Foto: Alain Kunz

Für dich degustiert: die Revolution der populärsten Piemont-Traube
Nebbiolando! Barolo und Co. sind modern

Viele junge Weinfreaks sind abgeschreckt, wenn sie das Wort Barolo hören. Das sei doch derart barock, dass einem gleich Vivaldi oder Caravaggio entgegenhüpfen müsse. Quatsch! Barolo und damit Nebbiolo sind hoch modern.
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Eine ausrangierte Diskothek – hier der Tresen – ist ein Blickfang im Keller der Tenuta Carretta in Piobesi d'Alba.
Foto: Alain Kunz
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Alain KunzWein-Kolumnist

Nebbiolando! Wer dieses Schlagwort als Marketinginstrument kreiert hat, dem gebührt ein Preis. Nebbiolando beschreibt die Welt der im Piemont dominierenden Rebsorte Nebbiolo. Es ist eine echte Spielwiese. Es gibt sie in Dutzenden Ausprägungen. Als Spumante, als leichter Trinkwein. Als beschwingter Barbaresco. Als eleganter Barolo. Als Preis-/Leistungstopwein im Roero. Oder eben als barocke, veraltete, grüne, massige Version?

Geduld, Geduld, Geduld – und dann?

Klar, diese Art gibt es immer noch. Das geht dann so, dass man das tanninstrotzende Ding erstmal einige Jahre vergessen muss. (Doch wer hat schon einen dafür wirklich geeigneten Keller?). Danach jährlich probieren, ob es nun endlich Spass macht, und am Ende steht ein Monster. «Schwer» soll das Ding sein. So sagt man. Was auch immer das bedeuten mag. So oder so ist es Quatsch. Der Wein mag schwierig sein. Aber schwer? Vielmehr sind Baroli leichtfüssig und beschwingt. Grundsätzlich.

Doch die Monster sterben aus …

Im funky Piemont gibt es immer mehr Keller, die von Jungen geführt werden. Und nicht etwa nur, weil sie diese geerbt haben, sondern weil sie sie selbst ins Leben gerufen haben. Und das in einer der schwierigsten Weinzeit ever! Doch hier soll nicht von den jungen Wilden die Rede sein. Denen werde ich mich ein andermal widmen. Sondern es soll darum gehen, dass die Weine – egal von wem – kaum mehr darauf ausgelegt werden, ein Jahrzehnt lang nicht angefasst werden zu dürfen. Die Stichworte: frühere Trinkreife, leichtere Bekömmlichkeit.

Die Flaschenlager der Tenuta Carretta sind auch eine kleine Kunstgalerie.
Foto: Alain Kunz

Und hier kommt die Tenuta Carretta ins Spiel. Sie ist es, die mit dem Slogan «Nebbiolando» wirbt. «Das steht für den Geist der Nebbiolo-Weine», sagt Direktor Giovanni Minetti. Im Portfolio der Cantina in Piobesi d’Alba findet man aber nicht nur Nebbiolo und deren bereits erwähnte Spielarten, sondern alles, was das Piemont hergibt. Auch Schaumwein, Arneis, Riesling, Favorita und Co. 

Carretta: Eine der Wiegen piemontesischen Weinbaus

Die Tenuta Carretta wird 1467 gegründet. Das ist das Zeitalter der Renaissance und damit von Leonardo da Vinci und Machiavelli. Es ist das Zeitalter auch des Erblühens des Weinbaus, weil erstmals richtig Handel betrieben wird. Damals war das heutige Italien immer noch der Nabel der Welt. Aber nicht das Piemont. Auch nicht der dortige Weinbau. Erst im 18. Jahrhundert wird aus den banalen Süssweinen etwas Edles, weil die Weine nun trocken ausgebaut werden, sie werden bald zu den Weinen der Könige des Hauses Savoyen. Die zweite Revolution indes reicht nicht so lange zurück: «Ende der 1980-Jahre änderte sich die Herangehensweise an Barolo», erzählt Minetti, der sagt, dass zu dieser Zeit niemand mehr Barolo kaufte, und wenn einer einen im Keller hatte, dann nur, weil die Flasche ein Geschenk gewesen sei … «Die Weine waren wirklich untrinkig! Hart, reduktiv, unsauber. Das machte keinen Spass.» Und dann stand auf den Flaschen noch, man müsse sie Stunden vor dem Konsum öffnen. «Wie soll man da spontan eine Flasche öffnen?»

Mit mehr Hygiene wurden die Weine besser

Doch dann kamen neue Techniken ins Spiel, neue Behälter wie Stahltanks, Barriques. Und vor allem: saubere Behälter! Minetti: «Das war die eigentliche Revolution. Dass man nicht mehr nur jahrzehntelang in Gebrauch gewesene grosse Holzfässer benutzte, die man nicht mehr richtig sauber kriegte. Es mag zwar dämlich tönen. Aber die Hygiene war ein Schlüsselelement.» Doch es brauchte Zeit, bis man die Früchte der geänderten Produktionsbedingungen ernten konnte. Events und Degustationen halfen mit, den Leuten die «Furcht» (Minetti) vor Barolo zu nehmen. Spätestens 2014, als der Dok-Film «Barolo Boys» über die Revolutionäre der 80er- und 90er-Jahre ausgestrahlt wurde, änderte sich das Image des Weins.

Flaschenlager in einer ausrangierten Diskothek

Das war auch das Jahr, in welchem Minetti als CEO bei Carretta eintrat. Mit einem reichen Erfahrungsschatz, denn er war jahrelang Präsident des lokalen Weinkonsortiums gewesen. Etwas änderte er als Erstes: Die Diskothek im Betrieb wurde ausrangiert. «Ich hatte mich schon immer gefragt, was die hier soll. Auch weil sie nicht mehr so gut lief. Wir brauchten den Raum für das Flaschenlager.» Der Tresen steht als Erinnerung an damals immer noch. Man kann sich also lebhaft vorstellen, wie das hier in der Blütezeit solcher Lokale war.

