Auch die Schweiz wird laut Uno-Beschluss zu neuer Weltkarte kleiner
Die USA schrumpfen

Donald Trump benennt geografische Orte um – jetzt wird Amerika auf der Weltkarte kleiner. Die Uno stimmte für eine realistischere Kartendarstellung. Die USA waren das einzige Land, das dagegen stimmte. Trump hat sich dazu bislang nicht geäussert.
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Auf der traditionellen Mercator-Weltkarte wirken Kontinente und Länder, die nicht in Äquator-Nähe liegen, überdimensioniert gross.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Uno beschliesst neue Weltkarte mit realistischeren Grössenverhältnissen der Kontinente
  • USA stimmten als einziges Land dagegen und kritisieren «ideologische Agenda»
  • 164 Staaten stimmten zu, Equal-Earth-Karte zeigt Afrika 14-mal grösser als Grönland
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Viel ist in Schlagzeilen von neuen geografischen Namen die Rede – ein von US-Präsident Donald Trump (80) losgetretener Trend. Der Golf von Mexiko ist neu der Golf von Amerika. Trump hat sich auf Truth Social bei Google Maps, Apple Maps und Microsofts Bing Maps dafür bedankt, dass sie den Lake Ontario zwischen den USA und Kanada nun «Lake America» nennen.

Abseits der Schlagzeilen wurde jetzt entschieden, dass die USA kleiner werden sollen – zumindest auf der Weltkarte. Eine einzige Nation hat dagegen Protest eingelegt: die Vereinigten Staaten. Sie wollen nicht kleiner werden.

Die Vereinten Nationen haben am Freitag für eine neue Darstellung der Weltkarte gestimmt. Und während sich an den tatsächlichen Grenzen kein einziger Zentimeter verändert, sprechen US-Kreise von einer «ideologischen Agenda», wie «The Telegraph» von der Versammlung zitiert. Das sei reine Ablenkung von wichtigeren globalen Problemen.

Realistischere Grössen

Die Uno-Generalversammlung unterstützte mit grosser Mehrheit eine Abkehr von der seit dem 16. Jahrhundert verbreiteten Mercator-Weltkarte. Stattdessen soll künftig verstärkt die sogenannte Equal-Earth-Projektion von 2018 verwendet werden. Diese wurde von drei Kartografen entwickelt und soll die tatsächlichen Grössenverhältnisse der Kontinente realistischer darstellen.

Die Mercator-Karte vergrössert Regionen in der Nähe der Pole erheblich und lässt Länder und Kontinente rund um den Äquator deutlich kleiner erscheinen, als sie tatsächlich sind. Besonders drastisch zeigt sich das bei Afrika, das auf vielen traditionellen Weltkarten kaum grösser wirkt als Grönland – obwohl der afrikanische Kontinent tatsächlich rund 14-mal so gross ist.

Mit der neuen Darstellung gewinnen Afrika und weite Gebiete Südamerikas also gewaltig an Fläche. Europa, Nordamerika und Australien dagegen verlieren optisch deutlich an Grösse.

Erbe aus Kolonialära?

Manche Kritiker hatten behauptet, dass das alte Mercator-System eine koloniale Denkweise verstärkt, indem es die Grösse Afrikas bzw. afrikanischer Länder verzerrt darstellt. Europäische, nordamerikanische und andere Nationen in Polnähe würden dagegen übertrieben riesig dargestellt.

164 Staaten stimmten für die Resolution, sechs enthielten sich. Nur ein Land stimmte dagegen: die Vereinigten Staaten.

Trump hat sich noch nicht dazu geäussert, dass Amerika auf der Weltkarte in Zukunft kleiner aussehen soll. Tatsächlich verliert das Land keinen einzigen Quadratmeter.

Auch Schweiz schrumpft

Auch die Schweiz schrumpft – allerdings deutlich weniger spektakulär als die USA oder etwa Grossbritannien.

Der Grund ist derselbe: Die Schweiz liegt bei rund 47 Grad nördlicher Breite, also weit genug vom Äquator entfernt, dass die Mercator-Projektion ihre Fläche überproportional vergrössert.

Die neue Equal-Earth-Weltkarte korrigiert diese Verzerrung.

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