Knallhart-Forderung gegen Massentourismus
Ferienwohnungen auf Mallorca sollen verboten werden

Weil es auf Mallorca immer weniger bezahlbaren Wohnraum gibt, will der neue Mieterverband kurzerhand Ferienwohnungen abschaffen. Eine andere spanische Stadt zeigt, wie das Verbot funktionieren könnte. Doch macht die EU da mit?
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Touristen sorgt auf Mallorca nicht nur für überfüllte Strände.
Foto: Bloomberg via Getty Images

Darum gehts

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  • Mallorca-Verbandsforderung: Verbot von Ferienwohnungen, bezahlbarer Wohnraum für Einheimische schaffen
  • Mieten in Palma 2026: 19.20 Euro/m², 80m²-Wohnung kostet über 1500 Euro
  • Barcelona plant ab 2028 Ferienwohnungsverbot, EU-Prüfung bleibt unklar
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Die Tourismus-Hochburg Mallorca ganz ohne Ferienwohnungen? Was kaum vorstellbar ist, fordert ein neuer Mieterverband auf der balearischen Insel. Die radikale Massnahme soll bewirken, dass Einheimische wieder mehr bezahlbaren Wohnraum finden. 

Denn: Mallorca gehört mittlerweile zu den teuersten Pflastern Spaniens. Aktuelle Zahlen von Engel & Völkers zeigen: Eine Mietwohnung kostet in Palma – der Hauptstadt Mallorcas – rund 19,20 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das sind etwa 2 Euro mehr als noch 2024. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern kostet damit monatlich über 1500 Euro. Das Durchschnittsgehalt auf Mallorca liegt nur knapp darüber. 

«Wir haben rund um den Wohnraum derart spekulative Dynamiken geschaffen, dass wir beim Festlegen der Preise den Verstand verloren haben», sagt Óscar Martínez, Sprecher des neuen Verbands «Sindicat de Llogateres de Mallorca», in einem Interview mit der Lokalzeitung «Diario de Mallorca». Der Verband ist bereits in anderen Regionen Spaniens aktiv, seit Mai auch auf der balearischen Insel. 

Immer mehr Immo-Mogule

Martínez kritisiert: «Der Anteil der Menschen mit nur einer Wohnung sinkt, während die Zahl derjenigen, die fünf, sechs oder sieben besitzen, schnell steigt.» Dabei schlägt er mehrere Massnahmen vor. Unter anderem den Kauf von Zweitwohnungen zu besteuern sowie den Ersterwerb zu erleichtern. 

Gleichzeitig ist er der Überzeugung: Wohnungen müssen für die Bewohner da sein. «Deshalb glauben wir, dass man versuchen muss, Ferienwohnungen abzuschaffen», plädiert Martínez für die Massnahme. «Wir müssen Stadtviertel und Dörfer zurückgewinnen; es gibt bereits genug Raum, der dem Tourismus gewidmet ist.» Damit meint er wohl, dass Touristen ja auch in Hotels übernachten können. 

So geht Paris vor

Doch lässt die EU so ein Verbot überhaupt durchgehen? Sie prüft solche Massnahmen jeweils nach der Verhältnismässigkeit. Andere touristische Hotspots in der EU gehen bereits streng gegen Ferienwohnungen vor: In Paris beispielsweise müssen Vermieter seit Januar 2025 mehr Steuern bezahlen. Hauptwohnsitze dürfen die Pariserinnen und Pariser nur für maximal 90 Tage im Jahr vermieten. Zweitwohnungen dürfen zudem nur mit Genehmigung als Ferienwohnung vermietet werden. Diese Einschränkungen liess der Gerichtshof der Europäischen Union zu.

Wie auf Mallorca soll es auch in Barcelona künftig keine Ferienwohnungen mehr geben. Ab 2028 will die Grossstadt die Lizenzen für die Kurzzeitvermietung nicht mehr verlängern und so Ferienwohnungen kurzerhand abschaffen. Das oberste Gericht Spaniens unterstützt den Plan zwar. Ob die EU die Pläne von Barcelona und Mallorca durchwinkt, ist aber noch offen. 

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