Darum gehts
- Anwohner in Palma de Mallorca klagen über exzessive Partys am Stadtstrand
- Touristen feiern laut, hinterlassen Müll und verursachen Schlägereien
- 2025 gaben Touristen auf Mallorca 23,4 Milliarden Euro aus, Anstieg um 5 Prozent
Trotz unzähliger Massnahmen gegen den Party- und Sauftourismus bleibt Mallorca für Ferien mit langen Nächten bekannt. Die Engländer feiern in Magaluf, die Deutschen am Ballermann. Aber nicht nur an den Party-Hotspots lassen es die Touristen krachen. Auch die Anwohner des Stadtstrands von Palma de Mallorca sind so richtig genervt.
Mehrere Einheimische beschwerten sich gegenüber «Ultima Hora» über massiv unzivilisierte Zustände an der Playa de Can Pere Antoni, so der Name des Strands. «Wir haben fast jeden Tag Partys mit lauter Musik», erklärt ein Anwohner. «Manchmal kommt es zu Schlägereien, die Leute verrichten hier ihr Geschäft und manche haben sogar Sex mitten auf der Strasse.» Der Zeitung liegen mehrere Videos vor, wie Touristen einen Unterstand für Bademeister in der Nacht in eine kleine Disco verwandeln. «Wir verstehen, dass die Leute feiern wollen, aber es ist völlig ausser Kontrolle geraten», betont ein weiterer.
Jetzt haben die Anwohner genug. Sie haben sich in einer Vereinigung zusammengeschlossen und möchten mit einer schriftlichen Beschwerde gegen die Störungen vorgehen. Sie erwägen sogar, an einer Sitzung des Stadtrates teilzunehmen, um sich eine Stimme zu verschaffen. Wie aussichtsreich dies ist, ist unklar.
Mallorca befindet sich im Wandel
Auch diesen Sommer zeigt sich also: Die Debatte um den Massentourismus auf Mallorca kommt nicht zur Ruhe. Letztes Jahr beschwerten sich die Einheimischen vor allem über sogenannte «Diesel-Touristen». Die Gäste würden nur viel herumlaufen, aber fast kein Geld ausgeben. Und sich über Mittag selbst versorgen, statt in einem Restaurant einzukehren. Viele Geschäfte auf der Insel klagten darum wegen der geizigen Touristen über sinkende Einnahmen.
Die Unkenrufe der Gastronomen waren verfrüht: Die Ausgaben der Touristen stiegen 2025 um knapp 5 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro. Gerade die traditionellerweise ruhigere Nebensaison lief deutlich besser – ganz nach dem Gusto der mallorquinischen Lokalregierung.
Behörden haben verschiedene Massnahmen ergriffen, um die balearische Hauptinsel zu einer Ganzjahresdestination zu machen. Heisst: Mehr Gäste in der Nebensaison, dafür weniger im überfüllten Sommer. Die Politik kommt den Forderungen aus der Bevölkerung für einen nachhaltigeren Tourismus mehr und mehr nach. Auf der Ferieninsel soll Qualität künftig wichtiger sein als Quantität – zahlungskräftiges Publikum statt Ballermann-Volk. Noch immer gibt es aber viele Touristen, die es auf «Malle» ordentlich krachen lassen, wie die ausufernden Szenen am Can Pere Antoni in Palma beweisen.