Darum gehts
- Das Skigebiet Grächen VS ist dank Sanierungsplan und Gläubigerverzicht gerettet
- Kanton Wallis und Bund verzichten auf über 5 Millionen Franken
- Bis Mai 2025 wurden durch Aktienzeichnung 6,7 Millionen Franken gesammelt
Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift: Das finanziell angeschlagene Skigebiet Grächen VS steht vor der Rettung. Die Bergbahnen-Betreiberin Touristische Unternehmung Grächen (TUG) hat die nötigen Zugeständnisse für die Sanierung beisammen. In den nächsten Tagen dürfte das zuständige Gericht den Nachlassvertrag unterzeichnen, wie der «Walliser Bote» berichtet. Damit findet der fast zweijährige Kampf der Grächner einen positiven Abschluss.
Die TUG kann sich künftig wieder der Kernaufgaben widmen – dank des Entgegenkommens mehrerer Gläubiger. Diese verzichten auf Forderungen von mehreren Millionen Franken. Das Brisante daran: Zu den gutmütigen Hauptgläubigern zählen der Kanton Wallis und der Bund, also die öffentliche Hand. Laut Recherchen des «Walliser Boten» beläuft sich das Geschenk der Walliser Steuerzahler auf über 5 Millionen Franken. Dabei hatte der Kanton vorher noch ausgeschlossen, auf Forderungen zu verzichten. Offenbar ist das Millionengeschenk an klare Bedingungen geknüpft, etwa an einen Masterplan für einen finanziell gesunden Betrieb.
Knapp 7 Millionen Franken eingesammelt
Der Weg zur Rettung in Grächen war ein steiniger. Bei der TUG hatte sich ein Schuldenberg von 20 Millionen Franken angehäuft. Dass das Skigebiet nicht von der touristischen Landkarte verschwunden ist, hat es auch den Einheimischen zu verdanken. Und spendablen Zweitwohnungsbesitzern. So lancierte die Zürcher Familie Preisig im März 2025 eigenhändig eine Spendenaktion. «Wir würden alles Mögliche in die Wege leiten, damit das Geld zusammenkommt», sagte Nathalie Preisig (27) damals zu Blick.
Den ersten grossen Schritt machte die TUG mit der Zeichnung von neuen Aktien im letzten Frühling. 6 Millionen Franken wollte die Bahn-Betreiberin dadurch einsammeln. Und schaffte das bis Ende Mai 2025: Sogar 6,7 Millionen Franken kamen damals zusammen. Knapp ein Drittel sicherten Hauptaktionäre wie die Gemeinde und der Tourismusverein zu. Den Rest steuerten Einheimische, Firmen, Nachbargemeinden und Grächen-Stammgäste bei.
Auf der Zeichnungsliste befanden sich über 1000 Namen. Ein Zeichen von grosser Solidarität, die offenbar auch den Kanton zu einer grosszügigen Geste bewogen hat.