Kurzarbeit-Gesuche abgelehnt
Bündner und Tessiner Skigebiete leiden unter Schneemangel

Dezember und Januar setzten Tessiner und Bündner Skigebieten finanziell zu. Sie beantragen Kurzarbeit bei den Kantonen, erste Gesuche wurden aber abgelehnt. Für einzelne Skigebiete sieht es nicht gut aus.
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Die Folgen für Tessiner Skigebiete (im Bild Airolo) sind dramatisch.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Schneemangel trifft Bündner und Tessiner Skigebiete hart, viele beantragen Kurzarbeit
  • Zwei Kurzarbeitsgesuche abgelehnt, Umsatzrückgang nicht gravierend genug
  • Carì verzeichnet 80–90 Prozent weniger Gäste ohne Schnee im Januar
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Grüne Wiesen statt weisser Pisten: So präsentierten sich in Graubünden und im Tessin viele kleine und mittlere Skigebiete im Dezember. Vor allem in der für die Betriebe so wichtigen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr geht das so richtig ins Geld. Sechs Unternehmen aus Bündner Wintersportregionen in Mittelbünden und der Surselva haben deshalb für Dezember Kurzarbeit angemeldet, wie die «Südostschweiz» zuerst berichtet hat. 100 Angestellte sind betroffen. Unter den Gesuchstellern befindet sich neben fünf Restaurants auch ein Bergbahnunternehmen, wie Gian Reto Caduff, Leiter Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, der Zeitung sagt.

Zwei Gesuche bereits abgewiesen

Kurzarbeit wegen Wetter ist jedoch kein Selbstläufer. Die rechtlichen Hürden sind hoch. Voraussetzung ist ein «ungewöhnlicher Wetterverlauf», der den Betrieb massiv einschränkt oder praktisch lahmlegt. In den vergangenen zehn Jahren sei das erst in zwei Wintersaisons vorgekommen, sagt Caduff. Schneemangel ist dabei fast der einzige anerkannte Grund.

So sind denn auch bereits die ersten zwei Gesuche aus Graubünden gescheitert, wie die «Südostschweiz» schreibt. Ihre Umsatzeinbussen waren nicht gross genug. Entscheidend ist nämlich eine harte Grenze: Der Umsatz darf höchstens 25 Prozent des Durchschnitts der letzten fünf Jahre betragen. Wer zwar weniger Gäste, aber keinen derart grossen Einbruch erleidet, geht leer aus. Bei den übrigen Gesuchstellern hat das Amt zusätzliche Angaben verlangt, insbesondere zu den Umsätzen.

90 Prozent weniger Gäste

Auch im Tessin ist die Lage angespannt. Erste Skigebiete wie Carì in der Leventina haben ebenfalls Kurzarbeit beantragt. Dort lag noch Mitte Januar kein Schnee. Die Folge: 80 bis 90 Prozent weniger Gäste. In Airolo, wo die Saison zehn Tage später als geplant – erst nach Weihnachten und Neujahr – eröffnet wurde, sieht es nicht viel besser aus. Diese zwei Ferienwochen seien entscheidend für die gesamte Skisaison, sagte Betriebsleiter Nicola Mona gegenüber der Agentur Keystone-SDA. Könne man erst später öffnen, wirke sich das auf den ganzen Winter negativ aus. Darum rechne er dieses Jahr mit nur halb so vielen Besuchern wie in den Jahren zuvor.

Immerhin: Für heute Montag und die kommenden Tage sind sowohl in Graubünden als auch im Tessin teils ergiebige Schnellfälle angesagt. Die können die Skigebiete gut gebrauchen, zumal in den ersten Kantonen bereits die Sportferien angefangen haben.

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