Das sind die teuersten Skigebiete Europas
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Auch Schweiz in Top 10:Das sind die teuersten Skigebiete Europas

500 Einsprachen eingereicht
Mega-Widerstand gegen 175 neue Schneekanonen für 20 Millionen

Das Waadtländer Skigebiet Leysin-Les Mosses will sich für schneearme Winter wappnen. Nun gefährden über 500 Einsprachen wegen Wasser- und Stromverbrauch die Zukunft des Projekts. Der Widerstand gegen eine neue Beschneiungsanlage ist gross.
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Das Skigebiet von Leysin will 175 neue Schneekanonen aufstellen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Leysin-Les Mosses plant 20-Millionen-Franken-Investition für schneesichere Winter
  • 500 Einsprachen gegen Projekt wegen hohem Wasser- und Stromverbrauch
  • 250'000 Kubikmeter Wasser und Millionen Kilowattstunden Strom pro Saison nötig
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Schweizer Skigebiete in mittleren Lagen haben seit Jahren das gleiche Problem. Von der Ostschweiz bis ins Tessin, vom Berner Oberland bis ins Waadtland macht ihnen der Klimawandel zu schaffen. Und wenn es dann doch einmal kalt ist, dann ist es gleichzeitig trocken. Das wäre ideal zum Beschneien. Doch vielen Skigebieten fehlt das Geld für die nötigen Investitionen.

Anders gelagert ist der Fall des Skigebietes Leysin-Les Mosses (VD) in den Waadtländer Voralpen. Dort will man mit der grossen Kelle anrichten und das Skigebiet, das sich von 1400 auf 2300 Metern über Meer erstreckt und 24 Lifte und Bahnen hat, auch für künftige Saisons schneesicher machen. Die Initianten sind überzeugt: Es geht um nichts weniger als um die Zukunft des Wintersports in der Region.

20 Millionen Franken sollen Winter retten

Die Bahnbetreiberin Télé Leysin–Col des Mosses–La Lécherette und die Gemeinde wollen deshalb 20 Millionen Franken investieren. Und das Wasser künftig über ein 20 Kilometer langes Leitungssystem aus dem Hongrin-Stausee pumpen, wie die «NZZ» berichtet. Die Schneekanonen sollen die bestehenden Beschneiungsanlagen in Leysin ergänzen und erstmals auch die Pisten in Les Mosses beschneien.

Jetzt ziehen aber ganz dunkle Wolken auf. Der Widerstand gegen das Grossprojekt ist heftig. Nach Abschluss der öffentlichen Auflage sind mehr als 500 Einsprachen eingegangen, wie am Montagabend bekannt wurde. Gegner haben gegen das «Projekt aus einer anderen Zeit» Stimmung gemacht. Sie stören sich vor allem am Wasser- und Stromverbrauch: Bis zu 250’000 Kubikmeter Wasser und mehrere Millionen Kilowattstunden Strom pro Saison benötigen die Anlagen.

230 Jobs in Gefahr

Der Verein «Non aux canons à neige» (Nein zu Schneekanonen) freut sich in einer Mitteilung über den breiten Widerstand. Er betont aber auch: «Wir bestreiten nicht die Bedeutung des Tourismus für die Region.» Man wolle aber auf die Risiken aufmerksam machen. Eine «massive Investition in eine schwere, von der Kälte abhängige Infrastruktur» sei vor dem Hintergrund einer raschen globalen Erwärmung nicht zu verantworten.

Die Bergbahnen machen 80 Prozent ihres Umsatzes im Winter. 300'000 Wintersportler tummeln sich in guten Jahren auf den Pisten. 230 Leute haben dank dem Skigebiet ein Einkommen. In schlechten Saisons sind die Lifte aber nur 30 Tage in Betrieb. Zu wenig, um mittelfristig zu überleben. Rote Zahlen sind da garantiert. Für Bergbahn-Direktor Maxime Cottet ist die Sache deshalb klar. Kürzlich sagte er zu SRF: «Wir brauchen Kunstschnee unbedingt!»

Die Zukunft des Waadtländer Skigebietes bleibt also ungewiss. Die Einsprachen bremsen das Projekt. Auch nächste Saison wird auf den Pisten von Les Mosses noch kein Kunstschnee liegen.

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