In dieser Story werden weitere Betriebe vorgestellt, welche für diese einzigartige Rebsorte stehen, für den Nebbiolo: Die Kellereien Parusso, Burlotto – und Gaja. Die beiden Letzteren habe ich an dieser Stelle bereits ausführlich vorgestellt. Also beschränke ich mich auf die neuen Jahrgänge. Dazu die Weine einer Masterclass anlässlich der Trüffelmesse in Alba. Viel Spass!

Die Weine der Tenuta Carretta
  • Spumante Nebbiolo d’Alba Airali Cuvée San Rocco Extra Brut Rosé 2022: 92/100
  • Spumante Airali Alta Langa Brut 2020: 93/100
  • Spumante Aurali Alta Langa Pas Dosé 2020: 93/100
  • Roero Arneis Cayega 2023: 89-90/100 (20 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Roero Arneis Riserva Alteno della Fontana 2020: (vier Jahre Flaschenreifung): 92-93/100
  • Roero Arneis Riserva Bric Paradiso 2017: 90/100
  • Roero Arneis Riserva Canorei 2023 (Eiche): Verhalten-florale Nase, typisch, dezente Agrumen, etwas Gelbfrucht; Schmelz, leichtfüssig, wenig Säure, elegant, wunderbar trinkig, rechtes Finish. 92-93/100 (25 Franken)
  • Langhe Favorita 2022: 85/100
  • Langhe Riesling Campofranco 2021 (nur Stahl): 93/100
  • Cereja Langhe Rosato 2022 (80% Nebbiolo, 20% Barbara): 87/100 (16.50 Franken bei www.vieni.ch. 138 statt 230 Franken für die Salmanazar, also die 6-Liter-Flasche bei Delea!)
  • Barbera d’Alba Superiore Bric Quercia 2019: 88/100 (23 Franken)
  • Malgrà Gaiana Nizza 2018 (Barbera d’Asti Superiore): 90/100 (18.95 Franken bei www.flaschenpost.ch)
  • Podio Podium Serrae Langhe Nebbiolo 2021: 88/100 – Jahrgang 2018: 91/100 (21 Franken)
  • Nebbiolo d‘Alba Superiore Tavoleto 2023: verhaltene, sehr fruchtige Nase, Kirschen, mineralisch: Schmelz, knackig, rechte Tannine, Mundfülle, ätherisch, lang. 92/100
  • Barbaresco Garassino 2022: 92-93/100 (39.50 Franken)
  • Barbaresco Riserva Cascina Bordino 2019: 94/100 (56 Franken)
  • Roero Bric Paradiso Riserva 2020 (Monopollage): sehr schöne, tiefe, ätherische Nase, harmonisch, floral, auch rote Beeren, Griottes; Schmelz, Tiefgang, Power, aber immer elegant, smartes verhaltenes Tannin, lang. 93-94/100
  • Barolo Cascina Ferrero 2021 (Tonneaux): 94/100 (45 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Barolo Cannubi 2020 (Foto, Tonneaux und grosse Fässer): 95/100 (75 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Barolo Cannubi Riserva Collezione Franco Miroglio 2014: Supernase, sehr tief, kräuterig, Rosen, leicht apfelig, Rauch; Schmelz, total rund, superfrisch, Top-Tannine, druckvoll, total harmonisch, animierend, Mundfülle, macht Spass, superlang. 96-97/100 – Jahrgang 2017: 94/100 (155 Franken)

(Die Weine gibts, wo keine andere Quelle angegeben, bei www.delea.ch. Die Weine ohne Preis sind in der Schweiz nicht erhältlich.)

Exquisiter Barolo der Tenuta Carretta: Der Cannubi aus der gleichnamigen Toplage in Monforte d'Alba.
Alain Kunz
  • Spumante Nebbiolo d’Alba Airali Cuvée San Rocco Extra Brut Rosé 2022: 92/100
  • Spumante Airali Alta Langa Brut 2020: 93/100
  • Spumante Aurali Alta Langa Pas Dosé 2020: 93/100
  • Roero Arneis Cayega 2023: 89-90/100 (20 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Roero Arneis Riserva Alteno della Fontana 2020: (vier Jahre Flaschenreifung): 92-93/100
  • Roero Arneis Riserva Bric Paradiso 2017: 90/100
  • Roero Arneis Riserva Canorei 2023 (Eiche): Verhalten-florale Nase, typisch, dezente Agrumen, etwas Gelbfrucht; Schmelz, leichtfüssig, wenig Säure, elegant, wunderbar trinkig, rechtes Finish. 92-93/100 (25 Franken)
  • Langhe Favorita 2022: 85/100
  • Langhe Riesling Campofranco 2021 (nur Stahl): 93/100
  • Cereja Langhe Rosato 2022 (80% Nebbiolo, 20% Barbara): 87/100 (16.50 Franken bei www.vieni.ch. 138 statt 230 Franken für die Salmanazar, also die 6-Liter-Flasche bei Delea!)
  • Barbera d’Alba Superiore Bric Quercia 2019: 88/100 (23 Franken)
  • Malgrà Gaiana Nizza 2018 (Barbera d’Asti Superiore): 90/100 (18.95 Franken bei www.flaschenpost.ch)
  • Podio Podium Serrae Langhe Nebbiolo 2021: 88/100 – Jahrgang 2018: 91/100 (21 Franken)
  • Nebbiolo d‘Alba Superiore Tavoleto 2023: verhaltene, sehr fruchtige Nase, Kirschen, mineralisch: Schmelz, knackig, rechte Tannine, Mundfülle, ätherisch, lang. 92/100
  • Barbaresco Garassino 2022: 92-93/100 (39.50 Franken)
  • Barbaresco Riserva Cascina Bordino 2019: 94/100 (56 Franken)
  • Roero Bric Paradiso Riserva 2020 (Monopollage): sehr schöne, tiefe, ätherische Nase, harmonisch, floral, auch rote Beeren, Griottes; Schmelz, Tiefgang, Power, aber immer elegant, smartes verhaltenes Tannin, lang. 93-94/100
  • Barolo Cascina Ferrero 2021 (Tonneaux): 94/100 (45 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Barolo Cannubi 2020 (Foto, Tonneaux und grosse Fässer): 95/100 (75 Franken. Auch bei www.gastrovin.ch und www.flaschenpost.ch)
  • Barolo Cannubi Riserva Collezione Franco Miroglio 2014: Supernase, sehr tief, kräuterig, Rosen, leicht apfelig, Rauch; Schmelz, total rund, superfrisch, Top-Tannine, druckvoll, total harmonisch, animierend, Mundfülle, macht Spass, superlang. 96-97/100 – Jahrgang 2017: 94/100 (155 Franken)

(Die Weine gibts, wo keine andere Quelle angegeben, bei www.delea.ch. Die Weine ohne Preis sind in der Schweiz nicht erhältlich.)

