Darum gehts
- Preise für Ferienwohnungen in den Schweizer Alpen stiegen ungebremst
- Gstaad führt mit 25'200 pro Quadratmeter
- An Toplagen sind sechsstellige Quadratmeterpreise keine Seltenheit
Wer in den Schweizer Bergen eine Ferienwohnung kaufen möchte, braucht ein dickes Portemonnaie. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für Zweitwohnungen in Alpendestinationen um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Ende 2019 haben sie sich um 45 Prozent erhöht. Die Preise in den Bergen steigen damit deutlich stärker als im Rest des Landes. Das zeigt der neue Swiss Alpine Property Focus der Grossbank UBS, der 35 Destinationen in den Schweizer Alpen analysiert.
Gstaad thront an der Spitze
Die teuerste Destination ist Gstaad im Berner Oberland, wo Ferienwohnungen mit guter Qualität rund 25'200 Franken pro Quadratmeter kosten. Im Luxussegment sind mehr als 40'000 Franken üblich. Und an Toplagen sind sechsstellige Quadratmeterpreise laut der UBS keine Seltenheit mehr.
An zweiter Stelle folgt St. Moritz GR, letztes Jahr noch die Nummer eins der Rangliste. In St. Moritz muss pro Quadratmeter 24'000 Franken hingeblättert werden. Platz drei besetzt Verbier VS mit 23'600 Franken pro Quadratmeter. Die stärksten Preisanstiege verzeichneten 2025 Crans-Montana VS mit über 15 Prozent sowie Davos/Klosters GR und Andermatt UR mit je 12,5 Prozent.
Die gute Nachricht: Es gibt auch günstigere Bergregionen. Weniger als 10'000 Franken pro Quadratmeter bezahlt man in Flumserberg SG, Disentis GR, Savognin GR, Hasliberg BE, Wildhaus SG und Leukerbad VS. Die schlechte Nachricht: Mit den Quadratmeterpreisen sinkt auch die Schneesicherheit.
Rekordtourismus befeuert die Nachfrage
Der boomende Bergtourismus ist laut UBS Treiber der Preisexplosion: 2025 wurden in den touristischen Regionen der Schweiz 28 Millionen kommerzielle Übernachtungen gezählt – ein neuer Rekord. Gleichzeitig sind Hotelpreise in den Alpendestinationen seit 2019 um 35 Prozent gestiegen. Wer zur Hochsaison nicht auf ein freies Hotelzimmer hoffen will und genug Kleingeld hat, der setzt auf eine eigene Ferienwohnung.
Hinzu kommt, dass sich eine Investition in ein Feriendomizil auszahlt: Wer 2019 eine Ferienwohnung mit 50 Prozent Fremdkapital erwarb, erzielte laut der UBS allein durch die Eigennutzung eine geschätzte Eigenkapitalrendite von rund 9 Prozent pro Jahr.
Ausländer treiben Preise an
Auch internationale Investoren treiben die Nachfrage an. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit gilt die Schweiz als sicherer Anlagehafen: Anonymität, stabile Verhältnisse, internationale Schulen und eine vergleichsweise tiefe Steuerbelastung machen Schweizer Bergimmobilien für wohlhabende Ausländer attraktiv. Für sie sind Ferienwohnungen in den Alpen längst Teil des Investment-Portfolios.
Der Boom hat auch Schattenseiten: Für viele Schweizer Haushalte werden Ferienwohnungen schlicht unbezahlbar. In Gstaad etwa werden Einheimische zunehmend in umliegende Gemeinden verdrängt. Das knappe Angebot verschärft die Lage zusätzlich.
An den schwindelerregend hohen Preisen in den Alpen dürfte sich so schnell nichts ändern. Für die kommenden Quartale rechnet die UBS mit weiteren Preisanstiegen im mittleren einstelligen Prozentbereich. Steigende Einkommen, wachsende Vermögen, eine alternde Bevölkerung mit Wunsch nach einem Ruhesitz in den Bergen sowie das knappe Angebot sprechen für einen anhaltenden Höhenflug.