Kaum Schnee, hohe Verluste
Glarner Skigebiet stellt alle seine Lifte ab – für immer

Das Ende einer Ära: Braunwald GL stellt den Skibetrieb ein. Nach jahrelangen Verlusten und warmen Wintern bleibt nur die Gondelbahn für Winterwanderer und Schlittenfahrer offen. Die Skilifte starten nicht mehr in die kommende Saison.
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Der Sessellift der Sportbahnen Braunwald auf den Seblengrat fährt im nächsten Winter nicht mehr.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Braunwald beendet den Skibetrieb ab Winter 2026/27 wegen finanzieller Verluste
  • Letzter Winter brachte nur 865'000 CHF Einnahmen, fast wie die Sommersaison
  • 900'000 CHF von Sponsoren könnten reduzierten Skibetrieb noch ermöglichen
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Braunwald zieht die Reissleine: Ab dem kommenden Winter fahren im Glarner Skigebiet keine Skilifte mehr. Die Sportbahnen Braunwald stellen den alpinen Skibetrieb auf die Saison 2026/27 ein, wie die «Glarner Nachrichten» schreiben. Es ist die Konsequenz von jahrelangen Verlusten nach mehreren schlechten Wintern in Folge.

Für das autofreie Bergdorf auf 1300 Metern über Meer ist das ein brutaler Schritt. Die vier Skilifte Mattwald, Gumen, Seblengrat und Bächital werden stillgelegt. Nur die Gondelbahn auf den Grotzenbüel bleibt in Betrieb. Dort sollen weiterhin Winterwanderer, Schneeschuhläufer, Langläufer und Familien mit Schlitten auf ihre Kosten kommen.

Die finanzielle Situation der Bergbahnen ist dramatisch. Seit Jahren schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Die jährlichen Verluste lagen zuletzt zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken. Nur dank Geld von Aktionären konnte der Betrieb überhaupt weitergeführt werden.

«Auf der Intensivstation gelandet»

Der schneearme Winter 2025/26 verschärfte die Krise zusätzlich. Die Wintereinnahmen brachen auf lediglich 865'000 Franken ein. Damit lag das Wintergeschäft nur noch knapp über dem Sommergeschäft, das bereits 847'000 Franken einspielte.

Der Verwaltungsrat findet deutliche Worte: «Unser Unternehmen ist auf der Intensivstation angelangt», schreibt der Verwaltungsrat in einer Mitteilung. Man sei nicht grundsätzlich gegen den Skisport, «aber wir können uns diesen als Unternehmen schlichtweg nicht mehr leisten». Doch nicht nur warme Winter machen den Sportbahnen zu schaffen.

Als weiteres Problem nennen die Verantwortlichen das veränderte Freizeitverhalten. Die Zeiten, in denen praktisch alle Ski fuhren, seien vorbei – «alles fährt Ski» ist Geschichte. Im Durchschnitt nutzten zuletzt gerade einmal 167 Personen pro Tag die Gondelbahn zum Grotzenbüel. Für einen teuren Skibetrieb sei das zu wenig.

Auch für Sommerprojekte fehlen noch 380'000 Franken

Statt auf Schnee setzen die Sportbahnen nun auf den Trend des Ganzjahrestourismus. Geplant sind neue Sommerattraktionen wie eine Zip-Line, Kugelbahnen und Fotopoints. Allerdings fehlt auch für diese Projekte derzeit noch 380'000 Franken. Entsprechend läuft die Suche nach Sponsoren auf Hochtouren.

Ganz aufgegeben haben die Verantwortlichen den Skisport allerdings noch nicht. Es gibt ein letztes Hintertürchen: Sollte bis zum 3. Juli eine externe Gruppierung Sponsorenbeiträge von 900'000 Franken auftreiben, könnte zumindest ein stark reduzierter Skibetrieb weitergeführt werden.

In den vergangenen Jahren gabs immer wieder Bemühungen, den Winterbetrieb langfristig zu sichern. Viele haben sich zerschlagen. Wie etwa die Idee eines Abo-Zwangs. Pro Bett in einem Hotel oder einer Ferienwohnung sollten die Besitzer ein Jahresabo der Sportbahnen kaufen.

Dass die Skilifte im vergangenen Winter überhaupt ansprangen, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Noch v2024 mussten Aktionäre in einer Hauruckaktion 1,7 Millionen Franken neues Kapital einschiessen, um die bevorstehende Saison zu retten. Jetzt ist der Skibetrieb Geschichte.

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