Darum gehts
- Hitzewelle zwingt Skigebiet Flims-Laax-Falera GR zum Abbau eines Vorablifts
- Rückbau wegen Gletscherschmelze
- Zermatt und Saas-Fee ebenfalls von Sicherheitsproblemen durch Gletscherschmelze betroffen
Die heissen Tage nehmen in der Schweiz kaum ein Ende. Es reiht sich Hitzewelle an Hitzewelle. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Zürichsee-Schifffahrt, die Landwirtschaft oder die Kühlregale der Migros. Die hohen Temperaturen machen auch dem Skigebiet Flims-Laax-Falera GR zu schaffen. Die Weisse Arena verliert einen ihrer kultigen Vorabgletscher-Lifte.
Was Wanderern und Einheimischen bereits in den letzten Tagen aufgefallen ist, bestätigt Adrian Wolf gegenüber der «Südostschweiz». Er ist Verwaltungsrat der Finanz Infra AG, die den drei Gemeinden Flims, Laax und Falera gehört. Seit diesem Frühling gehört der Firma die Infrastruktur des Skigebiets, die sie von der Weissen Arena übernommen hat. Gemäss Wolf handelt es sich um einen «provisorischen Rückbau». Masten und Seil seien verschwunden, Ausstiegsstation und Antrieb bestünden weiterhin. «Auch die Konzession sowie die Betriebsbewilligung sind weiterhin gültig.»
Piste bleibt bestehen
Der Grund für den Abbruch: der starke Rückgang des Gletschers. Bisher waren die Masten auf dem Eis festgemacht, wie Wolf der «Südostschweiz» erklärt. Hätte man zugewartet, wären sie bei einem weiteren Abschmelzen des Gletschers zusammengebrochen. Die beiden betroffenen Bügellifte stehen nur zehn Meter auseinander. Der Untergrund ist aber so unterschiedlich, dass es beim abgebauten Lift grosse Geländekorrekturen bräuchte, um den Betrieb weiter aufrechtzuerhalten.
Ob Skifahrer am Lift je wieder anbügeln können, ist aktuell unklar. Das hängt auch von der Situation weiter oben ab, wo der Gletscher das Gelände noch bedeckt. Für die Gäste ändert sich aber sowieso nicht viel. Der linke Vorablift bleibt bestehen, das Pistenangebot damit auch. Skifahren auf über 3000 Meter über Meer ist in Flims-Laax-Falera also auch im kommenden Winter möglich. Dem Steuerzahler kann der Abbau übrigens auch egal sein. Die Weisse Arena muss als Pächterin der Infrastruktur für den Abbruch aufkommen, wie Wolf zur Zeitung sagt.
Folgen auch im Wallis
Das Bündner Skigebiet ist nicht das einzige, das wegen der hohen Temperaturen Konsequenzen ziehen muss. Bereits Ende Juli musste Zermatt VS den Sommerskibetrieb einstellen. Die Gletscherschmelze sorgt dafür, dass die Transportanlagen instabil werden. Aus Sicherheitsgründen laufen die Lifte bis auf weiteres nicht mehr.
Seit Montag, 10. August, sind die Pisten auf dem Gletscher über Saas-Fee VS geschlossen. Auch hier ist ein sicherer Betrieb nicht mehr möglich. Ob und wann die Skilifte wieder laufen werden, ist offen. Die Bergbahnen beobachten die Entwicklung laufend und wollen erst dann wieder öffnen, wenn die Sicherheit für Gäste und Mitarbeitende gewährleistet ist.