Darum gehts
- Schneemangel bedroht Graubündens Skigebiete, sechs Unternehmen beantragen Kurzarbeit
- Das Restaurant Wali in Obersaxen leidet unter leeren Pisten, während weiterhin Fixkosten anfallen
- Die Berghütte musste deswegen Kurzarbeit anmelden
Die Sportferien haben in ersten Kantonen begonnen. Doch in vielen Skigebieten bleibt es still. Grüne Hänge an den Talstationen statt weisse Pisten. Heisst auch: leere Lifte statt Menschenmassen. Wenn der Schnee fehlt, fehlen auch die Gäste. Besonders deutlich zeigt sich das in Graubünden: Dort mussten zuletzt sechs Unternehmen aus Wintersportregionen Kurzarbeit anmelden.
Darunter auch das Bergrestaurant Wali im Skigebiet Obersaxen Mundaun. Für Wirt Sead Besic (40) ist das ein harter Schlag. Erst vor zwei Jahren hat er das Restaurant als Pächter übernommen. Zuvor hatten die Bergbahnen, denen das Lokal gehört, das «Wali» umbauen lassen. Im ersten Jahr lief noch alles gut. Es kamen viele Gäste, in den Google-Rezensionen wurde der neue Betreiber gelobt. «Es ist eine Freude, wie sich das Restaurant entwickelt hat», sagte etwa ein User. Ein weiterer meint: «Das neue Wali ist top!»
«Wir haben viel zu wenig Gäste»
In diesem Winter sind die Skigäste aber bisher ausgeblieben. Der Grund: Wegen des Schneemangels sind alle Pisten, die zum Restaurant führen, gesperrt. Und das schon die ganze Saison, da es keine Beschneiung gibt. Es herrscht reiner Fussgängerbetrieb.
Blick sucht die schönsten Skigebiete der Schweiz. Wo gibt es die besten Pisten und welches Gebiet bietet abseits der Piste am meisten? Stimme jetzt auf winterawards.ch in fünf Kategorien für deine Favoriten ab und gewinne mit etwas Glück tolle Preise. Schau vorbei und mach jetzt bei den Blick Winter Awards mit.
Blick sucht die schönsten Skigebiete der Schweiz. Wo gibt es die besten Pisten und welches Gebiet bietet abseits der Piste am meisten? Stimme jetzt auf winterawards.ch in fünf Kategorien für deine Favoriten ab und gewinne mit etwas Glück tolle Preise. Schau vorbei und mach jetzt bei den Blick Winter Awards mit.
Wer zum Restaurant Wali will, muss entweder hochlaufen oder die Ski abschnallen und dann mit dem Verbindungslift zu Besics Beiz fahren. Das sei umständlich. «Wir haben viel zu wenig Gäste», sagt der «Wali»-Wirt zu Blick. Auch die Bahnbetreiber teilen auf Anfrage mit, dass «das Gästeaufkommen dort im Vergleich zum Skibetrieb deutlich geringer ist».
Besics Problem: Während die Einnahmen einbrechen, bleiben die Fixkosten bestehen. «Wir haben zwölf Angestellte, die wir bezahlen müssen», sagt Besic. Dazu kommen volle Keller mit Wintergetränken und Trockenware, offene Rechnungen, laufende Kosten. Am Ende blieb ihm nur die Möglichkeit der Kurzarbeit. «Unser Umsatz ist einfach viel zu tief», sagt er.
Konkrete Zahlen nennt der Wirt nicht. Klar ist aber: Damit Kurzarbeit bewilligt wird, darf der Umsatz höchstens 25 Prozent des Durchschnitts der letzten fünf Jahre betragen. Anders gesagt: Er muss um mindestens 75 Prozent eingebrochen sein. Nach Einschätzung von Besic stehen die Chancen sehr gut, dass das Gesuch bewilligt wird.
«Wir hoffen alle, dass der Schnee kommt. Sonst haben wir ein riesiges Problem», sagt Besic. Er ist mit seinen Sorgen nicht allein. «In anderen Skigebieten ist die Lage noch deutlich schlimmer», meint er.
Für ihn heisst es nun, abzuwarten. In den kommenden Jahren sollen entlang der Piste zu seinem Restaurant Schneekanonen installiert werden. «Das gäbe mir mehr Sicherheit», sagt er. Das Skigebiet bestätigt: «Es sind weitere Investitionen in die Beschneiung in Planung.» Ob sie dem Wirt langfristig helfen, wird sich zeigen.