Darum gehts
- Hotel Cube in Savognin GR steht seit vier Jahren leer
- Gemeinde Surses plant Kauf für 5 Millionen Franken
- Kredit von 8,9 Millionen Franken nötig für dringende Arbeiten
Trotz bester Lage direkt bei der Talstation in Savognin GR steht das Hotel Cube seit vier Jahren leer. Die 280 Betten waren nach der Eröffnung 2005 vor allem für junge, hippe Wintersportler – damals noch «Snöber» genannt – gedacht. Doch das Vorzeigeprojekt scheiterte, die Unterkunft gleicht heute einem Geisterhotel. Jetzt wurde es dem Bündner Skiort zu bunt. Die Gemeinde will den Cube nämlich gleich selbst kaufen – und muss dafür mehrere Millionen hinblättern, wie die «Südostschweiz» berichtet.
Denn am Mittwoch lieferte Gemeindepräsident Daniel Wasescha bei einer Informationsveranstaltung die Zahlen zum Kauf. Demnach kostet das Designhotel die Gemeinde Surses 5 Millionen Franken. Dazu gehören das Hauptgebäude mit den 280 Betten, das Nebengebäude mit Sportgerätevermietung und Personalzimmern sowie die ganze Parzelle mit 83 Parkplätzen.
Zwei Tage Zeit für Kauf
Der Kredit, den die Gemeinde sprechen will, fällt aber mit 8,9 Millionen Franken um einiges höher aus. Der Grund: Es sind laut dem Bericht dringende Arbeiten im Geisterhotel nötig. 600'000 Franken sind für den Gebäudeunterhalt vorgesehen, weitere 1,7 Millionen für neue Betriebsmittel und Mobiliar. Zusätzlich ist – neben einer finanziellen Reserve – bereits ein Betrag von 1,4 Millionen Franken für Investitionen in den Jahren 2026/27 eingeplant. In trockenen Tüchern ist der Kauf aber noch nicht. Das Volk muss dem Vorhaben an der Gemeindeversammlung am 23. Februar und an der Urne am 29. März zustimmen.
Wenn die Bürger definitiv zustimmen, muss es laut der «Südostschweiz» zackig gehen. Bereits am 1. April, also drei Tage nach der Urnenabstimmung, muss die jetzige Cube-Eigentümerin, die S1 Hotelerrichtungs AG des österreichischen Unternehmers Rudolf Tucek, Konkurs anmelden. Schnappt sich die Gemeinde das Geisterhotel nicht vor der Pleite, bekommt die Gemeinde vielleicht noch Konkurrenz. Denn dann wird das Würfel-Hotel versteigert.