Darum gehts
- Donald Trump droht Spanien und Italien mit Truppenabzug wegen Iran-Streit
- Italien und Spanien verweigerten US-Militärflugzeugen Zugang zu ihren Stützpunkten
- USA haben 12'000 Soldaten in Italien, 3800 in Spanien stationiert
Man kann förmlich zuschauen: Die Spannungen zwischen den USA und europäischen Nato-Partnern verschärfen sich fast täglich. US-Präsident Donald Trump schiesst seit geraumer Zeit gegen seine «Verbündeten» und drohte bereits mit einem Truppenabzug aus Deutschland. Nun hat er nachgelegt und droht weiteren Staaten mit einer Reduzierung der US-Präsenz.
«Ja, wahrscheinlich, warum sollte ich nicht?», antwortete der Republikaner am Donnerstagabend auf die Frage einer Journalistin, ob er amerikanische Soldaten aus Spanien und Italien abziehen werde. Seine Kritik richtete sich dabei vor allem gegen die Staatsoberhäupter der beiden Länder – Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) und Premierminister Pedro Sánchez (54).
Meloni «nicht hilfsbereit»
Italien sei in der Bewältigung des Iran-Kriegs nicht wirklich hilfsbereit gewesen, wirft Trump der 48-Jährigen vor. Noch heftiger fiel die Kritik an Spanien aus. «Sie sind absolut schrecklich», klagte Trump.
Ursprung des Zoffs: Sowohl Spanien als auch Italien haben US-Militärflugzeugen, die am Krieg gegen den Iran beteiligt sind, die Nutzung ihrer Stützpunkte verweigert. Es ginge nicht einmal um die Absagen an sich, so Trump, sondern den Umgang. Wenn die Länder freundlich erklärt hätten, sie wollten helfen, bräuchten aber etwas Zeit, wäre das für ihn etwas anderes gewesen.
Während Trump und Sánchez schon länger als Gegenspieler gelten, überrascht die heftige Kritik an Giorgia Meloni weiter. Noch vor ein paar Monaten galten Meloni und Trump als «Traumpaar der Rechten». Eine Kritik Melonis an Trumps Sprüchen über Papst Leo zerrüttete jedoch ihre Beziehung.
Zehntausende Soldaten in Europa
In Italien sind rund 12'000 Angehörige der US-Streitkräfte stationiert; in Europa hat nur Deutschland mit über 36'000 Soldaten eine grössere US-Präsenz. Spanien beherbergt laut einer im Dezember vom Pentagon veröffentlichten Übersicht etwa 3800 Soldaten. Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa, dass er die Gründe für einen möglichen Truppenabzug nicht verstehe.
Die Äusserungen gegen Spanien und Italien folgen auf ähnliche Drohungen, die Trump Anfang dieser Woche gegen den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (70) getätigt hat. Trump warf Merz vor, «sein Land nicht im Griff» zu haben, nachdem Letzterer eine Strategie der Amerikaner im Iran infrage gestellt hatte.
Vertreter des Verteidigungsministeriums erklärten gegenüber dem US-Magazin «Politico», dass es derzeit keine konkreten Pläne für einen Truppenabzug gebe – sie Trumps Äusserungen jedoch ernst nähmen.