Es steht seit Jahren leeer
Bündner Skiort kauft sich Geisterhotel mit 280 Betten

Seit 2022 steht das Hotel Cube in Savognin GR leer und verlottert mehr und mehr. Nun will die Gemeinde das einstige Vorzeigeprokjekt erstehen, es soll zur Jugenherberge werden. Das Volk hat das letzte Wort.
Kommentieren
1/5
Die Zimmer im Hotel Cube in Savognin sind nur minimalsitisch eingerichtet.
Foto: PD

Darum gehts

  • Seit 2022 steht das Hotel Cube in Savognin GR leer
  • Die Gemeinde plant, das Hotel den Schweizer Jugendherbergen zu übergeben
  • Das Hotel besitzt 280 Betten und wurde 2005 eröffnet
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Patrik_Berger_Redaktor Wirtschaft Desk_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Seit 2022 steht das Hotel Cube in Savognin GR leer. 280 Betten hat das Haus – an bester Lage direkt bei der Talstation der Bergbahnen. Erst 2005 wurde es eröffnet. Galt damals als Vorzeige-Hotel für die Branche. Die Betreiber wollten junge, zahlungskräftige Wintersportler anlocken, damals noch «Snöber» genannt. Und sind gescheitert. Der Mega-Bau wurde zum Geisterhotel – und immer mehr zum Schandfleck von Savognin.

2018 war das Hotel ein Jahr lang geschlossen. Dann wieder kurz geöffnet, allerdings nur noch als Hotel Garni. Seit Corona 2022 hat kein Wintersportler mehr im Cube gebechert, gegessen und genächtigt.

Jetzt wurde es der Gemeinde offenbar zu bunt. Sie kauft den Cube grad selber, wie die «Südostschweiz» berichtet. Die Gemeinde spricht in einer Mitteilung von «intensiven Bemühungen» um eine Wiedereröffnung. Und weiss auch schon, was sie nach dem Kauf mit dem Hotel machen will: Der Cube soll vom Verein Schweizer Jugendherbergen betrieben werden. Das Nebengebäude soll vermietet werden.

Gebäude vor weiterem Zerfall bewahren

Damit will die Gemeinde gleich zwei Ziele erreichen: die strategisch wichtige Infrastruktur sichern und die touristische Wertschöpfung in der Region wieder ankurbeln. Und verhindern, dass die seit Jahren leerstehenden Gebäude weiter verfallen. In trockenen Tüchern ist der Kauf aber noch nicht. Das Volk muss dem Vorhaben an der Gemeindeversammlung und an der Urne zustimmen. Was das Hotel kosten soll, ist nicht klar. Am 11. Februar informiert die Gemeinde die Bevölkerung.

Bei den Schweizer Jugendherbergen ist man schon jetzt Feuer und Flamme für den neuen Standort. «Wir machen sehr gerne mit, sofern das Stimmvolk mit dem Kauf einverstanden ist», sagt CEO Janine Bunte der «Südostschweiz». Für die Destination Savognin sei eine Jugendherberge «genau das Richtige», sagt Bunte.

Urbaner Würfel für junge Gäste

Der Cube gehört dem österreichischen Unternehmer Rudolf Tucek. Er hat das Konzept des Cubes mitentwickelt. Und wollte im «urbanen Würfel» Sport, Entertainment, Design und Community zu verbinden. Im Inneren ist die Lobby als offener Gemeinschaftsraum gestaltet. Die Gästezimmer, auch «Boxen» genannt, sind funktional und minimalistisch eingerichtet.

Sie enthalten nur das Nötigste, bieten keinen zusätzlichen Komfort wie Tische, Stühle oder Fernseher. Die Idee dahinter: Die Gäste sollen sich in den Gemeinschaftsräumen treffen und austauschen. Ein Konzept, das im Familienskigebiet Savognin offenbar nicht funktioniert hat.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen