In letzter Minute
Skischul-Chef will angeschlagenes Glarner Skigebiet retten

Die Bergbahnen von Braunwald GL haben den Skibetrieb eingestellt. Jetzt könnte es aber zur grossen Wende kommen: Eine IG will den kultigen Mattwaldlift retten. Treibende Kraft hinter den ambitionierten Plänen ist Bauer, SVP-Politiker und Skischul-Chef Reto Glarner.
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Eine Interessengemeinschaft will den Mattwaldlift in Braunwald GL retten.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Skibetrieb in Braunwald wird ab Winter 2026 eingestellt, Dorf schockiert
  • Bauer Reto Glarner will Mattwaldlift übernehmen und blaue Piste retten
  • Über 100 Unterstützer, Gespräche mit Sportbahnen nach Sommerferien geplant
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Der Entscheid der Sportbahnen Braunwald hat das Dorf in Glarus Süd erschüttert: Weil sich der Skibetrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnt, werden ab dem kommenden Winter keine Pisten mehr präpariert. Stattdessen setzen die Bahnen auf Winterwandern, Schlitteln und Langlauf. Für viele Einheimische ist das ein Schock. Gerade die Hoteliers sind nicht glücklich mit dem Skigebiet-Aus. «Der Entscheid ist für das ganze Glarnerland bedauerlich. Gleichzeitig stehen wir hinter dem Entscheid», sagte Patric Vogel vom Märchenhotel kürzlich zu Blick.

Doch jetzt kommt Hoffnung auf. Reto Glarner (48) macht sich dafür stark, dass wenigstens Teile des Skigebietes gerettet werden. Der Bauer und SVP-Politiker führt die Ski- und Snowboardschule Braunwald und präsidiert den Verein «Braunwald aufwärts». Für ihn steht viel mehr auf dem Spiel als nur ein paar Skilifte. «Der Entscheid ist für die Destination Braunwald verantwortungslos», sagt er dem «Schweizer Bauern». Die Folgen würden die ganze Region treffen.

Zahlreiche Bergbauern finden im Winter einen wichtigen Nebenverdienst. Viele arbeiten im Winter als Skilehrer, Pistenfahrzeugfahrer oder am Skilift. Fallen diese Jobs weg, fehlt plötzlich ein wichtiger Teil des Einkommens, sagt er den «Glarner Nachrichten». Gleichzeitig verliere die Landwirtschaft eine einmalige Gelegenheit, Gästen den Alltag auf dem Berg näherzubringen. «Kaum ein anderer Arbeitsplatz bietet Bergbauern eine bessere Möglichkeit, mit Menschen aus der Stadt ins Gespräch zu kommen», findet Glarner.

«Dürfen unsere Leute nicht verlieren»

Darum kämpft Glarner für den Skisport im autofreien Dorf auf 1300 Metern über Meer. Zusammen mit einer Interessengemeinschaft hat er den Sportbahnen ein Kaufangebot für den Mattwaldlift mit seiner markanten Talstation unterbreitet. Das Ziel: Wenigstens eine blaue Piste soll im kommenden Winter offenbleiben. Zusammen mit dem Kinderland könnte die Skischule so weiterbestehen und Familien hätten weiterhin ein kleines, aber attraktives Angebot.

Jetzt muss es schnell gehen. Schon nächste Saison wollen sie loslegen, wie Glarner im Gespräch mit Blick sagt. «Man darf den Betrieb auf keinen Fall auf null runterfahren.» Dabei denkt er auch an die Mitarbeiter seiner Skischule. «Wir dürfen unsere eigenen Leute nicht verlieren. Die sind alle gut ausgebildet und motiviert», sagt er. Und entsprechend begehrt auf dem Markt. «Die sind weg, wenn wir ihnen keine Arbeit mehr bieten können.» Und würden auch nicht zur Verfügung stehen, wenn man in Zukunft neue Winterangebote umsetzen will.

Über 100 Unterstützer haben sich laut Glarner bereits gemeldet. Nun hofft er auf eine Einigung mit den Sportbahnen. «Nach den Sommerferien treffen wir uns zu ersten Gesprächen mit den Sportbahnen», sagt er zu Blick. Wie viel Geld nötig ist, sei noch offen. Glarner ist aber zuversichtlich, dass die Rettung klappt. «Die Sportbahnen müssen ja auch ein Interesse daran haben, dass wir uns finden.»

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