Burlotto macht den Lieblingswein von Gaja

Der Name suggeriert schon Geschichte pur: Comm. G.B. Burlotto. Und, ja, die Vorahnung täuscht keineswegs: Das Gut von Fabio Alessandria in der kleinen Barolo-Gemeinde Verduno ist ein historisches. Das Kellerei-Gebäude geht aufs 18. Jahrhundert zurück, das Weingut aufs Jahr 1850. Der Gründer ist Giovan Battista Burlotto, später als Cavalier GiBi Burlotto zur Legende geworden. Damals belieferte der Mann, der später den Verdienstorden und Ehrentitel Commendatore (wie zum Beispiel Enzo Ferrari) erhielt, deshalb das Comm., auch das Königshaus von Savoyen. Doch diese Zeiten verblassten. Burlotto wurde zu einem Weingut unter vielen. Bis Fabio, der Ur-Ur-Enkel des Commendatore, Anfang Jahrtausend die Leitung übernahm.

Die alte Fassade der Kellerei Comm. G.B. Burlotto ist so legendär wie der Barolo Monvigliero: An ihr prangen die Goldmedaillen, die sie an Wineshows aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert erhalten hat.
Foto: Alain Kunz

Fabio setzt auf traditionelle Gefässe, also grosse Fässer, und auf Ganztraubenpressung. Das Resultat: Vor allem der Monvigliero hat sich als einer der besten Weine Italiens, ja der Welt etabliert. So ist er einer der Favoriten des grossen Angelo Gaja! Speziell sind auch die Preise. Wer die Gelegenheit hat, Flaschen ab Hof kaufen zu dürfen, kriegt den Barolo für rund 40 Euro, den sagenhaften Barolo Monvigliero wie auch den Cannubi für rund 70 Euro. Im Supermarkt um die Ecke kosten dieselben Weine 189 respektive 415 und 389 Euro… In der Schweiz sind sie ein klein wenig preisgünstiger. Zugreifen heisst es beim Nebbiolo, der ein kleiner Barolo ist und für rund 22 Franken zu haben ist! Das Weingut haben wir schon mal detailliert vorgestellt. Hier ist der Link.

Die Weine von Comm. G.B. Burlotto
  • Langhe Sauvignon Dives 2023 (reift 10 Monate in italienischem Kastanienholz): 92/100 (22.50 Franken. www.selection-b.ch)
  • Pelaverga 2023: 90/100 (22 Franken. www.smithandsmith.ch)
  • Dolcetto d’Alba 2023: 89/100 (21 Franken. www.vinidivini.ch).
  • Barbera d’Alba 2023 (in diesem Jahr wurde kein Aves gekeltert, also ist das ganze Traubenmaterial des Jahres in diesem Wein): 91/100 (21.80 Franken. www.smithandsmith.ch)
  • Barbera d’Alba Aves 2021: 92-93/100 (26 Franken. www.vinidivini.ch)
  • Freisa 2023 (10 Monate in gebrauchtem Holz): 92/100 (20.50 Franken. www.cavesa.ch)
  • Nebbiolo d’Alba 2023 (Foto, 10 Monate in gebrauchtem Holz; aus Reben, die an die Barolo-Zone angrenzen, aber ausserhalb davon sind. Dazu junge Reben aus Barolo-Gemeinden): Verhaltene, tendenziell rotbeerige Nase, Kräuter; Schmelz, Top-Frucht, Erd- und Himbeeren, Rosen, total feingliedrig, elegant, easy Fluss, Mundfülle, leicht zältlig, superlang. Ein unfassbar guter Nebbiolo. Unbedingter Kauftipp! 92-93/100 (22.50 Franken. www.cavesa.ch)
  • Barolo 2021: 92-93/100 (85 Franken. www.selection-b.ch)
  • Barolo Acclivi 2023 (Verschnitt aus drei Lagen in Verduno): 95/100 – Jahrgang 2019: 93/100. Jahrgang 2018: 95/100 (194 Franken. www.lucullus.ch)
  • Barolo Castelletto 2023 (Lagen in Monforte d’Alba von 50-jährigen Reben, die Alessandria 2018 gekauft hat): Verhaltene Nase mit Frucht zwischen rot und schwarz, tief, Würze; Schmelz, rechte Tannine, Frische, Eleganz, rechte Power, total trinkig, Tiefgang, superlang! 96/100 (259.45 Franken. www.arvi.ch)
  • Barolo Monvigliero 2021 (Reben sind 10-, 33- und 60-jährig; 100% Ganztraubenpressung): Super-expressive, explosive Nase, Rotfrucht, Tiefe, leichte Erdigkeit, Kräuter, Medizinaltouch, wow! Schmelz, Erdbeeren, zart apfelig, ätherisch, frisch, supersmoothe Tannine, Mundfülle, perfekte Struktur, neverending. Was für ein sensationeller Wein! 98/100 – Jahrgang 2018: 96-97/100 (351 Franken für Jahrgang 2018. 506 Franken für Jahrgang 2021. www.vinpark.ch)
  • Barolo Cannubi 2021 (38 Jahre alte Reben): Verhaltene, leicht rotbeerige Nase, im Ansatz dennoch schwarze Kirschen, würzig; Power, feine Tannine, Tiefe, vertikal-stringent, sehr typisch, auch Rosen, Frische, knackig, viel zu junge, ätherisch, Superlänge. 97/100 – Jahrgang 2018: 96-97/100 (270.95 Franken. www.arvi.ch)
Gehört zu den besten Baroli und damit automatisch zu den besten Weinen der Welt: Der Monvigliero von Comm. G.B. Burlotto.
Alain Kunz
  • Langhe Sauvignon Dives 2023 (reift 10 Monate in italienischem Kastanienholz): 92/100 (22.50 Franken. www.selection-b.ch)
  • Pelaverga 2023: 90/100 (22 Franken. www.smithandsmith.ch)
  • Dolcetto d’Alba 2023: 89/100 (21 Franken. www.vinidivini.ch).
  • Barbera d’Alba 2023 (in diesem Jahr wurde kein Aves gekeltert, also ist das ganze Traubenmaterial des Jahres in diesem Wein): 91/100 (21.80 Franken. www.smithandsmith.ch)
  • Barbera d’Alba Aves 2021: 92-93/100 (26 Franken. www.vinidivini.ch)
  • Freisa 2023 (10 Monate in gebrauchtem Holz): 92/100 (20.50 Franken. www.cavesa.ch)
  • Nebbiolo d’Alba 2023 (Foto, 10 Monate in gebrauchtem Holz; aus Reben, die an die Barolo-Zone angrenzen, aber ausserhalb davon sind. Dazu junge Reben aus Barolo-Gemeinden): Verhaltene, tendenziell rotbeerige Nase, Kräuter; Schmelz, Top-Frucht, Erd- und Himbeeren, Rosen, total feingliedrig, elegant, easy Fluss, Mundfülle, leicht zältlig, superlang. Ein unfassbar guter Nebbiolo. Unbedingter Kauftipp! 92-93/100 (22.50 Franken. www.cavesa.ch)
  • Barolo 2021: 92-93/100 (85 Franken. www.selection-b.ch)
  • Barolo Acclivi 2023 (Verschnitt aus drei Lagen in Verduno): 95/100 – Jahrgang 2019: 93/100. Jahrgang 2018: 95/100 (194 Franken. www.lucullus.ch)
  • Barolo Castelletto 2023 (Lagen in Monforte d’Alba von 50-jährigen Reben, die Alessandria 2018 gekauft hat): Verhaltene Nase mit Frucht zwischen rot und schwarz, tief, Würze; Schmelz, rechte Tannine, Frische, Eleganz, rechte Power, total trinkig, Tiefgang, superlang! 96/100 (259.45 Franken. www.arvi.ch)
  • Barolo Monvigliero 2021 (Reben sind 10-, 33- und 60-jährig; 100% Ganztraubenpressung): Super-expressive, explosive Nase, Rotfrucht, Tiefe, leichte Erdigkeit, Kräuter, Medizinaltouch, wow! Schmelz, Erdbeeren, zart apfelig, ätherisch, frisch, supersmoothe Tannine, Mundfülle, perfekte Struktur, neverending. Was für ein sensationeller Wein! 98/100 – Jahrgang 2018: 96-97/100 (351 Franken für Jahrgang 2018. 506 Franken für Jahrgang 2021. www.vinpark.ch)
  • Barolo Cannubi 2021 (38 Jahre alte Reben): Verhaltene, leicht rotbeerige Nase, im Ansatz dennoch schwarze Kirschen, würzig; Power, feine Tannine, Tiefe, vertikal-stringent, sehr typisch, auch Rosen, Frische, knackig, viel zu junge, ätherisch, Superlänge. 97/100 – Jahrgang 2018: 96-97/100 (270.95 Franken. www.arvi.ch)

