Darum gehts
- Donald Trump teilt Fantasie-Karte der USA mit Kanada, Mexiko und Kuba
- Mexikos Präsidentin Sheinbaum betont Souveränität: «Keine fremde Kolonie oder Protektorat»
- Trump beansprucht auch Grönland und Island
Die wortwörtlich grenzenlosen Ambitionen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump (80) zeigen sich einmal mehr an einem Post auf seiner Plattform Truth Social. Darin teilte Trump am Montag kommentarlos eine Fantasie-Landkarte von den Vereinigten Staaten von Amerika – inklusive diverser Staaten, die nicht zu den USA gehören. Wie ernst es Trump damit wirklich ist? Das weiss niemand. Aber so viel ist sicher: Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit der Übernahme anderer Nationen liebäugelt.
Kanada
Mit dem Nachbarstaat Kanada liefert sich Trump-Regierung schon seit längerem einen heftigen Streit um Zölle. Im Zuge dessen bezeichnete Präsident Trump Kanada wiederholt als zukünftigen «51. Bundesstaat der USA». Zuletzt provozierte er den Nachbarn mit der Umbenennung des Lake Ontario. Der See, der in den USA neu «Lake Amerika» heisst, liegt zwischen dem Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario.
Mexiko
Auch den angrenzenden Staat Mexiko hat sich Präsident Trump auf seiner Karte einverleibt. Wenige Stunden nach dem Post meldete sich die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum (64) auf der Plattform X zu Wort und bekräftigt die Souveränität des Landes. «Mexiko wird weder jetzt noch in Zukunft eine Kolonie oder ein Protektorat eines fremden Landes sein», heisst es in dem Post. Trump erwähnt sie dabei nicht.
Ebenfalls auf der Karte beschriftet: der Golf von Amerika. Dieser trug bis zum vergangenen Jahr noch den Namen Golf von Mexiko. Am vergangenen Sonntag sorgte zudem die Idee von Trump für Aufsehen, den angrenzenden US-Bundesstaat New Mexiko in «New America» umzunennen.
Kuba und weitere karibische Inseln
Unten auf der Karte erhält auch Kuba Trumps Fantasie-Anstrich. Bereits im Mai drohte der Präsident mehrfach damit, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen, die von der amerikanischen Regierung insbesondere im Öl- und Energiebereich regelmässig mit Sanktionen unter Druck gesetzt wird.
Grönland und Island
Dass Trump Grönland kaufen möchte, war bereits bekannt. Das Territorium im Nordatlantik gehört dem Königreich Dänemark. Auf Trumps Wunschliste steht es schon seit dem Jahr 2019. Neben der militärstrategischen Lage in der Arktis ist die Insel auch wegen ihrer Rohstoffvorkommnisse interessant. Neu beansprucht er in seinem Post auch das gut 286 Kilometer davon entfernte Island.
Hat er etwas vergessen?
Immerhin: Der Pazifik und der Atlantik wurden auf der Karte nicht mit einem neuen Namen versehen – diese Idee teilte er Ende August. Auch für die britischen Chagos-Inseln, die sich im Indischen Ozean befinden, fand er auf seiner Grafik keinen Platz mehr. Anfangs Juni prüfte der Präsident offenbar noch einen Kauf der Inseln, die mit Diego Garcia einen wichtigen Militärstützpunkt von den USA beherbergen.