Darum gehts
- Die Sportbahnen Braunwald beenden den Skibetrieb ab Saison 2026/27 wegen finanzieller Verluste
- Jährliche Defizite von 1 bis 1,5 Millionen Franken belasten Bergbahnen
- Nur die Gondelbahn bleibt, die Skilifte werden stillgelegt – Ferienhausbesitzer hässig
Vor gut einem Monat zog das Glarner Bergdorf die Reissleine: Die Sportbahnen Braunwald stellen den alpinen Skibetrieb auf die Saison 2026/27 ein. Die finanzielle Situation der Bergbahnen ist schon seit langem dramatisch. «Unser Unternehmen ist auf der Intensivstation angelangt», schreibt der Verwaltungsrat. Die jährlichen Verluste lagen zuletzt zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken. Jetzt ist das Fass übergelaufen.
Das Ski-Aus ist für das ganze autofreie Bergdorf auf 1300 Meter über Meer ein brutaler Schritt. Nicht überall kommen die Konsequenzen gut an. «Wir sind sehr überrascht und auch vor den Kopf gestossen. So sind die Sportbahnen kein verlässlicher Partner mehr», schimpft Andreas Stehrenberger, Präsident des Vereins Auswärtiger Liegenschaftsbesitzer, gegenüber den «Glarner Nachrichten».
Vertrauen ist weg
Lange haben sich die Ferienhausbesitzer für das Überleben der Sportbahnen eingesetzt. Der Verwaltungsrat habe ihre Ideen und Vorstellungen anfänglich auch wohlwollend aufgenommen, so Stehrenberger. Nachdem die Bergbahnen aber ein externes Beratungsunternehmen hinzugezogen hatten, blieben die Bedürfnisse der Liegenschaftsbesitzer links liegen.
«Viele unserer Mitglieder sind Aktionäre, haben sich bei Kapitalschnitten Geld ans Bein gestrichen und Saisonkarten gekauft», so Stehrenberger gegenüber der Zeitung. «Sie haben einen grossen Aufwand betrieben, um zu einer Rettung beizutragen.» Das Vertrauen sei jetzt weg.
Wie reagieren die Hoteliers?
Doch nicht alle Stimmen in Braunwald sind über das Ski-Aus dermassen aufgebracht. «Der Entscheid ist für das ganze Glarnerland bedauerlich. Gleichzeitig stehen wir hinter dem Entscheid», schreiben Nadja und Patric Vogel vom Märchenhotel auf Anfrage von Blick. Sie mussten zwar schon Stornierungen akzeptieren – auch von Stammgästen. Trotzdem sollten sie das Ski-Aus wirtschaftlich verkraften.
Denn: «In früheren Jahren war der Februar einer unserer stärksten Monate. Das hat sich inzwischen verändert, heute liegt er bezüglich Auslastung im Mittelfeld.» Allgemein hat sich die Hotellerie im Glarner Bergdorf angepasst und setzt schon seit längerem konsequent auf Ganzjahreserlebnisse.
Bei den Gastgebern des Panorama-Hotels und des Tödiblicks tönt es ähnlich. Der Entscheid schmerze, doch man könne für die Wintermonate mit Schneeschuhwandern, Schlitteln und Langlauf andere Verkaufsargumente liefern. Es sind Tatsachen, mit denen Braunwald diesen Winter ein erstes Mal klarkommen muss.