Barbaresco-Ikone Gaja: Auch die Baroli sind ausserirdisch

Der Name ist ein Mythos: Gaja. Mittlerweile hat sich der Godfather des italienischen Weinbaus, Angelo (85), aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Die grossen Leitlinien gibt er unverändert vor. Doch den Job machen nun seine Töchter Gaia und Rosanna und Sohn Giovanni. Und das mit der gleichen Akribie und Besessenheit wie Il Papa. Hier gibts die neuen Jahrgänge der Weine aus der piemontesischen Heimat der Gajas, die ja auch in der Toskana (Bolgheri und Montalcino) sowie am Ätna auf Sizilien aktiv sind.

Dass der Maestro dieses Foto zulässt, bedeutet: Er ist Fan dieses Weins! Angelo Gaja (l.), Sohn Giovanni (r.) und Alain Kunz von Blick mit der eben getrunkenen Flasche Barolo Monvigliero von Burlotto.
Foto: Martina Kunz
Die neuen Gaja-Jahrgänge aus dem Piemont
  • Rossj-Bass Langhe Chardonnay: 92-93/100 (65 Franken) – Jahrgang 2023: 93/100
  • Sito Moresco 2023: 92-93/100 (49.90 Franken) – – Jahrgang 2022: 92/100
  • Barbaresco 2022: 93-94/100 (229 Franken) – Jahrgang 2021: 95/100
  • Costa Russi Barbaresco 2022 (ist der untere Teil der Sori-Tildin-Lage): 94-95/100 (575 Franken) – Jahrgang 2021: 96/100
  • Sori Tildin Barbaresco 2022: Ausladende Nase, tief, ätherisch, leicht herbal, wohl alles da wie Rosen, Kirschen, Kräuter, aber alles auf Understatement; reich, Tiefe, Power, Dichte, wunderschöne samtene Tannine, total komplex, perfekte Textur, totale Mundfülle, ist ein typischer Gaja, also Liga 1A, aber mit ein bisschen weniger Finesse als üblich, dennoch hoch komplex, superlang. 97/100 (620 Franken) – Jahrgang 2021: 96-97/100
  • Sori San Lorenzo Barbaresco 2022: Ausufernde, explosive Nase, Tiefe, viel Frucht, Mineralität, Würze, Espressonote, dunkel, gar etwas Holzkohle; Schmelz, knackige Säure, auch präsentes Tannin, das eine leichte Grüne hat, füllt aber alles aus, rechte Power, ätherisch, sehr lang. 95/100 (670 Franken) – Jahrgang 2021: 98/100
  • Barolo Dagromis 2021: 94/100 (76 Franken) – Jahrgang 2020: 92-93/100
  • Barolo Conteisa 2021 (Cerequio in La Morra): 94/100 (350 Franken) – Jahrgang 2020: 94/100
  • Barolo Sperss 2021 (Serralunga d’Alba): Ausladende Nase, viel Rosen und Flieder, viel Erdbeere, aber auch Griottes und Zwetschgen, Würze; Schmelz, leichtfüssig und doch mächtig, Tannine kommen erst später, sind feinkörnig und griffig, hat Struktur, Power, Mundfülle, und ist trotz allem nie überladen, bleibt elegant bis zum Schluss, noch etwas wild, hat aber gewaltiges Potenzial, sensationelles Finish. 97-98/100 (430 Franken) – Jahrgang 2020: 97/100
  • Darmagi Cabernet Sauvignon 2022: Supernase, Tiefe, Griottes, Lakritze, dunkle Frucht wie Zwetschgen, Brombeeren; Schmelz, wieder viel Frucht, gar leichte Süsse, superreich; knackig, dezente Säure, samtene Tannine, ist ein Wein mit grosser Pauillac-Verwandtschaft, minim parfümig, ein Überschwang an Ausdruck, dem die Italiener Esuberanza sagen, ätherisch, füllt alles aus, enorm lang. 96-97/100 (350 Franken) – Jahrgang 2021: 95/100

