Darum gehts
- Ibiza begrenzt von Juni bis September Mietwagen auf 14'000
- Autovermieter erwarten Preiserhöhungen
- Unmut über Übertourismus steigt
Raus aus dem Flugzeug, warten am Gepäckband, Mietauto abholen. Was für viele Touristen zum normalen Ferienstart gehört, stört immer mehr Einheimische. Gerade die vielen Tausend Leihwagen sind zur Hauptsaison neben dem Gästeansturm eine zusätzliche Belastung für Mallorca, Ibiza und Co. Gegen die Mietwagen-Flut gehen die Lokalregierungen mit unterschiedlichen Ansätzen vor.
Während Mallorca ausländischen Autos die Zufahrt in definierte Umweltzonen nur mit vorgängiger Registrierung erlaubt, setzt Ibiza auf ein anderes Instrument: Von Juni bis September wird das Mietautoangebot gesetzlich beschränkt. Dieses Jahr dürfen die Anbieter insgesamt 14'000 Autos verleihen. 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit soll der Verkehr reduziert und die Nachhaltigkeit gefördert werden. Ein Quotenschlüssel bestimmt, welcher Anbieter wie viele Autos vermieten darf. Je nachhaltiger die Flotte, desto grösser das Kontingent.
Nachfrage übersteigt Angebot
Weil das Angebot so verknappt wird, rechnen die von Blick angefragten Autoverleiher mit höheren Preisen. Anbieter Sunny Cars warnt: «Insbesondere bei Anfragen für grössere Fahrzeugkategorien oder bei Last-Minute-Buchungswünschen kann in der Hauptsaison voraussichtlich nicht immer ein Fahrzeug angeboten werden».
Um sich ein erschwingliches Auto zu sichern, empfehlen die Anbieter deshalb eine frühzeitige Buchung. Momentan liegen die günstigsten Angebote für einen Kleinwagen Anfang August noch bei durchschnittlich 300 bis 400 Franken für die Ferienwoche.
Wer Ibiza mit dem eigenen Auto erkunden möchte, kann auch mit der Autofähre übersetzen. Ab Barcelona gibt es täglich mehrere Verbindungen. So könnte auch das drohende Flug-Chaos mit Streiks und Verspätungen umschifft werden. Der Nachteil: rund 20 Stunden Reisezeit und steigende Benzinpreise. Wer das nicht möchte, kann den örtlichen öffentlichen Verkehr nutzen – oder die Tage am Hotelpool verbringen.
Qualität statt Quantität
Bei den Inselbewohnern wächst der Unmut über den Übertourismus. Auf Mallorca kommt es dabei immer wieder zu Massenprotesten. Neben den Mietautos stören sich die Einheimischen an steigenden Wohnpreisen, Lärm und Umweltbelastungen. Auch vom Verhalten der Partytouristen hat man die Nase voll.
Mit einem Bussenkatalog versucht die Insel seit letztem Jahr, Benimmregeln durchzusetzen. Wer oberkörperfrei durch die Stadt läuft, Alkohol auf offener Strasse konsumiert oder Abfall liegenlässt, kann gebüsst werden. Dies ist Teil der Bemühungen, sich weg vom Massentourismus und hin zu einem zahlungsfähigeren Publikum zu entwickeln.