Darum gehts
- Andermatt hebt Vergünstigungen für Zweitwohnungsbesitzer ab nächster Saison auf
- Jahresabo-Preise steigen um bis zu 18 Prozent auf 1119 Franken
- Ähnliche Regelungen in Arosa, Engelberg und Oberengadin verbreitet
Die Zweitwohnungsbesitzer in Andermatt UR sind hässig. Für Ärger sorgt eine neue Tarifregelung der Bergbahnen Andermatt-Sedrun-Disentis. Ab nächster Saison gibt es für Eigentümer und Eigentümerinnen einer Ferienwohnung keinen Rabatt mehr, wenn sie ein Jahresabonnement für die Bahnen erwerben möchten. Bisher profitierten sie von einem Spezialtarif für Zweitwohnungsbesitzer. Neu gilt auch für sie der reguläre Gästetarif, wie die «Urner Zeitung» berichtet.
Das geht ins Geld: Der Preis steigt für die Ferienwohnungsbesitzer so von 895 Franken auf 1119 Franken. Im Vorverkauf zahlen sie neu 895 Franken statt 761 Franken – in beiden Fällen eine Steigerung von 18 Prozent. «Das ist eine absolute Frechheit, ich bin richtig sauer», sagt eine Betroffene zur «Urner Zeitung»
Den Schritt erklärt die Andermatt-Sedrun-Disentis Marketing AG in einem Schreiben an die Kundschaft, das der «Urner Zeitung» vorliegt. Darin führen Verwaltungsratspräsident Mike Goar (68) und Geschäftsführer Raphael Medici (36) die «deutlich gestiegenen Anforderungen an einen modernen Bergbahnbetrieb» als Hauptgrund für die Abschaffung an. Heisst übersetzt: Die Zweitwohnungsbesitzer werden stärker zur Kasse gebeten, um die steigenden Betriebskosten auszugleichen.
Andermatt ist kein Einzelfall
Es ist nicht das erste Mal, dass Ferienwohnungsbesitzer im Urserental den Kürzeren ziehen. Letzten Juni lancierte Andermatt gemeinsam mit den Gemeinden Tujetsch, Disentis, Hospental und Realp die sogenannte Golden Card. Kartenbesitzer profitieren von Mega-Rabatten auf Skitickets, Wellness- und Sportanlagen oder der Driving Range des Golfklubs. Nur: Das Angebot gilt ausschliesslich für Einheimische. Um eine Golden Card zu bekommen, muss der Erstwohnsitz in einem der Bergorte sein.
Ein Blick in andere Regionen zeigt, dass Andermatt mit der neuen Tarifstruktur nicht allein ist. Auch bei den Bergbahnen Arosa-Lenzerheide GR gibt es eine vergünstigte Jahreskarte für Einheimische nur beim Nachweis eines Erstwohnsitzes in einer der Berggemeinden oder ihren Nachbarorten. Dasselbe gilt für Engelberg OW: Eigentümer einer Ferienwohnung zahlen denselben Tarif für ein Jahresabo wie auswärtige Gäste. Für Einheimische gibts eine Ermässigung.
Vergünstigungen im Oberengadin
Günstiger weg kommen Zweitwohnungsbesitzer beispielsweise im Skigebiet 4 Vallées in Nendaz VS. Dort gibts für sie einen Rabatt von 10 Prozent auf eine Jahreskarte. Diesen Mittelweg verfolgt auch das Oberengadin. Während Personen mit Erstwohnsitz ein stark vergünstigtes Jahresabo erhalten, können Personen mit Zweitwohnsitz über ihre jeweilige Gemeinde 10 Prozent des vollen Preises zurückfordern. Damit zahlen sie zwar mehr als Einheimische, profitieren aber trotzdem von leichten Vergünstigungen gegenüber auswärtigen Gästen.