(Die Weine gibts bei www.weibelweine.ch)

Phänomenale Qualität, nach wie vor: die Weine von Gaja aus dem Piemont.
Alain Kunz
  • Rossj-Bass Langhe Chardonnay: 92-93/100 (65 Franken) – Jahrgang 2023: 93/100
  • Sito Moresco 2023: 92-93/100 (49.90 Franken) – – Jahrgang 2022: 92/100
  • Barbaresco 2022: 93-94/100 (229 Franken) – Jahrgang 2021: 95/100
  • Costa Russi Barbaresco 2022 (ist der untere Teil der Sori-Tildin-Lage): 94-95/100 (575 Franken) – Jahrgang 2021: 96/100
  • Sori Tildin Barbaresco 2022: Ausladende Nase, tief, ätherisch, leicht herbal, wohl alles da wie Rosen, Kirschen, Kräuter, aber alles auf Understatement; reich, Tiefe, Power, Dichte, wunderschöne samtene Tannine, total komplex, perfekte Textur, totale Mundfülle, ist ein typischer Gaja, also Liga 1A, aber mit ein bisschen weniger Finesse als üblich, dennoch hoch komplex, superlang. 97/100 (620 Franken) – Jahrgang 2021: 96-97/100
  • Sori San Lorenzo Barbaresco 2022: Ausufernde, explosive Nase, Tiefe, viel Frucht, Mineralität, Würze, Espressonote, dunkel, gar etwas Holzkohle; Schmelz, knackige Säure, auch präsentes Tannin, das eine leichte Grüne hat, füllt aber alles aus, rechte Power, ätherisch, sehr lang. 95/100 (670 Franken) – Jahrgang 2021: 98/100
  • Barolo Dagromis 2021: 94/100 (76 Franken) – Jahrgang 2020: 92-93/100
  • Barolo Conteisa 2021 (Cerequio in La Morra): 94/100 (350 Franken) – Jahrgang 2020: 94/100
  • Barolo Sperss 2021 (Serralunga d’Alba): Ausladende Nase, viel Rosen und Flieder, viel Erdbeere, aber auch Griottes und Zwetschgen, Würze; Schmelz, leichtfüssig und doch mächtig, Tannine kommen erst später, sind feinkörnig und griffig, hat Struktur, Power, Mundfülle, und ist trotz allem nie überladen, bleibt elegant bis zum Schluss, noch etwas wild, hat aber gewaltiges Potenzial, sensationelles Finish. 97-98/100 (430 Franken) – Jahrgang 2020: 97/100
  • Darmagi Cabernet Sauvignon 2022: Supernase, Tiefe, Griottes, Lakritze, dunkle Frucht wie Zwetschgen, Brombeeren; Schmelz, wieder viel Frucht, gar leichte Süsse, superreich; knackig, dezente Säure, samtene Tannine, ist ein Wein mit grosser Pauillac-Verwandtschaft, minim parfümig, ein Überschwang an Ausdruck, dem die Italiener Esuberanza sagen, ätherisch, füllt alles aus, enorm lang. 96-97/100 (350 Franken) – Jahrgang 2021: 95/100

(Die Weine gibts bei www.weibelweine.ch)

Marco Parusso, der Tüftler

Der typische Fall im Piemont: Eine Bauernfamilie wird irgendwann zur Winzerfamilie. 1901 kauft Parusso Armando den ersten Rebberg in der Gemeinde Castiglione Falletto. In der Familienchronik werden die Namen übrigens niedergeschrieben wie jene der Schwinger bei uns: Nachname zuerst … 1925 kommt ein Kellereigebäude dazu. 1971 bringt Armando erstmals Weine unter eigenem Label auf den Markt. 1990 gründet Parusso Marco mit seiner Gattin die heutige Azienda Parusso Armando di Parusso F.lli. Mittlerweile bewirtschaftet Marco mit seinen zehn Angestellten und unter Mithilfe von Sohn Francesco und Tochter Giulia 28 Hektaren in Monforte d’Alba und Castiglione Falletto. Daraus und mit den acht Hektaren in Santa Rosalia in der Gemeinde Alba, die Marco 2016 erworben hat und wo Stadtweine unter dem Brand Vegliamonte gekeltert werden, ergibt das eine Jahresproduktion von 150'000 Flaschen.

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Marco Parusso entnimmt eine Fassprobe von einem seiner Baroli.
Foto: Alain Kunz

Der Ansatz von Marco in der Weinmache? «Ich lasse die Trauben immer eine gewisse Zeit ruhen. Mindestens zwei Tage, im gekühlten Keller, bevor ich sie verarbeite. Das Ziel ist es, mehr Farbe und Extrakt zu lösen.» Ohnehin gilt Marco als Avantgardist, da er einige seiner Rotweine auf der Hefe reifen lässt, um den Weinen Tiefe zu verleihen. Inspiriert wurde Marco von Reisen ins Burgund, wo er die Geschmeidigkeit des Pinot Noir zu ergründen versuchte. Auf jeden Fall keltert er Weine, die vieles sind, nur nicht nullachtfünfzehn.

