Mallorca in der Zwickmühle
Reisebus- und Taxibetreiber motzen über knausrige Touristen

Mallorcas Tourismus boomt – doch nicht alle profitieren. Nach einem starken Juni brachen die Buchungen bei den lokalen Busunternehmen im Juli und August ein. Hohe Preise zwingen Touristen zum Sparen. Bereits im letzten Jahr gab es Kritik vom lokalen Gewerbe.
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Mallorquinische Bus- und Taxifahrer bangen um Gäste.
Foto: IMAGO/Pond5 Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mallorca: Ausflugstourismus leidet trotz Hauptsaison unter sinkenden Buchungen im Juli und August
  • Über 100 Reisebusse standen zeitweise ungenutzt
  • Hohe Preise für Flüge und Unterkünfte schrecken Touristen vor Ausflügen ab
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Auf Mallorca motzt das Gewerbe wieder über die Touristen. Dieses Mal geht es um die lokalen Busunternehmen. Zwar läuft die Hauptsaison auf der beliebten Ferieninsel noch immer auf Hochtouren. Bei den mallorquinischen Reiseanbietern herrscht jedoch Frust, weil die Nachfrage stark eingebrochen ist. Nach einem starken Juni krachten die Buchungen im Juli und August mächtig ab, wie die «Mallorca Zeitung» berichtet.

So standen sich an manchen Tagen bis zu 100 grosse Reisebusse die Reifen platt. Auch der Mega-Hype um die totale Sonnenfinsternis am 12. August brachte der Busbranche nicht den gewünschten Boost.

Mallorcas Gewerbe klagte bereits im letzten Jahr

Sind also die «Diesel-Touristen» wieder zurück? Mit diesem Begriff betitelte Pepe Tirado, Präsident des mallorquinischen Unternehmerverbands Acotur, bereits im letzten Sommer Feriengäste, die sich sehr sparsam verhalten. Oder aus seiner Sicht wohl: knausrig. «Sie laufen viel und geben wenig aus», sagte er damals.

Fakt ist: Die Kosten für den Flug nach Mallorca und das Hotel dort sind zuletzt deutlich gestiegen. Die Touristen kommen mit tieferem Ferienbudget auf der Baleareninsel an. Deswegen sind sie auch sparsamer: Statt durchorganisierter Gruppentouren buchen sie lieber individuell. Oder sparen sich den Ausflug gleich ganz. Auch Taxifahrer, Beizen und Souvenir-Shops auf der ganzen Insel zahlen dafür den Preis.

Ferieninsel ist bei Reichen voll im Trend

Mallorca-Ferien sind dieses Jahr noch mehr im Trend als sonst. Der Iran-Krieg hält Dubai- oder Oman-Reisende fern der heissen Destinationen im Nahen Osten. Stattdessen buchten Wohlbetuchte diesen Sommer in rauen Mengen Luxusvillen auf Mallorca. Die reichen Touristen treiben aber die Preise nach oben – nicht nur für den Flug und das Hotel. Auch die Gastrobranche kündigte im März höhere Preise in Bars und Restaurants an.

Die mallorquinische Tourismusbranche steckt in der Zwickmühle. Die Inselbewohner sind nicht erfreut über den Massentourismus, der ihre Insel zum Party-Paradies macht. Ende Juli gingen sie deswegen erneut auf die Strasse – mit Parolen wie «Mallorca overbooked» oder «Massentourismus zerstört unser Land». Ihre Forderung: Eine Begrenzung der Touristen. Nur: Kommen weniger Gäste auf die Insel oder solche, die wenig Geld ausgeben, dann leidet das lokale Gewerbe. Aktuell gerade die lokalen Anbieter von Ausflügen.

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