiv zur Heilung – belastet werden.
Welche Geräte kamen bei der Reha zum Einsatz?
Um schwerelos zu trainieren, haben wir vor allem die Wassertherapie ausgenutzt. Da es keine verwandte Sportart zum Skifahren gibt, begann Corinne Suter bereits sehr frühzeitig mit sogenanntem therapeutischem Skifahren. Dabei fuhr sie auf Touristenski in leichtem Gelände, um sowohl die Gewebestrukturen sportartspezifisch zu belasten als auch das Gefühl des Gleitens so rasch wie möglich wieder zu erleben.
Welche Physiotherapieformen haben Sie angewendet?
Bei Corinne Suter standen anfangs Massnahmen im Vordergrund, die abschwellend wirkten, das Gewebe lockerten und die Erhaltung der Gelenkmobilität unterstützten. Später, im Verlauf der Reha, kamen aktive Massnahmen zum Einsatz. Dabei trainierte sie selbst, anstatt sich, wie vorher, von jemandem behandeln zu lassen. Und hier lag der Fokus auf dem Aufbau der Stabilität im Rumpf- und Beckenbereich inklusive der Beinachsen und des Oberkörpers.
Wäre noch mehr passiert, wenn Corinne Suter nicht so fit und durchtrainiert wäre?
Eine Topfahrerin wie sie beherrscht ihre Ski nicht nur, solange sie auf der Linie Richtung Ziel fährt: Sie weiss auch bei einem Sturz katzenhaft, wie sie sich zu verhalten hat, damit es möglichst zu keinen Verletzungen kommt.
Wann wird Corinne Suter vollständig genesen sein?
Wie oben geschildert, hatten wir alles unternommen, damit sie schon im Januar wieder ihre ersten Rennen bestreiten konnte. Anfang Februar dürfte sie wieder ganz fit sein. So hat sie nur wenig von der Saison verpasst. Würden die Reha-Schemata angewendet, die bei regulären Patientinnen und Patienten zum Zug kommen, würde Corinne Suter zu diesem Zeitpunkt erst langsam wieder mit Skifahren beginnen ...
Wie kann man sich als Hobbyskifahrer oder -skifahrerin optimal für den Pistenplausch vorbereiten und Verletzungen vermeiden? Das rät Dr. med. Walter O. Frey:
- Bereits im Juli mit dem allgemeinen konditionellen Aufbau beginnen.
- Sich an jedem Skitag schon am Morgen optimal aufwärmen, zum Beispiel auf dem Standvelo zu Hause. Hat man die Ski dann an den Füssen, vor dem Losfahren noch ein Stretching-Programm absolvieren. «So startet man gut aufgewärmt und elastisch zur ersten Fahrt», sagt der Spitzenmediziner.
- Die Ausrüstung muss auf das Fahrkönnen abgestimmt und die Bindung passend auf Grösse und Gewicht eingestellt sein.
- Das Tempo ist in eigener Verantwortung stets dem Können anzupassen.
- Braucht man eine Pause, sollte diese unbedingt immer ganz am Pistenrand eingelegt werden.
- Die «Slope Track»-App der Suva herunterladen. Frey: «Ich durfte sie mitentwickeln. Sie bietet komprimiert in animierender Art und Weise konkrete Übungen und Tipps zum unfallfreien Skifahren, inklusive verschiedener Challenges mit unseren Skistars.»
Wie kann man sich als Hobbyskifahrer oder -skifahrerin optimal für den Pistenplausch vorbereiten und Verletzungen vermeiden? Das rät Dr. med. Walter O. Frey:
- Bereits im Juli mit dem allgemeinen konditionellen Aufbau beginnen.
- Sich an jedem Skitag schon am Morgen optimal aufwärmen, zum Beispiel auf dem Standvelo zu Hause. Hat man die Ski dann an den Füssen, vor dem Losfahren noch ein Stretching-Programm absolvieren. «So startet man gut aufgewärmt und elastisch zur ersten Fahrt», sagt der Spitzenmediziner.
- Die Ausrüstung muss auf das Fahrkönnen abgestimmt und die Bindung passend auf Grösse und Gewicht eingestellt sein.
- Das Tempo ist in eigener Verantwortung stets dem Können anzupassen.
- Braucht man eine Pause, sollte diese unbedingt immer ganz am Pistenrand eingelegt werden.
- Die «Slope Track»-App der Suva herunterladen. Frey: «Ich durfte sie mitentwickeln. Sie bietet komprimiert in animierender Art und Weise konkrete Übungen und Tipps zum unfallfreien Skifahren, inklusive verschiedener Challenges mit unseren Skistars.»
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
Kontakt: E-Mail an Brand Studio
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