Die Weine von Parusso
  • Parusso Metodo Classico 2019 (100% Nebbiolo! 48 Monate Hefe, degorgiert Okt. 2023, 12'000 Flaschen): 92/100 (37.50 Franken)
  • Langhe Bianco 2024 (Basis-Weisser, 100% Sauvignon Blanc): 88/100 (17.90 Franken)
  • Rovella 2022 (Bianco, 100% Sauvignon Blanc): 92-93/100 (41.50 Franken)
  • Barbera d’Alba Ornati 2023: 90-91/100 (26.50 Franken)
  • Langhe Nebbiolo El Sartu 2023: 90/100 (25.60 Franken)
  • Vegliamonte Alba 2021 (85% Nebbiolo, 15% Barbera): 92-93/100 (79 Franken für Magnum. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Perarmando 2021 (Assemblage aus den vier Weinbergen, also kein Cru, sondern ein Barolo Classico im Basisbereich, umso einzigartiger die Bewertung – und der Preis!): 94/100 (48 Franken)
  • Barolo Marionduno 2021 (Cru): Hervorragend ausladende Nase, Tiefe, vornehmlich rote Beeren, auch etwas Agrumen, Kräuter, Rosen, rechte Typizität; Schmelz, etwas herb, schöne Tannine, wunderbarer Fluss, ätherisch Mundfülle, lang. 94-95/100 (76.50 Franken. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Mosconi 2021 (Cru): 94/100 (104 Franken. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Bussia 2021 (Cru): Ausladende rotbeerige Nase, kräuterig, Rosen; Schmelz, Power, tief, mineralisch, sandig, rechte, feinkörnige Tannine, ätherisch, lang. 95/100 – Jahrgang 2020: 95-96/100 – Jahrgang 2015: 95/100 (86 Franken)
  • Barolo Bussia Special 2017 (erst jetzt auf den Markt gebracht): Verhaltene, leicht agrumige Nase, Rosen, sehr herbal; Schmelz, Tiefe, ätherisch, Mundfülle, rechte Tannine, etwas herb, sehr lang. Top! 95/100
  • Barolo Riserva Bussia Vigna Munie Etichetta Oro 2015: Leicht erdige, tiefe Nase, Rosen, frische Erde, etwas Trüffel, ätherisch, super-explosiv; total trinkig, dezentes Tannin, etwas Agrumen, immer noch total frisch, Mundfülle, Fruchtsüsse, sehr lang. 95-96/100 (167.55 Franken. www.arvi.ch)
  • Barolo Bussia Vigna Rocche Riserva 2003 (Magnum, kommt demnächst auf den Markt, in Sigarillos von 150 Litern ausgebaut): 94/100

(Wo nicht anders angegeben, gibts die Weine bei www.wyhus-belp.ch)

Der Barolo Riserva Vigna Munie ist ein absoluter Topwein von Marco Parusso.
Alain Kunz
  • Parusso Metodo Classico 2019 (100% Nebbiolo! 48 Monate Hefe, degorgiert Okt. 2023, 12'000 Flaschen): 92/100 (37.50 Franken)
  • Langhe Bianco 2024 (Basis-Weisser, 100% Sauvignon Blanc): 88/100 (17.90 Franken)
  • Rovella 2022 (Bianco, 100% Sauvignon Blanc): 92-93/100 (41.50 Franken)
  • Barbera d’Alba Ornati 2023: 90-91/100 (26.50 Franken)
  • Langhe Nebbiolo El Sartu 2023: 90/100 (25.60 Franken)
  • Vegliamonte Alba 2021 (85% Nebbiolo, 15% Barbera): 92-93/100 (79 Franken für Magnum. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Perarmando 2021 (Assemblage aus den vier Weinbergen, also kein Cru, sondern ein Barolo Classico im Basisbereich, umso einzigartiger die Bewertung – und der Preis!): 94/100 (48 Franken)
  • Barolo Marionduno 2021 (Cru): Hervorragend ausladende Nase, Tiefe, vornehmlich rote Beeren, auch etwas Agrumen, Kräuter, Rosen, rechte Typizität; Schmelz, etwas herb, schöne Tannine, wunderbarer Fluss, ätherisch Mundfülle, lang. 94-95/100 (76.50 Franken. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Mosconi 2021 (Cru): 94/100 (104 Franken. www.vinidamato.ch)
  • Barolo Bussia 2021 (Cru): Ausladende rotbeerige Nase, kräuterig, Rosen; Schmelz, Power, tief, mineralisch, sandig, rechte, feinkörnige Tannine, ätherisch, lang. 95/100 – Jahrgang 2020: 95-96/100 – Jahrgang 2015: 95/100 (86 Franken)
  • Barolo Bussia Special 2017 (erst jetzt auf den Markt gebracht): Verhaltene, leicht agrumige Nase, Rosen, sehr herbal; Schmelz, Tiefe, ätherisch, Mundfülle, rechte Tannine, etwas herb, sehr lang. Top! 95/100
  • Barolo Riserva Bussia Vigna Munie Etichetta Oro 2015: Leicht erdige, tiefe Nase, Rosen, frische Erde, etwas Trüffel, ätherisch, super-explosiv; total trinkig, dezentes Tannin, etwas Agrumen, immer noch total frisch, Mundfülle, Fruchtsüsse, sehr lang. 95-96/100 (167.55 Franken. www.arvi.ch)
  • Barolo Bussia Vigna Rocche Riserva 2003 (Magnum, kommt demnächst auf den Markt, in Sigarillos von 150 Litern ausgebaut): 94/100

(Wo nicht anders angegeben, gibts die Weine bei www.wyhus-belp.ch)

Trüffel und Barolo: Perfekte Kombi

Klar passen sie perfekt zusammen: Der Edel-Schlauchpilz und die Nebelweine, beides Piemont-Aushängeschilder. Doch das war nicht der Grund für dieses grossartige Tasting von Falstaff an der Fiera Internazionale del Tartufo Bianco d’Alba in der piemontesischen Wein- und Trüffelmetropole Alba. Vielmehr ging es dort schlicht darum, die Grossartigkeit von Barolo aufzuzeigen. Und die Unterschiede zwischen den einzelnen Terroirs der sieben Top-Baroli aus fünf Gemeinden herauszuarbeiten.

