Darum gehts
- Donald Trump prüft Kauf der strategischen Chagos-Inseln im Indischen Ozean
- USA fürchten Chinas Einfluss durch Mauritius' enge Beziehungen zu Peking
- Diego Garcia: Wichtiger US-Militärstützpunkt, genutzt für Einsätze im Nahen Osten
Eine weitere Inselgruppe hat das Interesse von Donald Trump (79) geweckt: Offenbar prüft der US-Präsident den Kauf der Chagos-Inseln im Indischen Ozean. Damit könnte er die Pläne der britischen Regierung durchkreuzen, die Inselgruppe an Mauritius zu übergeben. Wie der britische «Telegraph» berichtet, haben US-Beamte verschiedene Szenarien ausgearbeitet, um die Zukunft des Militärstützpunkts Diego Garcia zu sichern – darunter eben auch den direkten Kauf der Inseln.
Diego Garcia gilt als einer der wichtigsten US-Militärstandorte ausserhalb des amerikanischen Festlands. Von dort aus können Langstreckenbomber Einsätze im Nahen Osten, in Ostafrika oder im Indischen Ozean fliegen. Zuletzt spielte die Basis laut dem Bericht bei den amerikanischen Vorbereitungen für mögliche Angriffe auf den Iran eine wichtige Rolle.
USA befürchten China-Spionage
Hintergrund ist ein umstrittenes Abkommen der britischen Regierung unter Premierminister Keir Starmer (63). London will die Souveränität über die Chagos-Inseln an Mauritius abtreten. Der Inselstaat beansprucht die Inselgruppe seit Jahren. Anschliessend soll Grossbritannien Diego Garcia für Jahrzehnte zurückmieten.
In Washington stösst dieser Plan auf Widerstand. Laut dem «Telegraph» befürchten Vertreter der Trump-Regierung, dass ein Machtwechsel die Sicherheit des Stützpunkts gefährden könnte. Mauritius pflegt enge Beziehungen zu China, was in den USA Sorgen über mögliche Spionageaktivitäten auslöst.
Grossbritannien hält am Deal fest
Der Kauf der Inseln gilt derzeit nicht als bevorzugte Lösung. Dennoch soll die Idee bereits Finanzminister Scott Bessent (63) und Präsident Trump vorgelegt worden sein. Ein Preis wurde bislang nicht genannt.
Ob der Plan jemals Realität wird, ist offen. Die britische Regierung hält am Abkommen mit Mauritius fest. Für Trump passt die Idee jedoch ins Bild: Schon mehrfach zeigte der Präsident Interesse an strategisch wichtigen Inseln und Territorien.
Panamakanal-Zone
Trump betrachtet den Panamakanal als Frage der nationalen Sicherheit. Er kritisiert die Gebühren für US-Schiffe und warnt vor wachsendem chinesischem Einfluss durch Beteiligungen an Hafenanlagen entlang der Wasserstrasse. Mehrfach erklärte er, die USA würden den Kanal «zurückholen».
Status: politisch weiter auf dem Tisch, praktisch aber kaum umsetzbar. Panama weist Trumps Forderungen zurück und betont, die Souveränität über den Kanal sei nicht verhandelbar. Eine Übernahme gilt als unrealistisch.
Grönland
Auch Grönland steht seit Jahren auf Trumps Wunschliste. Die Insel ist wegen ihrer Lage in der Arktis, möglicher Rohstoffvorkommen und ihrer militärischen Bedeutung für die USA strategisch interessant. Die amerikanische Pituffik Space Base spielt eine wichtige Rolle bei Raketenfrühwarnung und Weltraumüberwachung.
Status: Läuft weiter. Trump bekräftigte seine bereits 2019 geäusserte Idee eines Erwerbs nach seiner Rückkehr ins Weisse Haus erneut. Dänemark und die grönländische Regierung lehnen einen Verkauf jedoch kategorisch ab.
Gaza-Küste
2025 schlug Trump vor, die USA sollten die Kontrolle über den Gazastreifen übernehmen und das zerstörte Küstengebiet wirtschaftlich neu entwickeln. Er sprach von einer «Riviera des Nahen Ostens» und stellte sich den Wiederaufbau unter US-Führung vor. Die Bevölkerung sollte nach seiner Idee in andere Staaten der Region umsiedeln. Unterstützung erhielt er von Israels Premier Benjamin Netanyahu (76), der die Idee als potenziell historisch bezeichnete.
Status: praktisch erledigt. Der Plan stiess international auf massive Kritik – unter anderem von mehreren arabischen Staaten. Konkrete Umsetzungen gab es bisher nicht.