Darum gehts
- Mallorca erwartet 2026 Rekordtourismus trotz stark gestiegener Preise an Stränden
- Ein Set Liegestühle und Schirm kostet nun 30 Euro, früher 18
- Strandliegen reduziert: Von 6000 auf 4400 durch schwindende Strände und höhere Pacht
Am Strand liegen, in der Sonne brutzeln und dazu einen Cocktail schlürfen: Die Strände auf Mallorca locken im Sommer unzählige Gäste an – auch aus der Schweiz. Und in diesem Jahr steht der Tourismus-Hochburg ein noch grösserer Gästeansturm bevor. Die grossen Reiseportale vermelden bereits seit Monaten neue Rekordstände bei den Buchungen. Dies, obwohl die Gäste immer tiefer in die Taschen greifen müssen. Die Flüge und die Hotels sind teurer, auch in den Restaurants steigen die Preise. Und jetzt schiessen für diesen Sommer auch die Mieten für Liegestühle und Sonnenschirme in die Höhe, wie die «Bild» zuerst berichtet hat.
Demnach kostet an der beliebten Playa de Palma ein Set aus zwei Liegestühlen und einem Schirm neuerdings 30 Euro pro Tag. Das ist fast doppelt so viel wie im Vorjahr, als für das gleiche Set noch 18 Euro fällig waren. Gerade Familien ächzen unter den hohen Preisen und klagen darüber. Wer die hohen Mieten nicht zahlen will, setzt aufs Strandtuch und Billigschirm.
Schrumpfende Strände, weniger Liegestühle
Der Grund für den stattlichen Preisaufschlag ist jedoch nicht etwa, dass die Strandbetreiber den Hals nicht voll genug kriegen können. Der Meeresspiegel steigt und die Sandstrände schrumpfen. Deshalb hat die Stadt Palma die Zahl der Strandliegen von rund 6000 auf gut 4400 reduziert. Zudem haben die Gemeinden die Strände neu ausgeschrieben. Und die Betreiberfirmen müssen massiv höhere Pachtgebühren zahlen.
Die Preiserhöhungen beschränken sich jedoch nicht auf die Strände: Auch Hotels, Geschäfte und Restaurants werden seit Jahren kontinuierlich teurer. Vor Ostern kündigte die Gastrobranche erneut steigende Preise für Mahlzeiten und Drinks an – begründet wurde der Schritt mit der Teuerung und den Auswirkungen des Iran-Kriegs.
All-inclusive-Ferien boomen
Die jährlichen Preisaufschläge hinterlassen Spuren: All-inclusive-Ferien liegen auf der Insel wieder voll im Trend. Bis vor einigen Jahren wurden solche Rundum-Pakete immer unbeliebter. Doch die Gäste haben inzwischen ein grösseres Bedürfnis, die erwarteten Ferienausgaben besser kalkulieren zu können.
All-inclusive-Ferien sind mit ein Grund, dass Kleingewerbler und Betreiber von Gastrobetrieben und Bars sich im letzten Sommer über die sogenannten «Diesel-Touristen» beklagten. Der Ursprung der wenig vorteilhaften Bezeichnung: Die Gäste geben so wenig Geld aus, wie ein Dieselmotor Sprit verbraucht.
Dabei spielt aber auch die Tourismusstrategie der Behörden eine Rolle: Sie wollen das Image der Tourismusinsel aufpolieren. Das Ziel: Weniger Sauftouristen und dafür mehr Gäste mit grossem Portemonnaie. Das freut nicht alle auf der Insel: Zahlungskräftige Gäste geben ihr Geld nicht unbedingt in den grossen Partyzonen aus.