Die Masterclass von Falstaff moderiert hat Cherfedaktor Othmar Kiem (l.), stehend daneben Giovanni Vajra und die fünf weiteren Barolo-Topwinzer an der Fiera del Tartufo Bianco in Alba.
Foto: Alain Kunz

Die Winzerstars waren (fast) alle zugegen und alle bestens aufgelegt. Ihre Region macht sie auch zu Auserwählten. Was Franco Massolinoi von der gleichnamigen Kellerei wunderschön auf den Punkt bringt: «Wir Barolo-Produzenten müssen uns glücklich schätzen. Wir können in einem Territorium arbeiten, das uns ganz viele Möglichkeiten bietet. Wir sind die Erben einer unglaublichen und unglaublich langen Geschichte. So haben wir die Riesenchance, etwas tatsächlich Einmaliges ins Leben zu rufen. Wir produzieren 15 Millionen Flaschen. In Bordeaux sind es mehrere 100 Millionen.»

Die sieben Barolo-Beauties aus der Trüffel-Masterclass
  1. Massolino Barolo Margheria 2020 (30 Monate in österreichischen und slawonischen Fässern, ein Jahr Flaschenreifung): Sehr parfümige Nase, Rosen, floral, Kräuter, Thymian, Lavendel, Erdbeeren; Waldbeeren, etwas Unterholz, rechtes Tannin, wunderschön, Top-Fluss, ätherisch, total stimmig, ätherisch, lang. 97-98/100 (88 Franken. www.vergani.ch)
  2. Cavallotto Barolo Bricco Boschis 2021 (36 Monate slawonische Eiche): Enorm parfümierte Nase, auch viel tendenzielle rote Frucht, expressiv, knallig, auch sehr floral, gar etwas Rosenwasser; Schmelz, wieder viel Frucht, enorme Säure und Tannine, totale Mundfülle, unendlich lang, enormes Potenzial. Wird gewaltig werden. 97-98/100 (80 Franken. www.vinisacripanti.ch)
  3. Conterno Fantino Barolo Ginestra «Vigna Sori Ginestra» 2021 (französische Eiche): Wunderschöne tiefe Nase, minim medizinal, sehr floral, Kräuter, rechte Power; Schmelz, wunderschöner Fluss, samtene Textur im ersten Gaumen, dann viel Tannin, recht saftig, Mundfülle, Dichte, sehr lang. 97/100 (82 Franken. www.caratello.ch)
  4. G.D. Vajra Barolo Bricco delle Viole 2021 (24 Monate in grossen slawonischen Fässern): Ausladende Nase, viel Griottes, viel Kräuter, durchaus leichtes Erdaroma, leicht nussig, enorm expressiv; Schmelz, stringent, recht herb, tief, enormes Tannin, viel zu jung, ätherisch, Mundfülle, leicht eukalyptisches, sehr langes Finish. 96-97/100 (70.50 Franken. www.cavesa.ch)
  5. Elvio Cogno Barolo Ravera Bricco Pernice 2020 (36 Monate in grossen slawonischen Fässern, sechs Monate auf der Flasche): 96/100 (69.80 statt 98 Franken. www.martel.ch)
  6. Brovia Barolo Brea Vigna Ca’Mia 2021 (24-30 Monate in grossen französischen Fässern, danach Flaschenreifung): 96/100 (98.50 Franken. www.boucherville.ch)
  7. Prunotto Barolo Bussia 2021 (mindestens 18 Monate Holzfass): 95-96/100 (65 Franken. www.bindella.ch)
War zusammen mit dem Barolo Bricco Boschis von Cavallotto der von Blick am höchsten bewertete Wein: der Barolo Margheria von Massolino.
Alain Kunz
  1. Massolino Barolo Margheria 2020 (30 Monate in österreichischen und slawonischen Fässern, ein Jahr Flaschenreifung): Sehr parfümige Nase, Rosen, floral, Kräuter, Thymian, Lavendel, Erdbeeren; Waldbeeren, etwas Unterholz, rechtes Tannin, wunderschön, Top-Fluss, ätherisch, total stimmig, ätherisch, lang. 97-98/100 (88 Franken. www.vergani.ch)
  2. Cavallotto Barolo Bricco Boschis 2021 (36 Monate slawonische Eiche): Enorm parfümierte Nase, auch viel tendenzielle rote Frucht, expressiv, knallig, auch sehr floral, gar etwas Rosenwasser; Schmelz, wieder viel Frucht, enorme Säure und Tannine, totale Mundfülle, unendlich lang, enormes Potenzial. Wird gewaltig werden. 97-98/100 (80 Franken. www.vinisacripanti.ch)
  3. Conterno Fantino Barolo Ginestra «Vigna Sori Ginestra» 2021 (französische Eiche): Wunderschöne tiefe Nase, minim medizinal, sehr floral, Kräuter, rechte Power; Schmelz, wunderschöner Fluss, samtene Textur im ersten Gaumen, dann viel Tannin, recht saftig, Mundfülle, Dichte, sehr lang. 97/100 (82 Franken. www.caratello.ch)
  4. G.D. Vajra Barolo Bricco delle Viole 2021 (24 Monate in grossen slawonischen Fässern): Ausladende Nase, viel Griottes, viel Kräuter, durchaus leichtes Erdaroma, leicht nussig, enorm expressiv; Schmelz, stringent, recht herb, tief, enormes Tannin, viel zu jung, ätherisch, Mundfülle, leicht eukalyptisches, sehr langes Finish. 96-97/100 (70.50 Franken. www.cavesa.ch)
  5. Elvio Cogno Barolo Ravera Bricco Pernice 2020 (36 Monate in grossen slawonischen Fässern, sechs Monate auf der Flasche): 96/100 (69.80 statt 98 Franken. www.martel.ch)
  6. Brovia Barolo Brea Vigna Ca’Mia 2021 (24-30 Monate in grossen französischen Fässern, danach Flaschenreifung): 96/100 (98.50 Franken. www.boucherville.ch)
  7. Prunotto Barolo Bussia 2021 (mindestens 18 Monate Holzfass): 95-96/100 (65 Franken. www.bindella.ch)

