Darum gehts
- Trump kündigt 25 % Zoll auf EU-Fahrzeuge an, wegen Vertragsbruch
- Ausnahme: Fahrzeuge, die in US-Werken produziert werden, bleiben zollfrei
- Rekordinvestitionen: Über 100 Milliarden Dollar in US-Autowerke im Bau
Als würde es ihm Spass machen, beginnt US-Präsident Donald Trump (79) am Freitagabend einen Beitrag auf Truth Social mit «Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen». Was folgt, dürfte aber speziell in der Europäischen Union gar nicht spassig aufgenommen werden dürfen – Trump will die Zölle auf Pkws und Lkws aus der EU auf 25 Prozent erhöhen. Dies, weil die Union sich nicht an das abgemachte Handelsabkommen halten würde.
«Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen, dass ich angesichts der Tatsache, dass die Europäische Union unser vollständig vereinbartes Handelsabkommen nicht einhält, nächste Woche die Zölle für in die Vereinigten Staaten eingeführte Pkw und Lkw aus der Europäischen Union erhöhen werde. Der Zollsatz wird auf 25 % angehoben», schreibt der US-Präsident.
Ausnahme nur für US-Produktionen
Eine Ausnahme: Produktionen in den USA selbst. «Es ist allgemein bekannt und vereinbart, dass KEINE ZÖLLE anfallen, wenn diese Fahrzeuge in US-amerikanischen Werken hergestellt werden.»
«Derzeit befinden sich zahlreiche Automobil- und Lkw-Werke im Bau, in die über 100 Milliarden Dollar investiert werden – ein REKORD in der Geschichte der Automobil- und Lkw-Herstellung», so Trump. «Diese Werke, in denen amerikanische Arbeitnehmer beschäftigt sind, werden bald eröffnet – so etwas wie das, was heute in Amerika geschieht, hat es noch nie gegeben!»
Hin und Her um Zoll-Deal
Nach Trumps Rundumschlag am «Liberation Day» im vergangenen April wurden der EU 20 Prozent Zölle auferlegt. Die Schweiz bekam gar 31 Prozent aufgebrummt. Wie viele andere Betroffene suchte auch die EU-Spitze um Ursula von der Leyen das Gespräch zur Trump-Administration – im Juli 2025 folgte dann der Deal: Die Zölle auf die meisten EU-Güter sollten auf 15 Prozent gesenkt werden.
Ende Februar 2026 trat die EU bei der Umsetzung dann auf die Bremse – es herrsche zu wenig Klarheit, hiess es aus offiziellen EU-Kreisen. Speziell das damals aktuelle Urteil des Supreme Courts, welcher Trumps Zölle für verfassungswidrig erklärte, sowie unzählige Zoll-Androhungen des US-Präsidenten inmitten seiner Jagd auf Grönland hätten die Situation aufgewühlt.
Erst Ende März stimmte das EU-Parlament schliesslich für den Deal ab – was Trump mit der «nicht vollständigen» Einhaltung der EU bezüglich des Abkommens meint, ist nicht klar.