Es droht der Umzug
Retter von Thurgauer Küchenbauer Forster kämpft um Fabrik

Der Küchenhersteller Forster aus Arbon TG steht erneut vor einer ungewissen Zukunft: Das Fabrikgebäude wird verkauft. Firmeninhaber Giovanni Cerfeda will die Liegenschaft kaufen, doch andere Interessenten könnten ihn ausstechen.
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Der Küchenbauer Forster muss um seine Fabrik bangen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Forster-Küchenfabrik in Arbon TG steht zum Verkauf, Sachwalter entscheidet
  • Eigentümer Cerfeda (71) bietet, optimistisch trotz Konkurrenz
  • Fabrik nahe schwarze Zahlen
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Erneutes Drama um den Küchenbauer Forster in Arbon TG: Vor einem Jahr rettete der Winterthurer Immo-König und Architekt Giovanni Cerfeda (70) den Thurgauer Traditionsbetrieb vor dem finanziellen Aus. Doch jetzt gibt es eine neue Hiobsbotschaft: Die Fabrik, in der Forster seine Stahlküchen herstellt, steht zum Verkauf, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet.

Die Liegenschaft an der Egnacherstrasse in Arbon wird zugunsten der Gläubiger der damaligen Forster Swiss Home Holding verwertet. Ein Sachwalter ist mit dem Verkauf beauftragt. Cerfeda hat bereits ein Kaufangebot für die Fabrik abgegeben. Er ist aber nicht der einzige Bieter. Die endgültige Entscheidung fällt der Sachwalter mit Zustimmung der Gläubiger. Kommt der Forster-Besitzer nicht zum Zug, droht der erzwungene Auszug – ab Mitte 2027. So lange läuft der Mietvertrag noch. 

Immo-König bleibt optimistisch

Denn Cerfeda geht davon aus, dass die mitbietende Konkurrenz die Fabrik selber nutzen will. Darum wäre ein Entscheid gegen sein Angebot ein harter Einschnitt. Der umtriebige Unternehmer ist aber optimistisch, was sein Kaufangebot angeht. «Wir sind zuversichtlich, dass wir den Zuschlag bekommen», sagt er zu Blick. «Die Liegenschaft wurde sozusagen massgeschneidert für unseren Betrieb gebaut», betonte Cerfeda. Er sucht deshalb auch nicht nach einer Ausweichlösung: Sein Angebot ist für ihn klar «das beste, vernünftigste und logischste – auch für die Entscheidungsträger».

Seit der Übernahme durch Cerfeda vor etwas mehr als einem Jahr habe das neue Führungsteam beim Stahlküchenbauer schon viel erreicht, so der Forster-Besitzer. Zu Beginn konnten sie nicht mal aufs IT-System zugreifen. Es dauerte Wochen, bis der Betrieb wieder richtig lief. Die Sanierung hatte für Cerfeda die höchste Priorität, sagt er zu Blick. «Jetzt läuft alles tipptopp.»

Harter Machtkampf vor einem Jahr

Rund um die Rettung hatte es aber viel Knatsch gegeben – mit der alten Führungsriege. Es entstand ein furioser Machtkampf zwischen Cerfeda und den früheren Eigentümern Max Müller (79) und Ipek Demirtas (59). Und finanziell war die Lage dramatisch: Die damals 135-köpfige Belegschaft musste monatelang auf ihren Lohn warten. Forster konnte Rechnungen von Lieferanten nicht mehr bezahlen und der Betrieb wurde zeitweise stillgelegt. Cerfeda, bereits seit 2019 im Verwaltungsrat des Küchenbauers, half mit einer Finanzspritze aus, zahlte die Löhne der Angestellten.

Am Ende triumphierte der Winterthurer Unternehmer. Ein Viertel der Belegschaft musste aber gehen. Anfang dieses Jahres wurde auch CEO Daniel Pedrett entlassen – und mit Daniele Cerfeda ersetzt, dem Cousin des Immo-Königs.

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