Neuenburger Non Filtré: Der erste Wein 2025 ist auf dem Markt

Wie gut wird der Wein-Jahrgang 2025 in der Schweiz? Die Prognosen waren nach der Lese und nach Beendigung der Gärung positiv. «In allen Regionen erwarten wir einen schönen Jahrgang», sagt Philipp Herminjard von VignobleSuisse. Allerdings wird die Menge nach dem quantitativ historisch tiefen Jahrgang 2024 wieder eher bescheiden sein. In der Deutschschweiz erwartet man um rund zehn Prozent tiefere Erträge als im langjährigen Mittel. Im Wallis gar um 25 Prozent. Und das vor allem bei den Spezialitäten wie der Super-Rebsorte Petite Arvine.

Im Januar kann man jeweils die Probe aufs Exempel machen, wenn der erste Wein des Jahres verkostet werden kann: Dien Neuenburger Non filtré. Das ist ein Chasselas, der ungefiltert in die Flasche kommt. Die Trübung durch die schwebenden Feinhefe-Partikel führen zu einer Explosion von Aromen. Heisst es zumindest beim Neuenburger Branchen-Fachverband. Um das zu erreichen, muss man die Flasche vor dem Öffnen auf den Kopf stellen, damit die Hefepartikel sich verteilen. Weshalb die Etikette verkehrt herum auf der Flasche prangt.

In Neuenburg steht die Welt auf dem Kopf, wenn es um den Non Filtré geht: Jedenfalls kannst du so die Etikette der Jeroboam-Flasche (3 Liter) von Château d'Auvernier lesen, die Blick-Redaktor Alain Kunz hält.
Foto: Henry Grosjean

Und was hat die Degustation ergeben? Die besten sind auf dem Niveau des letzten Jahres. 2024 war je mengenmässig katastrophal, qualitativ aber wunderschön. Doch es sind heuer mehr Weine, die die höchste verliehene Punktzahl von 92 Punkten erhalten haben. 2025 wars ein einziger. Heuer zwei von 37 verkosteten Weine. Die besten gibts in der Box weiter unten zu entdecken. Die Neuenburger Weine kann man an der Roadshow im März entdecken. Hier Daten und Orte zum Vormerken: Zürich 23.3., Luzern 24.3., Basel 25.3., Bern 26.3., Freiburg 27.3.

Und doch gabs schon deutlich früher einen Wein mit Jahrgang 2025 zu verkosten. Nämlich den Wiener Gemischten Satz Nussberg des Stifts Klosterneuburg in Österreich, das an der Stadtgrenze zu Wien liegt. Das Tasting erfolgte am 2. Dezember! Kurz darauf ging der Jahrgang in den Verkauf. «Und der läuft wie Hölle», sagt Vetriebsleiter Heinz Hausgnost. Die Notiz: sehr schöne, ausgewogene Nase, Frucht; recht knackig, leicht ätherisch, mineralisch, leichtfüssig, wenig Struktur, mittlerer Abgang. 89/100

(Im Kloster kostet er 11.10 Euro. In der Schweiz bei www.travino.ch 16.50 Franken.) 

Die 12 besten Neuenburger Non Filtrés Jahrgang 2025
  • Domaine Grisoni: tolle zitrische Nase, Glyzerin, scheinend, Marzipan: Schmelz, Power, expressiv, macht Spass, ätherisch, lang. 92/100
  • Domaine du Pampre: verhaltene, frische Nase, herbal; Power, Tiefe, Agrumen, dezente Säure, ätherisch, Mundfülle, top. 92/100
  • Domaine Saint-Sébaste: verhaltene, harmonische Nase, zart Agrumen, Grapefruit, kräuterig; knackig, sauber, stringent, Druck, Fülle, rechtes Finish. 91-92/100
  • Domaine de Chambleau: verhaltene, tiefe Nase, zart zitrisch; Schmelz, rechte Power, Spannung, Säure, ätherisch, Mundfülle, rechtes Finish. 91/100
  • Domaine Divernois: 91/100
  • Domaine Hôpital Pourtalès: 90-91/10
  • Château d’Auvernier: 90/100
  • The Legend Wine: 90/100
  • Le Clos-aux-Moines: 90/100
  • Cave des Coteaux: 90/100
  • Caves du Prieuré de Cormondrèche: 90/100
  • Engel Dimitri Vins: 90/100

(Die Weine kann man auf den respektiven Weingütern erwerben. Einige auch unter www.neuchatel-vins-terroir.ch)

Gehört zu den besten des Jahrgangs: Der Non Filtré der Domaine Saint-Sébste in Saint-Blaise NE.
Alain Kunz
  • Domaine Grisoni: tolle zitrische Nase, Glyzerin, scheinend, Marzipan: Schmelz, Power, expressiv, macht Spass, ätherisch, lang. 92/100
  • Domaine du Pampre: verhaltene, frische Nase, herbal; Power, Tiefe, Agrumen, dezente Säure, ätherisch, Mundfülle, top. 92/100
  • Domaine Saint-Sébaste: verhaltene, harmonische Nase, zart Agrumen, Grapefruit, kräuterig; knackig, sauber, stringent, Druck, Fülle, rechtes Finish. 91-92/100
  • Domaine de Chambleau: verhaltene, tiefe Nase, zart zitrisch; Schmelz, rechte Power, Spannung, Säure, ätherisch, Mundfülle, rechtes Finish. 91/100
  • Domaine Divernois: 91/100
  • Domaine Hôpital Pourtalès: 90-91/10
  • Château d’Auvernier: 90/100
  • The Legend Wine: 90/100
  • Le Clos-aux-Moines: 90/100
  • Cave des Coteaux: 90/100
  • Caves du Prieuré de Cormondrèche: 90/100
  • Engel Dimitri Vins: 90/100

(Die Weine kann man auf den respektiven Weingütern erwerben. Einige auch unter www.neuchatel-vins-terroir.ch)

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