Darum gehts
- Kubanischer Aussenminister kritisiert Trumps Drohung, Kuba militärisch zu kontrollieren
- Bruno Rodriguez verweist auf Zehntausende regierungsfreundliche Demonstranten am 1. Mai
- US-Sanktionen gegen Kuba verschärft: Wirtschaftszweige und Vermögen betroffen
Der kubanische Aussenminister Bruno Rodriguez (68) hat am Samstag in den sozialen Medien auf die Äusserungen von US-Präsident Donald Trump (79) geantwortet. Trump hatte am Freitag behauptet, er werde «fast sofort» die Kontrolle über die Insel übernehmen.
«Wir Kubaner lassen uns nicht einschüchtern.» Das Volk habe seine Unterstützung für die kubanische Regierung am Tag der Arbeit massiv demonstriert. Er bezog sich dabei auf die enormen regierungsfreundlichen Mobilisierungen des Vortages, an denen Zehntausende Kubaner teilnahmen.
Zuerst «Aufgabe» im Iran erledigen
Seiner Ansicht nach hebt Trumps «neue klare und direkte Drohung mit militärischer Aggression» die Aggression gegen Kuba auf ein gefährliches Niveau, und zwar ohne anderen Vorwand als den Wunsch, winzige Eliten zufriedenzustellen, die ihm Wahl- und finanzielle Loyalität versprechen. Er verknüpft den jüngsten Schritt des US-Präsidenten mit den Forderungen der kubanisch-amerikanischen Gemeinde im Süden Floridas.
Trump hatte am Freitag gesagt, er werde Kuba «fast sofort» unter seine Kontrolle bringen, fügte aber hinzu, dass er zuerst die «Aufgabe» im Iran erledigen und den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln zurück in die Karibik verlegen werde.
USA verstärken Druck auf Kuba
Am selben Tag hatte die Trump-Administration die Sanktionen gegen Kuba verschärft. Dabei nahm man die Säulen der kubanischen Wirtschaft, insbesondere die Sektoren Energie, Verteidigung, Bergbau und Finanzdienstleistungen ins Visier. Gemäss einer neuen Anordnung des US-Präsidenten werden die Vermögenswerte aller Personen oder Unternehmen, die in Kuba tätig sind oder mit der kubanischen Regierung Geschäfte machen, in den USA vollständig eingefroren.
Zudem hatte US-Aussenminister Marco Rubio (54) Kuba diese Woche beschuldigt, die Anwesenheit von «Gegnern» der Vereinigten Staaten auf seinem Territorium zu erleichtern. Er versicherte, dass die Regierung von Präsident Trump dies nicht dulden werde. Seit Januar hat die Trump-Administration den Druck auf Havanna mit einem Ölembargo verstärkt, und der Präsident hat wiederholt die Notwendigkeit eines Regimewechsels auf der Insel angedeutet.